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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Ekelfaszination für Fortgeschrittene

Während sich das neue Dschungelcamp langsam füllt, und Rainer Calmund überlegt, sich aufs Eis zu wagen, hat Daniela Katzenberger Hunger auf einen Metzger.

Von Stefan Mielchen

Die Busenmacher-Witwe und der Alt-68er haben schon unterschrieben. Eine Umgebaute soll auch wieder dabei sein, ein abgehalfterter Schlagerstar sowieso - alles wie immer also im Dschungelcamp, dessen neue Besetzung allmählich Formen annimmt. Selbst die in Geschmacksfragen wenig zimperliche "Bild"-Zeitung fürchtet: "Da kriegen sogar die Kakerlaken Angst". Doch für 50.000 Euro Honorar begibt sich die Verzweifelungsriege der deutschen C-Prominenz gern in den Urwald-Knast, um dort am medialen Gnadenbrot zu knabbern.

Etwa Tatjana Gsell, die zuletzt durch allerlei Horizontalitäten auffiel, als Ex-Botschafterin der Pornomesse "Venus" aber offenbar noch über Tagesfreizeit verfügt. "Die Zuschauer werden mich bestimmt jeden Tag Scheiße fressen lassen", bemerkte sie in einem lichten Moment der Selbstwahrnehmung - und sagte zu.

Schluss per Fax

Ebenfalls mit von der Partie: Ex-Topmodel-Kandidatin Sarah Knappik, von der es heißt, dass sie Erfahrung mit Extremsituationen habe, nachdem sie in einer Fernsehshow bereits einmal mit einer Bratpfanne angegriffen wurde. Eins übergebraten gehört eigentlich auch Rainer Langhans: der 70-Jährige Alt-Hippie verlegt seine frühere Sex-Kommune nun ins Farbfernsehen. Und da ein 68er bekanntlich nicht zweimal mit derselben pennt, castete die Redaktion noch weitere Menschen. Etwa den 19-Jährigen Florian Stöhr, der über zwei stattliche Brüste verfügt und als schrille Transe das RTL-Publikum zu erschrecken versucht. Auch mit Schäfer Heinrich soll noch verhandelt werden. Der könnte dann im Duett mit 80er-Überbleibsel Markus ("Ich will Spaß") lustige Lieder zur Lagerfeuerromantik beisteuern. Man muss es dem Sender einfach lassen: Das ist Ekelfaszination für Fortgeschrittene!

Während halb Deutschland im Schneechaos versank, wollte sich auch Modedesignerin Sarah Kern nicht lumpen lassen und meldete sich in dieser Woche in der Öffentlichkeit zurück. Ihre Geschichte bietet Tragik auf der ganzen Linie. Da sind einerseits die bösen Koks-Gerüchte, die im Sorgerechtsstreit um Sohn Romeo für Wirbel sorgen. Selbst Kerns Büro beim Homeshopping-Kanal wurde jetzt von der Polizei durchsucht. Als ob neuerdings via Bildschirm gedealt würde. Und dann ist da noch der verhinderte Verlobte Roger Rankel. Eigentlich sollte die Verbindung in dieser Woche mit einer Feier beim Münchner Nobel-Italiener "Hugo's" besiegelt werden. Doch der 40-Jährige schickte lieber ein Fax, um unter großem Bedauern die Trennung bekannt zu geben: "Der geplanten Verlobung sowie der Fortführung unserer Beziehung stehen von meiner Seite trotz tiefer, ernsthafter Gefühle für Frau Kern, unüberbrückbare Ansichten über die generelle Lebensweise im Wege." Schöner kann man den eigenen Sockenschuss nicht formulieren. Oder hatte Roger Rankel einfach Angst, von der Gattin zum Schneeschippen verdonnert zu werden?

Rainer Calmund auf dem Eis

Während der Normalbürger derzeit die Adventswochenenden damit zubringt, stundenlange Biathlon-Übertragungen zu ertragen, zeichnet sich eine neue Karriere im Wintersport ab. Die Glitzerrevue "Holiday On Ice" möchte jetzt einen Star verpflichten, der als Schwergewicht wie Kilius-Bäumler oder Kati Witt gilt - wenn man die drei zusammenaddiert: Rainer Calmund, das Moppel-Ich der Bundesliga, könnte schon bald übers Eis schweben. Man sieht den 62-Jährigen förmlich vor sich, wie er im hautengen Kostüm zur Biellmann-Pirouette ansetzt. Noch sind die Verträge allerdings nicht unterzeichnet - die Eisfläche, die das trägt, muss wohl erst erfunden werden.

Die gute Nachricht der Woche: Joopi Heesters hat mit dem Rauchen aufgehört - nach 92 Jahren. Er verzichtet aus gesundheitlichen Gründen auf die geliebten Glimmstengel. Das ist durchaus nachvollziehbar: Heesters will schließlich mindestens 108 Jahre alt werden. Diese Woche feierte er schon mal seinen 107. Geburtstag. Und man fragt sich, ob sich das nicht alles irgendwann als ein einziger, großer Schwindel herausstellen wird...

Lust auf Leber

Dass einem im Leben wenig erspart bleibt, beweist auch Super-Nanny Katharina Saalfrank. Wenn das fleischgewordene Kriseninterventionsteam mit der Kamera in Stadtrandsiedlungen einfällt, um deutschen Unterschichtenfamilien beim Kratzen, Beißen und Haareziehen zu assistieren, mag man kaum hinschauen. Jetzt allerdings lässt die 39-Jährige zu allem Überfluss auch noch aufhorchen: Sie hat ihre erste Platte aufgenommen. "Ein Funken Hoffnung" heißt der Song, mit dem die gelernte Musiktherapeutin ihre schlimmen Erlebnisse als Pädagogik-Domina verarbeitet. Geht ja eigentlich in Ordnung - solange es einen Funken Hoffnung gibt, dass wir dieses rührselige Machwerk nie zu hören bekommen.

War sonst noch was? Na klar: Keine Woche ohne Katze! Das 24-jährige Prinzip Blond klagte jetzt einmal mehr darüber, immer noch Single zu sein. Die dralle Daniela glaubt aber immerhin den Grund erkannt zu haben: "Oft versuchen Leute ja nur, über mich ein bisschen Publicity zu bekommen", sagte Frollein Katzenberger jetzt in schöner Verdrehung des Verursacherprinzips. Dennoch: Ein Mann muss her, am besten ein Metzger: "Ich esse so gerne Rinderleber. Wenn er jeden Abend eine mit nach Hause bringt, wäre das toll", so Danis Ansprüche. Doch um ihren täglichen Leberbedarf zu decken, braucht sie eigentlich keinen Kerl. Schließlich weiß jede gute Hausfrau: Katzen würden Whiskas kaufen.