HOME

Abgewatscht - die Promi-Satire: Hiebe und Triebe

Harte Zeiten für Großschauspielerin Veronica Ferres. Erst läuft ihr der Mann davon und nun ging sie auch noch bei der 60. Bambi-Verleihung leer aus. Dabei hätte die Kohlenhändler-Tochter aus Solingen einen Mega-Bambi verdient: in der Kategorie Lebenslüge des Jahres.

Von Stefan Mielchen

Danke, Burda. Glamour hat einen neuen Namen: Offenburg! Die Bambi-Verleihung hätte keinen passenderen Rahmen finden können als jene Mehrzweckhalle im Herzen des Ortenaukreises. Denn genau dort gehört ein Bambi doch auch hin: in die tiefe Provinz. Schade nur, dass bei allem Glanz und Gloria ein Preis völlig vergessen wurde. In der Kategorie Lebenslüge des Jahres hätte Großschauspielerin Veronica Ferres einen Mega-Bambi verdient! So weit gebracht hatte es die Kohlenhändler-Tochter aus Solingen: von der Schulsekretärin im Vorabendprogramm bis zur Buhlschaft in Salzburg!

Schmalzig wie bei Rosamunde Pilcher

Jedermann bekam sie in die Finger, als Ferres sogar auf dem Cover des Bahnmagazins "Mobil" zu sehen war: ein Superweib zum Anfassen. Dazu das unvermeidliche Engagement gegen Kindesmissbrauch - bis zur Heiligsprechung wäre es nicht mehr weit gewesen. Und nun dies: Trennung nach nicht einmal acht Jahren Ehe, und plötzlich ist alles so normal wie bei Müllers, Meiers oder Schulzes. Aber La Ferres wäre nicht La Ferres, wenn sie für das schnöde Eingeständnis einer gescheiterten Beziehung nicht Worte von wahrer Größe fände: "Nach langen Überlegungen, nach vielen Gesprächen und auch nach vielen Stunden gemeinsamen Schweigens sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir ein Paar, aber kein Ehepaar mehr sind", heißt es so schmalzig, als habe Rosamunde Pilcher Regie geführt. Dank der gemeinsamen Tochter sei aber alles gut, geruhte Madame die Weltöffentlichkeit wissen zu lassen: "Mit dieser schönsten Verbundenheit, die es gibt, werden wir unser ganzes Leben freundschaftlich und verantwortungsvoll handeln." Man kann unserer Vroni manches vorhalten, einen Mangel an Selbstüberschätzung sicherlich nicht. Da wünscht man sich noch viele weitere Stunden Schweigens.

Dass gemeinsame Kinder auch nach der Scheidung kein Garant für Friede, Freude und Eierkuchen sind, demonstriert derweil Bambi-Preisträgerin Britney Spears. Am Ex-Gatten Kevin Federline lässt sie nämlich kein gutes Haar. Dessen schlechter Einfluss sorge dafür, dass die gemeinsamen Kinder schon fluchten wie Erwachsene, klagte Britney-Bitch in dieser Woche. Als Mutter mit Drogenerfahrung ist sie natürlich ein leuchtendes Vorbild. Und doch: Rechtzeitig vor Entgegennahme des güldenen Kitzes aus der Hand von Karl Lagerfeld stilisierte sich die Sängerin jetzt als bieder-braves Mäuschen. Neuerdings gehe sie sogar schon um 21.30 Uhr zu Bett, erklärte sie. Kein Wunder: So lernt man das in der Entzugsklinik. Für Bambi durfte die kleine Brit dann wohl ausnahmsweise mal länger aufbleiben... Klar, sie muss ja auch ihr neues Album promoten. Von Offenburg hinaus in die Welt: viel Erfolg!

Boy George kettet seine Lover fest

Ob Mark Medlock uns jemals wieder mit einem musikalischen Machwerk erschreckt, steht in den Sternen. Derzeit mutiert der so genannte Superstar eher zur Rinnsteinprinzessin. Medlock muss sich jetzt wegen einer vermeintlichen Körperverletzung in einem zweifelhaften Saunaclub vor Gericht verantworten. Nicht, weil er dort gesungen, sondern einen Gast niedergestreckt haben soll. Den anschließenden Strafbefehl über 56.000 Euro wollte "Bobbelsche" nicht akzeptieren, jetzt kommt es zur Hauptverhandlung. So wie bei Prügel-Barde Boy George, der seine Lover mittlerweile mit Handschellen zum Bleiben zwingen muss. Dass er sie auch noch geschlagen haben soll, ist zwar eine in SM-Kreisen übliche Umgangsform. Einem 29-jährigen norwegischen Callboy gefiel das allerdings nicht so sehr. Noch bevor er "Do you really want to hurt me?" auch nur denken konnte, soll Boy George ihn mit einer Metallkette traktiert haben. Die angesetzten fünf Verhandlungstage dürften reichlich Aufschluss über das schillernde Leben eines erfolgreich gescheiterten Stars geben.

Das bleibt Michael Jackson vorerst erspart. Sein Auftritt vor einem Londoner Gericht wurde in letzter Sekunde abgeblasen! Der bahrainische Prinz Schaich Abdulla bin Hamad al-Chalifa verzieh dem King of Pop. Jacko soll bei dem Wüstensohn mit 5,6 Millionen Euro in der Kreide stehen. Ob er deshalb mal wieder zum Islam konvertierte? Angeblich hat Jackson jetzt den Vornamen Mikaeel angenommen - Mustafa war ihm offenbar zuviel des Guten. Wozu auch immer die Entscheidung gut sein soll - mit den im Himmel avisierten 77 Jungfrauen wird Jackson wohl kaum etwas anzufangen wissen.

Familie Pooth schlich durch die Hintertür

So einfach wird sich Franjo Pooth sicher nicht aus der Affäre ziehen können. Satte 27 Millionen Euro verlangen seine Gläubiger, dazu das Verfahren wegen Insolvenzverschleppung und Bestechung - eine ungemütliche Situation. Könnte man zumindest meinen, doch Verona Pooth hat die Bevölkerung jetzt beruhigt: sie müssten ihren Lebensstil nicht einschränken! "Das wäre doch Heuchelei", glaubt Verona. Und als ob das nicht ausreichte, legte sie noch nach: "Alles, was wir besitzen, ist ehrlich und hart erarbeitet." So viel Chuzpe ist sonst eigentlich Mafiabossen vorbehalten. Trotzdem gab's keinen Bambi für die Dummdreistigkeit des Jahres, sondern vergleichsweise kalte Schultern. Pooths mussten durch die Hintertür zur Preisverleihung.

War sonst noch was? Na klar: Gloria von Thurn und Taxis gab eines ihrer gefürchteten Interviews, bei denen man stets eine Ahnung davon erhält, was adelige Inzucht aus den Menschen macht. Gloria erwies sich als Expertin in eigener Sache und forderte bei Beckmann mehr arrangierte Ehen. Denn: "Wir Eltern kennen unsere Kinder gut und wissen, wer da passen könnte. Liebe kann man lernen." Da weiß wohl jemand, wovon er spricht. Drei Kinder schenkte Frau Thurn und Taxis ihrem Johannes - um nach erfolgreicher Schnackselei ausgedient zu haben. Die Zahl der gescheiterten Ehen zeige, dass auch Leute, die sich selber finden, nicht ein Leben lang verbunden blieben, sagte die Fürstin im Fernsehen. Da hat Gloria natürlich leicht reden. Sie musste sich ja nicht scheiden lassen. Sie wurde einfach rechtzeitig Witwe.