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Ehemaliger US-Präsident Barack Obama sah seinen Vater mit zehn Jahren zum letzten Mal: "Er war ein Fremder"

Barack Obama und sein Vater
Barack Obama im Alter von zehn Jahren (r.) und sein Vater bei ihrem letzten Treffen
© AP Phot/Obama for America
Als Barack Obama zwei Jahre alt war, verließ sein Vater die Familie. Vater und Sohn sahen sich nur noch einmal wieder. Im Podcast mit Bruce Springsteen hat der ehemalige US-Präsident über dieses Treffen gesprochen.

Auf dem Foto scheinen sich Vater und Sohn gut zu verstehen, der Mann legt seinen Arm um den lächelnden Jungen. Die Wahrheit hinter dem Bild, das Barack Obama auf seinem Instagram-Account gepostet hat, sieht anders aus. Obama und sein Vater sahen sich auf jenem Foto zum ersten Mal, seit sein Vater die Familie verlassen hatte – und zum letzten Mal, berichtete der frühere US-Präsident.

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Sein Vater, der ebenfalls Barack Obama hieß, wurde in Kenia geboren und lernte während seines Studiums auf Hawaii die Mutter des späteren Präsidenten kennen. Er verließ Frau und Kind, als sein Sohn zwei Jahre alt war, und kehrte nach Kenia zurück. Erst acht Jahre später kam es zu dem Wiedersehen, welches das Foto eingefangen hat. Obamas Vater reiste damals für einen Monat in die USA, um seinen Sohn zu besuchen. Die beiden besuchten ein Konzert, sein Vater schenkte ihm damals seinen ersten Basketball, erinnert sich der heute 59-Jährige.

Barack Obamas Vater starb, bevor sein Sohn ihn besuchen konnte

Es sollte das letzte Treffen von Vater und Sohn bleiben. Barack Obama senior, in seiner Heimat Kenia ein angesehener Ökonom und Regierungsberater, schrieb seinem Sohn später noch einen Brief, gesehen haben sich die beiden allerdings nicht mehr. In ihrem Podcast "Renegades: Born in the USA" sprachen Obama und Musiker Bruce Springsteen über das Verhältnis des Ex-Präsidenten zu seinem mittlerweile verstorbenen Vater.

Er habe seinen Vater als Student noch einmal in Kenia besuchen wollen, um sich selbst besser zu verstehen, erzählte Obama. Doch dazu kam es nie. Obama senior starb bei einem Autounfall im Alter von nur 48 Jahren. 

Ehemaliger US-Präsident: Barack Obama sah seinen Vater mit zehn Jahren zum letzten Mal: "Er war ein Fremder"

Obama: "Ich kannte ihn nicht wirklich"

So konnte Barack Obama zu seinem Vater nie ein wirkliches Verhältnis aufbauen. "Ich kannte meinen Vater nicht wirklich", fasst er zusammen. Der Besuch seines Vaters in den USA hat den damals Zehnjährigen offenbar eher irritiert: "Ich hatte keine Verbindung zu diesem Typen. Er war ein Fremder, der plötzlich in unserem Haus auftauchte. Und dann war er wieder weg."

Dennoch habe ihn die gemeinsame Zeit im Rückblick in zweierlei Hinsicht geprägt. Sein Vater habe ihn zu einem Konzert des Jazz-Musikers Dave Brubeck mitgenommen, daraus habe sich sein frühes Interesse für Jazz entwickelt. Als er später seine Halbgeschwister in Kenia kennengelernt habe, sei ihm klargeworden, wie gut es für ihn gewesen sei, nicht dort gelebt zu haben. Sein Vater habe "mit vielen Dingen" Probleme gehabt, erzählt Obama: "Daraus sind Chaos und Zerstörung und Wut und tiefe Wunden entstanden. Ich musste mich damit nicht auseinandersetzen." 

Obama und Springsteen prangern Erwartungen an Männer an

Obama, selbst Vater von zwei Töchtern, bezeichnet seinen eigenen Vater und den von Bruce Springsteen als "fehlerhafte Vorbilder". In der Podcast-Episode sprachen der Politiker und der Rockstar über toxische Männlichkeit und gesellschaftliche Erwartungen an Männer und Jungen. Zu oft liege die Betonung darauf, nach außen stark zu wirken statt sich anderen gegenüber sensibel und freundlich zu verhalten, so Obama. Das habe sich seit seiner Kindheit leider nicht verändert.

Quellen: Barack Obama auf Instagram / Podcast "Renegades: Born in the USA"

epp

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