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"Twilight"-Teeniestar Taylor Lautner Die große Outing-Lüge


Ist Taylor Lautner schwul? Ein gefälschtes Magazin-Cover versetzte die Fangemeinde des "Twilight"-Stars in helle Aufregung - und wirft ein Schlaglicht darauf, wie aufgeregt Hollywood mit Homosexualität umgeht. Erst Recht, wenn es sich um ein Teenie-Idol handelt.
Von Frank Siering, Los Angeles

Das hat dem insgeheim homophoben Hollywood gerade noch gefehlt: ein schwuler Teeniestar. Das "People Magazine", die US-Bibel für Promi-Nachrichten, titelt über "Twilight"-Star Taylor Lautner: "Out and Proud" (übersetzt etwa: schwul und stolz). In der Unterzeile weitere Schock-Nachrichten: Angeblich sei Lautner die vielen Gerüchte, die seit Jahren um seine Sexualitaet herumspülen, endgültig leid. Deshalb bekenne er sich jetzt öffentlich zu seiner Homosexualität. Und er wird sogar mit den Worten zitiert: "Ich fühle mich freier und glücklicher denn je zuvor."

Einziges Problem mit dem Zitat: Es ist frei erfunden. Genauso wie das perfekt nachgemachte "People"-Titelblatt, das als "Teaser" für die Ausgabe vom 7. Januar von Hackern verfrüht ins Internet gestellt worden war. Ein Sprecher von "People" bestätigte nur wenige Stunden nach dem falschen Internet-Bekenntnis, dass die gesamte Produktion "erstunken und erlogen" war.

Wie ein Lauffeuer

Für viele Web-Surfer jedoch war es da schon zu spät. Die Nachricht hatte sich wie ein Lauffeuer im Netz verbreitet. Und auch einige Hollywood-Promis konnten sich mit ihren Bemerkungen zum angeblichen Outing des sexy Stars nicht zurückhalten.

Hip-Hop-Mogul Russell Simmons war einer von vielen, der auf das falsche Titelblatt hereingefallen war. Er twitterte fleißig drauf los: "Bin stolz auf Taylor Lautner für seinen Mut und seine Tapferkeit." Als er später herausfand, dass er einer Ente zum Opfer gefallen war, legte Simmons nach: "Bin enttäuscht, dass sich Leute darüber lustig machen, wenn sich jemand zu seiner Sexualität bekennt. Lasst Taylor Lautner sein, was auch immer er sein möchte..."

Lautner ist nicht alleine

Lautner ist nicht der erste Hollywood-Star, der ob seiner Sexualität an den Pranger gestellt wird. Über Tom Cruise kochten über die Jahre immer wieder Gerüchte hoch, dass seine Ehen nur gestellt und er eigentlich schwul sei. Im Jahr 2003 gewann er eine Klage gegen einen schwulen Pornostar, der behauptet hatte, mit Cruise eine Affäre gehabt zu haben.

Zwei Jahr davor hatte Cruise den Verleger Michael Davis auf 100 Millionen Dollar verklagt, weil dieser behauptet hatte, er besitze ein Videotape von Cruise, das den "Mission Impossible"-Star bei homoerotischen Spielchen zeigen würde. Die Klage wurde später fallengelassen, Davis musste seine Behauptungen zurückziehen.

Und auch Cruises Kollege John Travolta wird seit Jahren immer mal wieder mit entsprechenden Gerüchten konfroniert. Und das, obwohl er seit 1991 mit Kelly Preston verheiratet ist und auch Kinder mit ihr hat.

Auch schlechte Publicity ist gute Werbung

Erst im vergangenen Jahr musste Travoltas Anwalt Marty Singer einschreiten und einen fünfseiteigen Brief an die Website Gawker schicken. Die Internet-Seite hatte einen Post unter dem Titel "The Secret Sex Life of John Travolta" veröffentlicht.

Einer, der ebenfalls immer mal wieder im Hollywood "Gaydar" auftaucht, ist Zac Efron. Der "High School Musical"-Star hat die Gerüchte bisher immer mit einem charmanten Lachen auf den Lippen abgestritten. "Ich weiß, dass es sehr reizvoll ist, solche Geschichten zu lesen. Es ist halt Entertainment", so Efron. Und weiter: "Wenn das das Schlimmste ist, was jemand über mich sagen kann, dass ich schwul bin, dann ist das fein. Ich kann damit gut umgehen." Lautners Manager haben sich bisher noch nicht zum neuen falschen "People"-Titelblatt im Internet geäußert. Vielleicht auch deshalb nicht, weil in Hollywood dieser Tage noch immer gilt: Auch schlechte Publicity ist immer noch Publicity.


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