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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Besser knietief im Wasser als knietief im Dispo

Acht Millionen sehen die "Wanderhure", trotzdem weigert sich "Bachelor" Paul, ins horizontale Gewerbe zu wechseln. Wie gut, dass wenigstens Heidi Klums Schützlinge wissen, wie man Competition macht.

Von Stefan Mielchen

Da sage noch einer, die Deutschen hätten keinen Geschmack: Mehr als acht Millionen Zuschauer verfolgten in dieser Woche das TV-Ereignis des Jahres im Kultursender Sat.1: "Die Rache der Wanderhure". Alexandra Neldel gibt die Mittelalter-Prostituierte Marie Schärer, als wolle sie von Ferres bis Neubauer alles an die Wand spielen, was im deutschen Qualitätsfernsehen ausreichend Holz vor der Hütte hat. Doch auf die Rache folgt der Fluch: Die "Bild-Zeitung" machte einen "Sexy-Zoff" hinter den Kulissen aus, weil die Titelfigur im dritten Teil des Horizontal-Spektakels auf gut 50 Jahre altern soll. "Die schöne Alexandra Neldel als Mittelalter-Oma mit Tränensäcken, Hängebusen, grauen Haaren" - für die Geschmackspolizisten des Boulevards ein Horrorszenario. Weil bisher niemand Uschi Glas engagiert hat, dürfte Neldel aber auch die anstehende "Rückkehr der Wanderhure" zu ihrem Fernsehfest machen.

Heidi Klums Wunderwaffe für knietiefe Fälle

Für dergleichen braucht man bei ProSieben keinen Spielfilm. Hier reicht schon eine neue Staffel von Heidi Klums Topmodel-Suche. Derzeit macht sich dort unter anderem die 21-jährige Sara Hoffnung auf einen Karrieresprung von der Stange auf den Catwalk. Im trüben Chemnitz hatte sie sich zuletzt ihre schmale Ausbildungsvergütung aufgebessert, denn daheim ging es eher bescheiden zu: "Es gab Tage, da hatten wir nicht viel zu essen", tränendrüste die gebürtige Polin jetzt - eigentlich beste Voraussetzungen, um im Hungerhakengewerbe zu reüssieren. Doch vor den Erfolg haben die Laufsteg-Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. So musste Sara in dieser Woche beim Bikinishooting im Meerwasser knien. Das ist allemal besser, als knietief im Dispo zu hängen.

Immerhin eine Miete sparen Kim Gloss und Rocco Stark künftig. Die 19-Jährige Dschungelnatter hat jetzt ihr Jugendzimmer in Hamburg gegen ein 81-Quadratmer-Anwesen in München getauscht. Pünktlich zum "Promi-Dinner" ist sie mit Sack und Pack bei Ochsenknecht-Junior eingezogen. "Mein Schrank ist jetzt ziemlich voll, auch wenn er riesengroß ist", wunderte sich der Hausherr in dieser Woche über kistenweise Klamotten und Kosmetik. Doch das waren die vorerst letzten intimen Einblicke ins traute Heim: "Wir waren zusammen beim Ikea und haben einiges neu eingekauft - wie Vorhänge fürs Schlafzimmer", erklärte der 25-Jährige "Bunte.de". Dort verriet er auch das Geheimnis des jungen Glücks: "Wir streiten uns hauptsächlich, wenn wir uns nicht sehen." Dazu dürfte allerdings auch künftig reichlich Gelegenheit sein: "Momentan bin ich viel unterwegs", berichtet Kim aus ihrem aufregenden Alltag. "Rocco hat auch wahnsinnig viel zu tun und ist manchmal nicht da." Promo hier, Interviews da - was man nicht so alles tun muss, damit die große Liebe nicht wie eine Inszenierung für die Medien wirkt.

Aus dem "Bachelor" wird nicht Porno-Paule

Da ist "Bachelor" Paul schon einen Schritt weiter: Der blonde Frauenversteher von RTL will jetzt in Hollywood durchstarten. Da man in L.A. auf niemanden dringender gewartet hat, besuchte der Beau in dieser Woche gleich mal eine Oscar-Party, um Kontakte zu knüpfen. Mit Erfolg: "Du wirst eine große Karriere machen, weil du ein schönes Lachen hast und toll aussiehst", prophezeite ihm Filmproduzent Jürgen Schau. Dessen Einladung zum Casting schlug der 30-Jährige dennoch aus - dummerweise hat sich der Talentsucher auf Farbfilme nur für Erwachsene spezialisiert. Als Porno-Paule will der "Bachelor" aber nicht enden - er nimmt jetzt erst einmal Schauspielunterricht. "Hinterher ist man schlauer, ob das was für einen ist", glaubt er. Das könnten wir ihm allerdings auch schon vorher verraten.

Derweil spielten sich die wahren Probleme dieser Welt in London ab. Dort hatte Sängerin Rihanna in dieser Woche einen echten Bad-Hair-Day. Wie die britische Zeitung "The Sun" berichtete, saß die Frisur der 24-Jährigen nicht mehr, nachdem sie in einem Pool gebadet hatte und dort überraschend mit dem Element Wasser in Berührung gekommen war. Während Normalsterbliche in einem solchen Fall zum Fön greifen, ließ der Popstar seine Friseuse kommen. Blöd nur, dass die in L.A. wohnt - 18.000 Euro kostete der spontane Flug. Dann endlich hatte Rihanna die Haare wieder schön.