Abgewatscht - die Promi-Satire Stars und ihr Stress mit dem Staatsanwalt


Ottfried Fischer hat Ärger mit der Staatsanwaltschaft, Paris Hilton droht eine Anklage, und Ben Teewag hat seinen Knastaufenthalt verlängert.
Von Stefan Mielchen

Wenn am kommenden Sonntag Wahl wäre, käme es zu einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen: Ottfried Fischer oder Giulia Siegel - wer holt die absolute Mehrheit als peinlichster Deutscher? Dick und Doof beherrschten in dieser Woche die Sexschlagzeilen. Was beeindruckte da eigentlich mehr: Fischers Gangbang mit vier Professionellen oder Siegels Bekenntnis, sich vor dem Einschlafen gerne als "kleine Nutte" titulieren zu lassen? Beides möchte man sich im Detail nicht wirklich vorstellen.

Als Pfarrer Braun kriminalisiert Fischer in der ARD. Jetzt ist er selbst Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. So tief wollten Hochwürden eigentlich nicht sinken. Abgezockt von vier Frauen, die sich der voluminöse Bayer zum mehrtägigen Liebesspiel in seine Wohnung bestellt haben soll! Im Bullen von Tölz steckt eben doch noch ein Stier. Doch der wurde bei den Hörnern gepackt: 32.580 Euro soll Fischer der Beweis gekostet haben, dass der Herbst auch noch ein paar schöne Tage hat. Die Horizontalen sollen seine Kreditkartenbelege zu ihren Gunsten frisiert haben - Mindestlohn mit anderen Mitteln. Als Fischer reklamierte, kam die Sexpolizei: Laut "Bild" kehrten die Damen noch einmal zurück, filmten ihren Besuch heimlich und legten das Material der Bank vor; Bilder, die jegliches Vorstellungsvermögen sprengen dürften! Otti schweigt zu alledem. Und Pfarrer Braun kommt seit Tagen aus dem Beichtstuhl nicht mehr raus.

Giulia in Puff-Love

Dorthin wird es Giulia Siegel nie schaffen. Wozu auch? Sie presst ihre intimen Ergüsse lieber zwischen Buchdeckel und legt die peinliche Matratzenbeichte gleich öffentlich ab: "Make her crazy". Die Nation ist jetzt um bahnbrechende Erkenntnisse reicher: Fräulein Siegel mag Doggystyle und Dirty Talk. Ja und!? Da können Freunde der gepflegten Einhandliteratur nur müde lächeln. Auch Komponisten-Papa Ralph ("Was hat sie, das ich nicht habe?") klingt gelangweilt: "Ich habe mit 63 genug Erfahrungen, dass ich Giulias Buch nicht brauche." Fragt sich nur, welche: Sein Töchterchen spielt am liebsten Puff! "Nutte und Freier" war nach ihren Angaben die bevorzugte Rollenverteilung beim Sex mit dem Ex: "Für einen Blowjob zahlte mir Josch 100 Sex-Dollar, für das anschließende Nümmerchen schob er mir noch mal 150 rüber."

Fast wie im richtigen Leben, Giulia! Ein anderer Partner zeichnete sich wie folgt aus: "Mika nannte mich 'geile Schlampe', 'kleine Nutte' oder 'süße Drecksau'. Und wisst ihr was? Ich fand das großartig." Ja sicher, und wir finden es super, dass wir das jetzt wissen! "Die Siegel ist in aller Munde" geifert die Große-Buchstaben-Zeitung. Und nicht nur dort.

Wie gut, dass es auch Promipaare gibt, denen Liebe, Geborgenheit und Treue noch etwas bedeuten. Ron Wood und Ekaterina Ivanova sind offenbar so glücklich miteinander, dass die 20-jährige Gespielin jetzt mit Selbstmord drohte. Ein Liebestod, schöner als bei Tristan und Isolde - und alles aus Eifersucht! Der Rolling Stone wollte seine 42 Jahre jüngere Freundin nicht dabeihaben, als er sich mit Noch-Gattin Josephine zum Dinner traf. Schnell flogen die Fetzen und Ekaterina kündigte an: "Ich werde mir das Leben nehmen!" Da zahlt sich aus, dass Wood über reichlich Lebenserfahrung verfügt und den Überspanntheiten seines russischen Liebesengels mit weisen und einfühlsamen Worten begegnen konnte: "Verpiss dich, du Schlampe", wird er zitiert. Es geht eben nichts über gute Manieren.

Die sind auch im Hause Glas an der Tagesordnung: Uschis Sohn Benjamin liegt es fern, seine Freundinnen zu beleidigen. Er würgt und boxt sie lieber gleich. Dafür wandert der 33-Jährige jetzt für weitere zehn Monate in den Bau. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn in dieser Woche mal wieder wegen Körperverletzung. Aber woher soll er's eigentlich besser wissen? Uschis Schauspielversuche erfüllen schließlich den gleichen Tatbestand - aber sie läuft immer noch frei rum.

Piekfeine Paris mit Aussetzern

So wie Paris Hilton. Doch dem It-Girl steht Ärger ins Haus: Nachtclubbesitzer Marcus von Anhalt ist mächtig böse auf die Blondine und will sie verklagen. Der Grund: Frau Hilton lag diese Woche lieber bedröhnt im Hotel als - wie vertraglich vereinbart - in seiner Frankfurter Herrengaststätte zu erscheinen. Sie kontert, von Anhalt solle mal die Luft anhalten: Der Laden sei eine Tabledancebar und daher ihrer unwürdig. Das ist zwar in sich unlogisch. Doch statt froh zu sein, um einen Abend mit Paris herumgekommen zu sein, will Marcus nun Schadensersatz verlangen. Offenbar kann man auch ohne adelige Inzucht einen Dachschaden haben. Aber was soll man vom Adoptivsohn eines angeheirateten Prinzen auch anderes erwarten?

War sonst noch was? Na klar: Howard Carpendale gab in der "Frau im Spiegel" mal wieder ein Lebenszeichen von sich und erklärte, keine Angst vor dem Tod zu haben. Was man am Ende seiner Karriere halt alles so sagt. Wahrscheinlich glaubt die südafrikanische Menschwerdung des Weichspülers an die künstlerische Unsterblichkeit. Oder an seine Wiedergeburt. Hierfür hätte Carpendale zumindest schon zu Lebzeiten den passenden Song parat: "Hello again!"


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