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Trump-Anhänger stürmen Kapitol "Dies ist ein Staatsstreichversuch": Stars reagieren schockiert auf Kapitol-Sturm

Sehen Sie im Video: Trump-Anhänger stürmen das Kapitol – mindestens vier Menschen sterben.




In Washington sind Proteste von Anhängern des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump gegen Joe Bidens Wahlsieg mit einem Sturm auf das Parlament eskaliert. Mindestens vier Menschen kamen laut Meldungen der Polizei dabei ums Leben. Eine Person sei den Folgen einer Schusswunde erlegen, drei seien aufgrund medizinischer Notfälle gestorben. Aufgewiegelte Trump-Unterstützer hatten die Polizeiabsperrungen durchbrochen und waren in das Kapitol eingedrungen, während die Senatoren und Abgeordneten gerade dabei waren, den Sieg Joe Bidens vom November formell zu bestätigen. Die Sitzungssäle mussten evakuiert werden. Beamte zückten ihre Waffen und setzten Tränengas ein. Handyaufnahmen eines Beteiligten zeigen, wie Polizisten versuchen einer Frau zu helfen, die während des Einsatzes angeschossen wurde. Trump-Anhänger hielten sich in der Rotunde des Kapitols auf, strömten durch die Gänge und drangen in Büros ein. Vor dem Gebäude machten sich Hunderte auf den Stufen und rund um das Parlament breit und entrollten Trump-Flaggen. Es dauerte über drei Stunden, bevor die anfangs überforderte Polizei mit Hilfe von Nationalgardisten und dem FBI das Gebäude wieder sichern konnte und die Unruhestifter abzogen. Bürgermeisterin Muriel Bowser ordnete eine nächtliche Ausgangssperre an. 52 Menschen wurden festgenommen. Das FBI teilte mit, es habe zwei mutmaßliche Sprengsätze entschärft. Auch aus anderen Städten wie Denver, Phoenix und Salt Lake City wurden Proteste gemeldet. In Salem im US-Bundesstaat Oregon kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten. Hier hatten sich Anhänger der rechtsradikalen Gruppierung Proud Boys vor dem Parlament versammelt.
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Am Mittwochabend stürmten Anhänger Donald Trumps das US-Kapitol in Washington D.C.. Ein Angriff auf die Demokratie, der auch viele Hollywood-Stars schockiert hat. 

Viele Hollywoodstars haben auf den Sturm von Trump-Anhängern auf das US-Kapitol in Washington mit Empörung reagiert. "Dies ist ein Staatsstreichversuch, um einen Reality-TV-Star an der Macht zu halten", schrieb Schauspielerin Alyssa Milano auf Twitter. Niemand solle sich jetzt wundern, denn schon seit Monaten würden sie davor warnen, dass der scheidende US-Präsident Donald Trump zur Gewalt anstifte.

Angriff aufs Kapitol: Hollywood-Stars empört

"Trump ist nun völlig der wahnsinnige König und muss abgesetzt werden", schrieb Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino auf Twitter. "Dies ist ein trauriger Tag für Amerika", kommentierte Pop-Star Pink auf Twitter. Als US-Bürgerin und Tochter von zwei Veteranen schäme sie sich für Verlogenheit und Heuchelei in Washington.

"Wo ist die Nationalgarde? Wo sind die Gummigeschosse? Warum wird diese Meute nicht verhaftet?", lamentierte Filmemacher Michael Moore. Nach dem Ansturm Hunderter Unterstützer des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump waren zahlreiche Menschen offenbar ungehindert in das Parlamentsgebäude eingedrungen.

"Dann würden Bäche von Blut durch die Straßen fließen"

"Stellt euch vor, das wären unsere Leute gewesen", schrieb Trump-Kritiker Mark Ruffalo auf Twitter: "Dann würden Bäche von Blut durch die Straßen fließen und keiner von uns wäre bewaffnet." Der Schauspieler äußerte unter dem Hashtag #Staatsstreich die Vermutung, dass die Protestierenden freie Hand gehabt hätten. Auch Ruffalos Marvel-Kollege Chris Evans äußerte sich auf Twitter schockiert. "Ich bin sprachlos. Man stelle sich das Gemetzel vor, wären sie nicht weiß gewesen. So viele Menschen haben das möglich gemacht", schrieb er dort.Mit ein paar Worten hätte Trump seine Anhänger rasch stoppen können, schrieb Regisseur James Gunn auf Twitter. Doch er habe zu lange gewartet. Schauspieler Rainn Wilson sprach von einem "Angriff durch Terroristen".

Auch Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, meldete sich zu Wort. "Ich hoffe, dass alle unsere Politiker heute auf der Seite der Wähler stehen", mahnte der Republikaner. "Ich werde das überwachen", schrieb er auf Twitter. Dazu verlinkte der Trump-Kritiker einen Gastkommentar, den er am Tag zuvor für die Zeitung "The Economist" geschrieben hatte. Darin rief er seine Parteikollegen auf, Trump zu stoppen und die Wahl von Joe Biden anzuerkennen. Es sei "dumm, verrückt und bösartig" das Wahlergebnis infrage zu stellen. 

ls/dpa

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