Gefälschte Kunstpelze? Klingt absurd, scheint aber bittere Realität im Pelzhandel zu sein: Nach Angaben von Tierschutzorganisationen sind viele als Kunstfell deklarierte Pelzjacken, Fellkragen oder Mützenbommeln in Wahrheit aus echten Tierfellen hergestellt. Der Grund für die dreiste Fälschung: Echte Tierpelze können in China günstiger produziert werden als Kunstfasern in Echtfell-Optik. Etwa 50 Prozent aller Pelzprodukte weltweit stammen aus China. Viele namhafte Handelsketten lassen ihre Textilien dort produzieren. Entsprechend groß war die Bestürzung, als Schlagzeilen von grausamer Tierquälerei auf chinesischen Pelzfarmen durch die Medien gingen, sogar von bewusster Kundentäuschung war die Rede. Die Folge: Viele Käufer sind verunsichert, ob an ihren flauschig-warmen Kunstfelltextilien vielleicht doch Echtpelz eingesetzt wurde, und wissen nicht, wie sie es erkennen können.
Echt oder falsch? Achten Sie auf das Logo der „Fur Free Retailer“
Wer sichergehen will, dass sein Pelz definitiv nicht aus echten Tierfellen stammt, sollte auf das Logo der „Fur Free Retailer“ achten. Das Programm wurde von der Fur Free Alliance – einem Zusammenschluss international führender Tier- und Umweltschutzverbände – ins Leben gerufen und setzt sich weltweit für die Förderung von Mode ohne Echtpelz ein. In Deutschland vertritt die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN das Programm. Händler, die dieses Zeichen verwenden, verpflichten sich dazu, in ihrem Modesortiment auf die Verwendung von Echtpelz zu verzichten. Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie ist auch Tchibo seit 2013 dabei und lobt das Pelzfrei-Siegel seit diesem Jahr nun auch auf seinen Verpackungen deutlich sichtbar aus. Pelzprodukte hat das Unternehmen schon vor über neun Jahren vollständig aus seinem Sortiment gestrichen. Dies gilt auch für sogenannte Verbrämungen, beispielsweise bei Mantelkragen.
Was ist mit bereits gekauften Kleidungsstücken ohne Pelzfrei-Siegel? Mit diesen Tests können Sie sie selbst überprüfen:
– Pusten: Bei echtem Fell geht beim Pusten das Deckhaar zur Seite, darunter kommt leicht gekräuselte, feine Unterwolle zum Vorschein. Kunsthaar ist starrer, häufig gleich lang geschnitten und fühlt sich wegen der statischen Aufladung leicht klebrig an.
– Auseinanderziehen: Wer die Haare auseinanderzieht, sieht, ob Leder darunter ist. Dann handelt es sich um echten Pelz. Bei Kunstfell sieht man hingegen eine gewebte Textilschicht.
– Anzünden: Ist das Kleidungsstück schon gekauft, lassen sich ein paar Haare ausreißen und anzünden: Kunsthaar schmilzt wie Plastik zu kleinen Klümpchen und riecht auch ähnlich wie Plastik. Echtes Fell verströmt beim Verbrennen einen Horngeruch.
Unbefristeter Einkaufsstopp für Angoraprodukte bei Tchibo
Wie ernst es Tchibo mit seiner Verantwortung gegenüber dem Tierwohl nimmt, zeigt auch der unbefristete Einkaufsstopp für Angoraprodukte seit 2014. Gut so. Als gleichwertigen Ersatz setzt man jetzt auf zellulosebasierte Fasern wie Modal. Sie werden aus europäischem Buchenholz aus nachhaltiger Waldwirtschaft hergestellt und haben einen ähnlich weichen und anschmiegsamen Griff wie Angora.
Attraktive Produkte mit Kunstpelz bietet Tchibo übrigens aktuell an – solange der Vorrat reicht.