Wirtschaftshistoriker Adam Tooze Er ist der Krisenerklärer Europas und sagt: "Deutschland sollte jetzt nicht als Erstes plump Solidarität einfordern"

Adam Tooze
Wirtschaftshistoriker Adam Tooze: "Wenn man aus der Perspektive der USA auf Europa schaut, dann hat man immer wieder den Eindruck, dass in Europa wirklich an Problemen gearbeitet wird"
© Brian Finke/Redux/laif
Eine neue Eurokrise kann sich Europa nicht leisten, sagt Adam Tooze. Der Wirtschaftshistoriker ist einer der bekanntesten Krisenerklärer in den USA und Europa. Notfalls müsse Deutschland auch für Italiens Schulden einstehen, sagt er.

Herr Tooze, Sie waren vor einigen Wochen nach langer Zeit wieder in Europa. Als Brite, der in New York lebt: Wie waren Ihre Eindrücke, was hat sich verändert?
Mein erster Eindruck in Berlin war, dass sich sehr wenig verändert hat. Alles war wie immer, und ich habe mich prompt mit Corona angesteckt – zum ersten Mal übrigens.

Das tut uns leid! Und abgesehen davon?
Wenn man aus der Perspektive der USA auf Europa schaut, dann hat man immer wieder den Eindruck, dass in Europa wirklich an Problemen gearbeitet wird – sei es an der Klimakrise oder an der Auseinandersetzung mit Russland. Es geht bei Ihnen viel mehr um die Sache, anders als etwa in Großbritannien oder hier in den USA, wo die Politik schon wieder paralysiert ist.


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