HOME

Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Turner-Sex und Schutzengel für alle

Umschulung allerorten: Fabian Hambüchen ist Autobiograf und plaudert über seine Sex-Probleme mit Mutti. Verona Pooth ist ein Schutzengel. Und Alice Schwarzer? Vielleicht bald eine Wetterfee.

Von Stefan Mielchen

Manche Männer lernen Frauen als Freier kennen. Andere gehen dafür ins Internet. So wie Fabian Hambüchen. Denn: "Dort lerne ich Frauen freier kennen", wie Deutschlands bekanntester Vorturner in dieser Woche verriet. Er suche lieber bei studiVZ oder Facebook als im richtigen Leben nach geeigneten Partnerinnen für den Matratzensport: "Abends in der Disco ist es schwer, da werde ich ständig beobachtet", klagt der angehende Literatur-Nobelpreisträger. Dass einem auch als Nachwuchspromi nichts geschenkt wird, gab Hambüchen der Nation jetzt sogar schriftlich. Der 22-Jährige hält sein kurzes Leben bereits für so interessant, dass er es zwischen zwei Buchdeckel pressen ließ.

Warum für diese frühe Lebensbeichte Bäume sterben müssen, bleibt das Geheimnis des Turners - mit der 19,90 Euro teuren Papierverschwendung macht er allenfalls als Fabian Hanebüchen Schlagzeilen. Sein erstes Mal ist in dem literarischen Machwerk ebenso Thema wie Mutti, die ihren Kleinen beim Sex mit der Freundin erwischt - da ist der geneigte Leser nachgerade froh, dass es nicht andersrum war. Sein Coach scheint von dem Buch restlos begeistert: "Wenn jemand denkt, dass er sein Leben publizieren muss, so soll er das tun", sagt Andreas Hirsch. "Ich akzeptiere aber genauso, wenn es andere nicht tun."

Verona Pooth ist zurück

Wenn sich die Anderen nur mal daran hielten! Auch Drogenexperte Benjamin Tewaag kündigte jetzt ein Stück einschlägiger Fachliteratur an. Ob es "Im Schneetreiben" heißen wird oder "Frauen mit Fäusten verstehen" ist noch nicht klar. Dass der 34-Jährige allerlei zu beichten hat, hingegen schon - das wissen seine Opfer am besten. Kaum aus dem Knast entlassen, begab sich der Sohn von Uschi Glas bereits wieder genau dort hin, wo der Weg Richtung Gosse begann: in die Öffentlichkeit. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen" gibt Prügel-Ben ganz den geläuterten Knastphilosophen: "Ich habe gedacht, wenn es dir drinnen besser geht als in Freiheit, dann musst du deine Freiheit überdenken." Gute Idee, Herr Tewaag - einfach wegsperren!

Gott sei Dank ist auch eine andere Plaudertasche endlich zurück: Verona Pooth beglückt seit dieser Woche wieder die Zuschauer des Unterschichtenfernsehens. Nach den kleinen Unregelmäßigkeiten in der Firma ihres Mannes ist sie nun resozialisiert. Als "Engel im Einsatz" berät sie vom Leben benachteiligte Familien und arbeitet mit den Betroffenen an passenden Lösungen. Leider fängt sie nicht daheim bei Franjo an, sondern nutzt gecastete Sozialschmarotzer. Die haben es dafür in sich: "Es dauert oft Tage bis Wochen, bis ich die einzelnen Schicksale verarbeitet habe", erzählte die 42-Jährige in "Bild", ließ allerdings offen, wie lange die von ihr geholfenen Familien brauchen, um sich von Veronas Heimsuchung zu erholen. "Ich glaube an Schutzengel", betonte sie und droht: "Ich habe Lust, noch mehr TV zu machen." Gut möglich, dass auch wir bald einen Schutzengel brauchen.

Ein Schwanz bleibt ungern allein

Einen solchen wünscht man auch Damian Dion Schwanz. Der kleine Sohn von Ex-Dschungelcamper Nico, 32, und Nageldesignerin Juliett, 21, droht das erste Opfer im dräuenden Rosenkrieg der beiden zu werden. Denn der große Blonde mit dem erotischen Ost-Akzent und die Mutter (vermutlich) seines Sohnes stellen die nach oben offene Matthäus-Skala derzeit vor eine neue Herausforderung. Hat sie fremdgeknutscht, weil er sie per SMS verließ? Oder hat er Schluss gemacht, nachdem sie fremde Liebesbotschaften gemailt bekam? Ist er der Vater des Kindes? Oder wurde sie schwanger, weil sie einen anderen küsste? Klar ist nur eins: "Im Augenblick kann ich mir nicht vorstellen, ihr zu verzeihen", betont Nico über die Medien, und Juliett antwortet auf dem gleichen Weg: "Ich finde es einfach blöd, dass wir nicht miteinander reden." Ja, irgendwie blöd das alles. Zumal sie ihm ja schon mal verziehen hat: "Wenn ich das vergleiche, was Nico damals gemacht hat und was ich gemacht habe: Nico hatte Sex mit zwei Frauen", ereifert sie sich. Ein Schwanz bleibt eben ungern allein.

Wer wüsste das besser als - na klar: unser Loddar. Der wurde in dieser Woche beim Turteln erwischt - mit der eigenen Wieder-Noch-Gattin! Liliana scheint den Dispo ausgereizt zu haben und ließ sich von ihm in Hamburg zum Essen einladen. Angeblich verbrachten die beiden auch die Nacht miteinander, bevor sie gemeinsam beim Frühstück gesichtet wurden. Nichts Genaues weiß man nicht, denn Loddar schlägt neue Töne an: "Zu meinen Privatleben sage ich nichts", sagte Matthäus zu seinem Privatleben. Dass wir das noch erleben dürfen...

War sonst noch was? Na klar: Vorzeigefeministin Alice Schwarzer reportiert seit dieser Woche für die "Bild"-Zeitung vom Kachelmann-Prozess. Die Dame scheint's wirklich nötig zu haben, ließ sich aber nicht wegen des schnöden Honorars anheuern, sondern selbstredend als Kämpferin für die Sache der Frauen. Da ist das Busenblatt natürlich die erste Adresse. Statt über Kachelmann zu schreiben, sollte Schwarzer ihn lieber ersetzen: Als Wetterfee könnte sie den nasskalten Tiefdruckgebieten endlich die ihnen zustehenden männlichen Namen verpassen, während die Hochs allesamt weiblich würden.