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Anspielung auf Drogen: Madonnas Streit mit der Maus

Nach einer umstrittenen Äußerung von Madonna auf einem ihrer Konzerte hat DJ Deadmau5 der Popsängerin vorgeworfen, den Konsum von Drogen öffentlich gutzuheißen. Madonna kontert mit einem Foto, das sie mit Mickey-Maus-Ohren zeigt.

Von Frank Siering, Los Angeles

Damit hatte wohl auch Madonna nicht gerechnet. Ihr scheinbar harmloser Kommentar bei einem Konzert in Florida löste eine echte Kontroverse aus. Beim Ultra Music Festival in Miami brüllte das Material Girl dem überwiegend jungen Publikum "Wie viele Leute im Saal haben Molly gesehen?" entgegen. "Molly" ist Slang für einen Zusatz von Ecstasy, jene Droge, die vor allem bei jungen Fans von sogenannter elektronischer Tanzmusik noch immer hoch im Kurs steht. Und von denen waren an jenem Abend sehr viele anwesend.

Dem anerkennenden Jubeln in der Halle war zu entnehmen, dass eine ganze Reihe der Besucher "Molly" gesehen hatten. Madonna lächelte zufrieden, ihr Stunt war geglückt. Versucht die 53-Jährige doch derzeit mit ihrem neuen Album "MDNA" krampfhaft Anschluss an die moderne Tanzmusik und die damit verbundene Kaufkraft zu finden, bevor sie zu ihrer Welttour aufbricht.

Womit sie nicht gerechnet hatte, war Kritik aus den eigenen Reihen. Gar nicht lustig nämlich fand DJ Deadmau5, einer der bekanntesten Discjockeys der Welt, den Auftritt von "Madge" in Miami. Er warf der Sängerin vor, den Konsum von Drogen öffentlich gutzuheißen.

Verkehrte Welt

Via Facebook griff der DJ, der meist in einem Kostüm mit übergroßen Mickey-Maus-Ohren auftritt, Madonna direkt an: "Sehr klassisch, Madonna", schrieb er da voller Zynismus. "Was für eine nette Botschaft an die jungen Fans. Immer auf große Philantrophin machen, aber wenigstens hip und trendy. Kann mir gar nicht hart genug gegen den Kopf hauen im Moment. Was für eine verdammte Idiotin."

Das saß. Immerhin hat auch Deadmau5 Millionen von Fans, legt seine Platten, auch die von Madonna, in riesigen Stadien auf. Und wenn einer wie er einen musikalischen Superstar angreift, dann darf dieser das nicht einfach so zur Seite wischen. Das weiß selbstredend auch die smarte Madonna. Gewitzt und - wie immer - recht publicityträchtig wehrte sie sich gegen die Angriffe von Deadmau5, der im wirklichen Leben Joel Thomas Zimmerman heißt und aus Kanada stammt.

Sie habe in keinster Weise Drogen gutzuheißen versucht, ließ sie am Dienstag via Twitter vermelden. Im Gegenteil: "Ich unterstütze keinen Drogenkonsum, werde es auch niemals tun", so das Material Girl.

"Bitte erst anrufen"

Und mit ihrer "Molly-Referenz" sei lediglich der Song "Have you seen Molly" gemeint gewesen, ein Song, den ihr bester Freund Cedric Gervais geschrieben hat. Um ihrer halbgaren Entschuldigung den nötigen Nachdruck zu verleihen, ließ sich die Sängerin für Twitter auf einem Bett fotografieren - mit Mickey-Maus-Ohren beschmückt.

Deadmau5 antwortete: "Okay, fair ist fair. Danke, dass du es aufgeklärt hast. Dennoch: Du solltest ein bisschen besser aufpassen, was du da jungen Leuten entgegenrufst. Auch ich werde mein Mundwerk im Zaume halten." Das letzte Wort freilich hatte dann doch Madonna. Ihrem jungen Kritiker twitterte sie zu, dass die meisten Probleme durch eine gute Kommunikation gelöst werden könnten. Beim nächsten Mal solle der DJ doch "bitte erst anrufen", bevor er einen Twitterkrieg mit der Grand Dame der Popmusik anzetteln wolle. Bleibt die Frage, ob Madonnas Nummer im öffentlichen Telefonbuch geführt wird.