Bette Midler Eine Rose wird 60

Sie lacht gerne und oft, doch jetzt wäre es ihr fast vergangen. Dieses Bekenntnis kommt lachend aus dem frechen Mund von Bette Midler, kurz vor ihrem 60. Geburtstag.

"Erst wollte ich in eine richtige Depression verfallen, aber nun denke ich, was soll's...", gestand sie kürzlich der New York Times. Am 1. Dezember feiert "Die göttliche Miss M" das runde Jubiläum. Gleichzeitig begeht sie das zehnjährige Bestehen ihres "New York Restoration Project".

Statt einem eigenen Face-Lift verschönert die Entertainerin verdreckte Gärten und Parkanlagen in New York. Mit freiwilligen Helfern hat Midler in zehn Jahren über 80.000 Tonnen Müll aus Grünflächen beseitigt. Pop-Star Elton John flog vor einem Monat eigens zu einer Benefiz-Gala für Midlers Projekt und für ein verfrühtes Geburtstagsständchen ein.

Ulknudel mit Tiefgang

Midlers Tiefgang und Engagement wurden oft von ihren frivolen Sprüchen, der frechen Schnauze und doppeldeutigen Witzen übertönt. Anfang der 70er Jahre katapultierte die nur 1,55 Meter große Blondine mit der Rockoper "Tommy" und dem Album "The Divine Miss M." auf die Weltbühne. Ihr Handwerk lernte sie als Nachtclub-Sängerin mit Auftritten im New Yorker Schwulen-Club "Continental Bath" - mit Barry Manilow am Piano. Seither sammelte sie vier Grammy-Trophäen, drei Emmy-Fernsehpreise, zwei Golden Globes, zwei Oscar-Nominierungen, einen Broadway-Tony und neun begehrte Comedy-Preise.

Vielleicht spielte "Bette" bei dieser Traumkarriere eine Rolle. Von ihrer Mutter nach Hollywoodstar Bette Davis benannt, hatte sie nichts anderes im Sinn, als auf der Bühne zu stehen. In Honolulu auf Hawaii als Tochter eines Anstreichers geboren, verdiente sich Midler das Geld für den Schauspielunterricht erst als Arbeiterin in einer Ananasfabrik, später in New York als Gogo-Tänzerin.

Leinwand-Debüt mit einer Charakterrolle

Nach Broadway-Auftritten und Erfolgen als Comedy-Star und Sängerin gab Midler mit einer Charakterrolle ihr Leinwand-Debüt. Mit dem Film "The Rose", in dem sie Aufstieg und Ende der Rock- und Blues-Sängerin Janis Joplin darstellte, holte sie sich gleich eine Oscar-Nominierung. Doch Hollywood legte die freche Blondine lieber auf Komödien fest.

Durch Hits wie "Zoff in Beverly Hills", "Ruthless People" und "Zwei Mal Zwei" wurde sie in den 80er Jahren zu Hollywoods Top-Verdienerin. An der Seite von Danny DeVito glänzte sie dann in "Schnappt Shorty", und mit Diane Keaton und Goldie Hawn als rachsüchtige Ehefrauen im "Club der Teufelinnen".

Aufmüpfig und so bescheiden

Wer würde der aufmüpfigen Midler, die kein Blatt vor den Mund nimmt, einen Auftritt als perfekt-angepasste Hausfrau abnehmen. So durfte sie im letzten Jahr in der skurrilen Horror-Komödie "Die Frauen von Stepford" neben braven Ehefrauen als unordentliche Quertreiberin aus der Rolle fallen. Im wirklichen Leben ist Midler seit über zwanzig Jahren mit dem deutschen Performance-Künstler Martin von Haselberg verheiratet. Die 19-jährige Tochter Sophie hat jüngst das Elternhaus fürs College verlassen.

Nach über zwei Jahrzehnten in Hollywood lebt Midler seit Mitte der neunziger Jahre wieder in New York. "Die Erdbeben waren ein Grund", sagt sie nach dem Umzug - "und ich wollte wieder in einer Stadt leben, wo ich über was anderes reden konnte als über Einkommen." Dabei könnte sie so gut mitreden. Weltweit hat Midler schon über 15 Millionen Platten verkauft. Mit "Bette Midler Sings The Penny Lee Songbook" ist jetzt ihr zwanzigstes Album auf dem Markt.

Barbara Munker/DPA DPA

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