In insgesamt 38 Tatbeständen muss Marius Borg Høiby sich ab dem 3. Februar verantworten, darunter Misshandlung, Sachbeschädigung, Bedrohung und vier Fälle von Vergewaltigung. Die ersten Vorwürfe gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit drangen im August 2024 an die Öffentlichkeit, als eine Ex-Freundin ihn anzeigte. In einer Kettenreaktion meldeten sich immer mehr mutmaßliche Opfer zu Wort. Rund ein Jahr später erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mittlerweile 29-Jährigen.
Für das Verfahren gegen Marius Borg Høiby sind 28 Verhandlungstage angesetzt. Den mutmaßlichen Opfern wird während des Verfahrens besonderer Schutz eingeräumt. Lediglich zwei der insgesamt sechs betroffenen Frauen sind öffentlich bekannt. Marius' Mutter Mette-Marit und ihr Mann, Kronprinz Haakon, sind im Gerichtsaal nicht anwesend. Zudem herrscht ein striktes Fotoverbot.
Kronprinz Haakon meldet sich zu Wort
Mette-Marit entschuldigt sich für Epstein-Kontakt
In der Mitteilung schrieb der norwegische Hof einleitend: "Wir verstehen die starken Reaktionen auf das, was in den letzten Tagen bekanntgeworden ist." Mette-Marit distanziere sich entschieden von Epsteins Übergriffen und kriminellen Handlungen. Sie bedaure sehr, nicht früher erkannt zu haben, was für ein Mensch er war.
Ex-Partner des mutmaßlichen Opfers kommen zu Wort
Schlaf-Experte kommt zu Wort
Auch am vierten Prozesstag steht die Partynacht, die am 20. Dezember 2018 im Keller von Schloss Skaugum stattfand, im Fokus. Dazu werden heute weitere Zeugen vernommen. Auf der Zeugenliste stehen Freundinnen des mutmaßlichen Opfers, das in den norwegischen Medien "Skaugum-Frau" genannt wird. Auch der Ex-Lebensgefährte der "Skaugum-Frau" sowie ein psychologischer Sachverständiger als Experte für Schlafmedizin sollen befragt werden.
Zwei ehemalige Gardistinnen sagen über die betreffende Party-Nacht aus. Eine von ihnen erinnert sich in ihrer Aussage an die Situation, in der die "Skaugum-Frau", das mutmaßliche Opfer, den Gutshof verließ. Die Frau habe wach und gesprächig gewirkt, erklärt die Gardistin. Über Marius und die "Skaugum-Frau" sagt die Gardistin laut der norwegischen Zeitung "VG": "Es schien, als hätten sie eine gute Beziehung." Ihrer Aussage kommt vor allem deshalb Bedeutung zu, weil das mutmaßliche Opfer den letzten Teil des Abends als "schwarzes Loch" bezeichnet und glaubt, unter Drogen gesetzt worden zu sein.