Bio liegt im Trend, wir alle wollen nachhaltiger leben und kaufen wenn möglich ökologisch korrekt und regional. Doch beim Thema Textilien ticken die Deutschen bisher noch anders. Zwar würde es wohl niemand gutheißen, wenn sein Baumwoll-Shirt durch großflächigen Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln oder unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde. Auf Nachhaltigkeit wird beim Kauf trotzdem kaum geachtet.
Tchibo ist weltweit drittgrößter Anbieter von Bio-Baumwolle
Dennoch übernehmen große Bekleidungshersteller Verantwortung und setzen zunehmend auf nachhaltige Textilien. Gut 9.000 Tonnen Bio-Baumwolle hat zum Beispiel das Hamburger Handelshaus Tchibo für das Verkaufsjahr 2015 zu Bekleidungs- und Heimtextilien verarbeitet. Mit dieser Größenordnung wurde das Unternehmen jüngst im „2016 Organic Cotton Market Report“ der gemeinnützigen Organisation Textile Exchange als drittgrößter Anbieter von Bio-Baumwolle weltweit eingestuft. Die Hamburger sind ein Pionier in Sachen Nachhaltigkeit. Schon seit 2006 ist das Engagement zur Verbesserung der Umwelt- und Lebensbedingungen in den Lieferketten fester Bestandteil der Unternehmensstrategie.
So wird daran gearbeitet, alle Bekleidungs- und Heimtextilien mit Baumwolle so schnell wie möglich zu 100 Prozent mit Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen herzustellen. Auf dem Weg dorthin hat das Unternehmen schon einige Hürden genommen. 2015 stammten bereits 76 Prozent der für die Bekleidungs- und Heimtextilien eingekauften Baumwolle aus nachhaltigerem Anbau. Einige Produkte tragen bereits das Label des „Global Organic Textile Standard“ (GOTS) – eine Zertifizierung, die weit über den reinen Bio-Standard hinausgeht und zusätzlich die Einhaltung von strengen Umwelt- und Sozialkriterien entlang der gesamten Lieferkette fordert. Auch die Zertifizierung nach dem „Organic Content Standard“ (OCS) ist weitgehend umgesetzt. Zusätzlich setzt Tchibo auf die Initiative „Cotton made in Africa“ der Aid by Trade Foundation. Die Stiftung will die Lebensbedingungen afrikanischer Baumwollfarmer und ihrer Familien verbessern.
Zusätzlich engagiert sich Tchibo in Projekten, die über die reine Zertifizierung hinausgehen. So unterstützt das Unternehmen beispielsweise durch die Kooperation mit dem Appachi Eco-Logic-Projekt indische Baumwoll-Kleinfarmer beim Umstieg auf umweltverträgliche Anbaumethoden. Dabei profitieren neben der Natur die Menschen vor Ort vom Wissen über hochwertigen Anbau und von den höheren Baumwollpreisen, die deutlich über dem Weltmarktpreis liegen.
So erkennt man nachhaltige Textilien
Auch wenn es selbst für ein Unternehmen wie Tchibo noch viel zu tun gibt, der Einstieg in die „green fashion“ ist gemacht. Jetzt ist es an den Kunden, durch ihr gezieltes Kaufverhalten einen Trend daraus werden zu lassen. Es stellt sich also die Frage: Woran erkenne ich nachhaltige Kleidung? Zum Beispiel, indem ich die genannten Zertifizierungs-Siegel auf dem Label suche. Okay, das ist mühsam. Eine andere Möglichkeit: Ich achte auf das grün-weiße „Gut gemacht“-Zeichen. Es kennzeichnet zukünftig gut sichtbar alle Produkte, die im Ganzen oder in Teilen nachhaltig produziert sind, egal ob Textilien oder Lebensmittel. Das „Gut gemacht“-Label gibt es allerdings nur auf Produkten von Tchibo. Weitere Infos dazu finden Sie unter www.tchibo.de/GUT-GEMACHT.