HOME

Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Zickenkrieg der Erotikfachfrauen

Dolly Buster und Nadja Abd El Farrag streiten, wer von beiden die bessere Botschafterin der Erotikmesse Venus ist. Wo so scharf geschossen wird, bedarf es eines Schlichters. Heiner Geißler ist beschäftigt - bliebe Lothar Matthäus.

Von Stefan Mielchen

Schlammcatchen war gestern, heute regeln gestandene Frauen ihren Zoff bei RTL! Dort lieferten sich in dieser Woche Dolly Buster und Nadja Abd El Farrag einen Zickenkrieg vom Allerfeinsten. Der Anlass war entsprechend: In diesem Jahr ist Dolly die Botschafterin der Sexmesse Venus, im vergangenen Jahr übte Naddel diese ehrenvolle Aufgabe aus, die vor allem daraus besteht, mittels großflächiger Plakate deutsche Innenstädte zu verschandeln. "Die Frau geht für mich gar nicht. Die spielt nicht in meiner Liga", eröffnete die 45-jährige Bohlen-Ex das Gefecht, verriet allerdings nicht, in welcher Liga sie sich selbst verortet - dritte, vierte oder Kreisklasse? Naddel, deren größter Erfolg ihre gesammelten Misserfolge sind, hat kein Verständnis für das aktuelle Venus-Motiv: "Jetzt haben sie da so eine Ex-Porno-Tante. Billiger geht's nicht", findet sie in hübscher Verkennung der Tatsache, dass eine Erotikfacharbeiterin als Testimonial einer Messe für notgeile Sabbersäcke eigentlich die Idealbesetzung darstellt. Doch das ficht eine Abd El Farrag nicht an: "Ich kann der auch nie ins Gesicht sehen. Die sieht so unnatürlich aus", sagt sie über Dolly. Und wird wissen, worüber sie spricht.

Nora Dvořáková, wie Buster vor ihrer wundersamen Brustvermehrung einmal hieß, ließ mit der Antwort nicht lange auf sich warten: "Naddel strahlt für mich ausschließlich bodenlose Grenzdebilität aus", ließ sie die Nation wissen. "Wenn jemand 'ne Perrücke trägt und sich auf die Jacketkronen auch noch Tipp-Ex draufschmiert - dem steht mit Sicherheit in keiner Weise die Kompetenz zu, über andere irgendetwas zu sagen." Klingt ungemein kompetent, doch Dolly wäre nicht Dolly, wenn sie neben ihren beiden XXL-Argumenten nicht noch ein weiteres aufzubieten hätte: "Wenn ich die ernst nehmen würde, wäre ich wahrscheinlich der einzige Mensch in Deutschland!" zischte sie Richtung Naddel. Danke, Frau Buster - schöner hätten wir es auch nicht ausdrücken können. Wenn man mit dem Finger auf andere zeigt, zeigen nur blöderweise auch drei auf einen selbst zurück...

Lothar Matthäus gibt Beziehungstipps

Wo so scharf geschossen wird, sollte dringend ein Schlichter herbeigerufen werden. Da aber Heiner Geißler aktuell anderweitig beschäftigt ist, bleibt nurmehr Friedens- und Konfliktforscher Lothar Matthäus übrig. Er verriet in dieser Woche dem Pädagogikfachblatt "Bunte" das ultimative Rezept, um wild gewordene Zicken wieder einzufangen: "Man sollte nicht nachtragend sein", dozierte der bulgarische Nationaltrainer, der seiner Wieder-Noch-Gattin Liliana jede Unverfrorenheit durchgehen ließ. Bei Loddar klingt die Klärung ehelicher Probleme allerdings eher so, als ob sich ein Trainer im Abstiegskampf rechtfertigen müsse: "Ganz sicher sind es gewisse Dinge, über die man sprechen musste. Über diese Sachen haben wir gesprochen und deshalb versteht man sich auch wieder besser, wie noch vor einigen Monaten" ließ er in akzent- wie sinnfreiem Deutsch verlauten. Man versteht: Man sollte nicht nachtragend sein. Doofheit reicht.

Womit wir beim zweiten Vorzeigepaar des deutschen Fußballs wären, unseren Effenbergs. Der guten Claudia ist bekanntlich nichts Menschliches fremd, doch auch für sie gibt es hin und wieder noch ein erstes Mal. So feierte die 45-Jährige in dieser Woche in Leipzig ihre Opernballpremiere, um auf der nach oben offenen Peinlichkeitsskala eine neue Marke zu setzen: Effenbergs Kleid war so eng, dass die Auslage die wartenden Fotografen förmlich ansprang. Schlimmer noch: "Als ich mein Kleid von Reinberger Couture anprobierte, machte es peng und ich stand oben ohne da", berichtete Madame. Ein Grünwalder Schneider durfte ran an die Möpse und nähte die Teuerste wieder ein. "Die Topmodels, für die diese Kleider sind, haben ja keinen Busen", erklärte sie das Malheuer. Eben, Claudia: solche Kleider sind für Topmodels bestimmt.

Cindy Crawford tanzt im Dunkeln an der Stange

Als solches machte Cindy Crawford Weltkarriere. Sie hat für derartige Auftritte auf dem Dilletantinnen-Ball kein Verständnis: "Nur weil man einen Super-Minirock tragen kann, heißt es nicht, dass man das auch sollte", betonte sie in dieser Woche und setzte noch einen drauf, dass es von Tatjana Gsell bis Chiara Ohoven so manchem OP-Opfer in den Ohren geklingelt haben dürfte: "Wenn man 35 oder 40 Jahre ohne volle Lippen gelebt hat, sollte man sie dann auch nicht mehr aufpumpen." Crawford braucht keinen Laufsteg mehr, sie hat jetzt ein Hobby: Stangentanz. Allerdings will sie sich damit nicht als künftiges Venus-Model in Stellung bringen, sondern den ehelichen Stellungskrieg gewinnen: "Wenn man Kinder hat ist das ein toller Weg, um seine eigene Sexualität und Sinnlichkeit wieder anzukurbeln", verriet die 44-Jährige in dieser Woche dem britischen "Mirror". Ihre Tanzstunden absolviert sie gemeinsam mit anderen Frauen, die sie jedoch nicht einmal wiedererkennen würde, "wenn sie an der Supermarktkasse neben mir stünden", erklärte Crawford. Was nicht etwa an der Ignoranz einer Prominenten liegt: Der Kurs, in dem sich gelangweilte Hausfrauen lasziv auf und ab bewegen, findet in völliger Dunkelheit statt. Besser ist das!

  • Stefan Mielchen