Abgewatscht - die Promi-Satire Shoppen gegen die Finanzkrise


Katie Price und Elton John kaufen die Regale von Dolce & Gabbana leer. Cora Schumacher eröffnet eine Luxus-Boutique und Madonna erkauft sich für viel Geld die Freiheit. Nur eine bleibt ganz billig: Tatjana Gsell macht Werbung für die Pornomesse "Venus" in Berlin.
Von Stefan Mielchen

Es ist ja heutzutage wirklich nicht leicht, gutes Personal zu finden. Das weiß nicht nur Cora Schumacher, die beim Zählen ihrer Aldi-Tütensuppen bereits vor Monaten auf Ungereimtheiten stieß. Wie hinterhältig die Leibeigenen sein können, mussten in dieser Woche auch David und Victoria Beckham schmerzlich erfahren: Zwei ihrer Mitarbeiter klauten einen Fußballschuh aus Beckingham Palace und boten ihn bei eBay zum Verkauf an. Wie blöd kann man eigentlich sein? Einen der Spitzenschlüpfer von Victoria, die David angeblich so gerne aufträgt, hätte man ja noch ersteigert. Aber einen einzelnen Schuh? David und Victoria können es auch nicht fassen: "Sie wissen gar nicht mehr, wem sie vertrauen können", sagte ein - nun ja - Vertrauter. Am besten ist es, einfach nur seinem eigenen Instinkt zu folgen , so wie Vic: Sie wurde nach dem schlimmen Diebstahl schon wieder vor einer Düsseldorfer Nobelboutique gesichtet.

Shoppen gegen die Finanzkrise - die Promis gehen mit gutem Beispiel voran, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Cora Schumacher tat das, was gelangweilten Luxusschnallen so einfällt: Sie eröffnete eine Modeboutique in Salzburg. Wohl auf Drängen des Gatten, damit Cora ihresgleichen künftig außerhalb der eigenen vier Villenwände empfangen kann. Geschäftspartnerin ist Katja Zickler - da dürfte der Name Programm sein.

Eine Spende für den Luxuspopo

Auch Miss Busen Katie Price legt sich für die Weltwirtschaft ins Zeug und langte bei Harrods zu: 8700 Euro blätterte das ausgemusterte Boxenluder für die Junior-Kollektion von Dolce & Gabbana hin, damit ihre Kleinen in der Kinderkrippe nicht so zerlumpt aussehen. Die Schnäppchen-Price ist aber noch gar nichts gegen Sir Elton John. Der Sänger richtete für ein paar Freunde in der D&G-Boutique in St. Tropez ein Konto ein. Wie fürsorglich, wo man ja auch einfach nichts anzuziehen hat! Die Jungs ließen es gleich richtig krachen und für 140.000 Euro anschreiben. Nur das Nötigste, versteht sich. Hollywood-Schauspieler Shia LaBeouf ("Eagle Eye") übte sich da direkt in Bescheidenheit. Er legte sich lediglich einen beheizbaren Toilettensitz zu, damit sein 22-jähriger Luxuspopo auch weiterhin gut gewärmt bleibt.

Angelina Jolie wiederum warf ihre alte Ikea-Matratze jetzt endlich raus und ließ sich in Schweden in Handarbeit ein Exemplar aus Rosshaar klöppeln. Kosten: 65.000 Dollar - aber wenigstens sind die Schlafstörungen weg. Kapitalismus mit menschlichem Antlitz! Apropos Rosshaarmatratze: Tatjana Gsell hat endlich einen richtigen Beruf gefunden. Busenwitwe allein ist ja schließlich nicht abendfüllend. Als Plakatmodel wirbt die Gsell jetzt für die Berliner Pornomesse "Venus", und für einen solchen Job setzt frau naturgemäß ihre beiden besten Argumentationshilfen ein. Schlimmer geht's nimmer! Wer die Gesichtsbaracke aus Unterfranken anschaut, fragt sich, ob sie für das Shooting Geld bekam oder selbst noch welches drauflegen musste. Macht nix, die Besucher auf dem Berliner Venushügel werden zwischen Messestand und Messeständer ganz andere Sorgen haben als die, was Tatjana oberhalb des Schlüsselbeins trägt.

Gut, dass es auch noch Frauen von Format gibt. Madonna Louise Veronica Ciccone beispielsweise warf nach einem miesen Album und einer verkorksten Tour einfach wieder die PR-Maschine an: Scheidung! Zwischen 96 und 200 Millionen Euro liegt Schätzungen zufolge die Ablösesumme, die Guy Ritchie erwarten darf. Kein Wunder, dass Madonna da etwas durcheinander gerät. In Boston rief sie versehentlich den Kosenamen ihres künftigen Ex gleich mehrfach den Konzertbesuchern zu: "Motherfucker".

Schluss mit Party und Promille!

Zumindest Koks Moss behält in diesen wirren Zeiten einen klaren Kopf. Sie hat jetzt offiziell dem Alkohol abgeschworen. Künftig will das Topmodel weder feiern, noch trinken. Damit geht ihr zwar jeglicher Lebensinhalt flöten, aber wer mit 34 so durch ist wie sie, muss halt mal zur Kur. "Kate hat seit Jahren nonstop gefeiert", zitierte der Daily Mirror einen Freund der Diva. Selbst bei Fotoaufnahmen oder beim Frisieren werde ständig Champagner serviert: "So ist das einfach in der Modeindustrie". Nee, is' klar!

Anders als besoffen lässt sich das Leben ja häufig gar nicht ertragen. So wurde auch der tödlich verunglückte Jörg Haider in dieser Woche recht fix zum medialen Abschuss freigegeben: Erst die finale Fahrt im Suff, und jetzt legen die Gazetten nach: "Betrank sich Haider in einem Schwulenlokal?" fragt die "Bild"-Zeitung, womit die Antwort quasi schon geliefert ist. Angeblicher Ort des Geschehens: Der Klagenfurter "Stadtkrämer", berühmt für seinen "Jägermeister-Zapfhahn, aus dem in Strömen gekühlter Averna fließt." Da gähnt aber der geneigte Gay: Dass Haider die Zapfhähne junger Tschechen ebenso schätzte wie die Gesellschaft eines der Gaddafi-Söhne, geistert mindestens so lange durch die Gerüchteküche wie der wissenschaftlich erbrachte Nachweis, dass Nazis grundsätzlich schwul sind.

Gegen diese tragische Veranlagung lässt sich halt nichts machen. Das weiß niemand besser als Tümel-Tunte Patrick Lindner, der seine geistigen Ergüsse nun auch noch zwischen zwei Buchdeckel pressen ließ. Allzu viel kam dabei nicht heraus: Da, wo die Biografie nichts mehr hergab, wurden einfach ein paar Rezepte eingestreut - der Homosexuelle kocht ja so gerne. "Achterbahn meiner Gefühle" heißt das Werk, für das dringend der Volksmusikliteraturnobelpreis erfunden werden muss. "Meine Eltern konnten mit meiner Orientierung nicht umgehen", erzählt Linder, meint damit aber erstaunlicherweise seine sexuelle, nicht die musikalische. "Sie glaubten, ein Arzt könne helfen." Nein Patti, da müssen wir Dich leider enttäuschen. Denn auch ohne Reich-Ranicki wissen wir, dass in Fällen wie diesen wirklich nur noch eines hilft: Abschalten!


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