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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Boris Becker bläst erneut zum Angriff

Tokio-Hotel-Gitarrist Tom Kaulitz, süße 20 Jahre alt, griff zur Potenzpille und erlebte sein blaues Wunder. Das hat Boris Becker nicht nötig. Der Ex-Tennisstar verriet, wo er Sohn Amadeus zeugte.

Von Stefan Mielchen

Oh, mein Gott! Man ist ja von alternden Schlagerbarden so manches gewöhnt, doch was in dieser Woche über die goldene Stimme aus Prag bekannt wurde, steht in der Peinlichkeitshitparade mal wieder auf Platz eins! Karel Gott hat in seinen besten Tagen Frauen verschlungen wie nichts Gutes und sich dabei offenbar an Dieter Thomas Hecks Lebensmotto orientiert: dreimal dabei gewesen, bitte nicht wiederwählen! Noch besser: Gott ist nach dem Sex nie bei seinen Gespielinnen liegen geblieben - aus Eitelkeit. "Ich will auch im Schlaf ästhetisch aussehen" lautet seine bestechende Begründung. Was bei Lichte betrachtet schon tagsüber zur Herausforderung für Karel wurde, zog er nachts gnadenlos durch: Keine Frau sollte Gott nach vollzogenem Sündenfall mit wuscheligen Haaren sehen. Auf seine alten Tage entpuppt sich der Sänger als Macho erster Güte. Am liebsten hätte er stets drei Frauen um sich: "Eine zum Reden, eine für den Haushalt und eine, auf die ich ständig Lust habe", heißt es in der von ihm autorisierten Biografie. Kein Wunder, dass da selbst die gottesfürchtige "Bild" urteilt: "Er singt von der kleinen, frechen, schlauen Biene Maja - aber in Wahrheit ist er ein ganz schlimmer Willi." In jüngster Zeit scheint er seinen Stachel indes ein wenig beruhigt zu haben.

"Der ist doch spitz auf Anschlag"

Ein Gefühl, das auch Tom Kaulitz zuletzt heftig herbeisehnte. Der Gitarrist von Tokio Hotel hat gerade sein blaues Wunder erlebt: Viagraalarm vom Allerfeinsten! In Taiwan hatte ihm ein Straßenhändler die kleinen Lustmacher angedreht. Tom will erst abgelehnt haben: "Sehe ich so aus, als ob ich meine Fahne nicht hochbekomme?", soll er dem Händler entgegnet haben - um sie dann doch in den Wind zu hängen. Denn der Dealer pries die Wirkung als Partydroge, Tom griff zu - und ließ es nicht bei einer Pille. Am Morgen danach "dröhnte mir der Kopf und vor meinen Augen war alles verschwommen", klagte der 20-Jährige. Weit schlimmer: Untenrum war er so blau angelaufen, dass sich die Fahne erst nach mehreren schmerzhaften Stunden wieder auf Halbmast senkte. Da muss wohl die Supernanny mal nach dem Rechten sehen. Denn auch Zwillingsbruder Bill war entsetzt: "Was wirft der sich so einen Scheiß ein! Der ist doch ohnehin dauernd spitz auf Anschlag", wird er zitiert. Nachbars Lumpi, ick hör' dir trapsen.

Da lobt man sich Sänger wie Howard Carpendale. Die weichgespülte Föhnwelle aus Südafrika hatte sich noch vor kurzem mit Marius Müller-Westernhagen darum gestritten, wer den Größten hat. Den größten Erfolg bei den Fans, versteht sich. Selbigen beanspruchte Howie natürlich für sich. Doch nun blickt der 64-Jährige der Realität offen ins Auge: "Ja, ich habe schon mein Testament gemacht", verriet er der Zeitschrift "Das Neue". Carpendale litt dabei wie ein Hund: "Wenn man sein Testament macht, möchte man es gerne in seiner eigenen Sprache niederschreiben", sagte er. "Aber was ich da durchmachte, war unvorstellbar." Offenbar liegt ihm das für den letzten Willen erforderliche Bürokratendeutsch nicht, das gegenüber Carpendales eigener Sprache indes einen Vorteil hat. Der Testamentsvollstrecker wird die versammelte Erbengemeinschaft dereinst nicht mit den Worten begrüßen müssen: "Uhuhuh uhuh, ich sag' nur: hello again!"

Die Königin ist tot - es lebe die Königin!

Ob auch Queen Elisabeth II. von England bereits verfügt hat, wer ihre Kronjuwelen einmal anlegen darf, ist nicht überliefert. Treuen Royalisten dürfte in dieser Woche dennoch der Schrecken gehörig in die morschen Glieder gefahren sein: die BBC vermeldete das finale Abdanken der Monarchin. Doch Lizzy wäre nicht Lizzy, wenn es nicht gleich danach geheißen hätte: Die Königin ist tot - es lebe die Königin! Ein Radiomoderator hatte im Scherz vermeldet, die Queen sei soeben verstorben. Zur dramatischen Untermalung gab's die Nationalhymne noch obendrauf - britischer Humor halt. Jetzt muss statt der Queen der Moderator gehen. Einzig Prinz Charles soll beim Radiohören angesichts seiner bevorstehenden Beförderung kurzzeitig in Jubel ausgebrochen sein, um alsbald wieder auf dem traurigen Boden der Tatsachen zu landen. Spätestens hier dürfte sich die Queen dann doch wieder amused gezeigt haben.

War sonst noch was? Na klar: Eines der letzten großen Geheimnisse der Menschheitsgeschichte ist endlich gelüftet! Boris Becker hat seinen kleinen Amadeus auf einer Yacht in Monte Carlo gezeugt. "Toll, was an so einem Wochenende alles auf einem Boot passieren kann", vertraute der Besenkammer-Versteher der "Bunten" an. Und Becker will es wieder tun. In dem Interview stieß er eine eigenartige Drohung in Sachen Familienplanung aus: "Lilly und ich sind diesbezüglich noch nicht am Ende unserer Geschichte", erläuterte Boris im Zustand romantischer Umnachtung seinen erneuten Kinderwunsch. "Nächstes Jahr werden wir wieder angreifen." So sehen echte Männergefühle aus. Ob der Angriff wirklich stattfindet, darf man gelassen abwarten. Beckers großes Liebesbedürfnis hat schließlich schon so manchen Treueschwur ad absurdum geführt. Er wäre jedenfalls nicht der Erste, der am Ende feststellen muss: "Ich hab' die große Liebe verspielt - in Monte Carlo!"