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Anhörung im Londoner Familiengericht: Boris Becker zwischen Insolvenzverfahren und Scheidungsprozess

Es gab schon bessere Jahre im Leben des Boris Becker. Er steckt mitten in einem Insolvenzverfahren und lässt sich scheiden. Die Tennis-Legende selbst spricht von "Höhepunkten und Tiefschlägen".

Boris Becker ist Optimist geblieben. Gesundheitlich gehe es ihm besser, sagte der Ex-Tennisstar bei der Spendengala ""Ein Herz für Kinder" (Archivbild).

Boris Becker ist Optimist geblieben. Gesundheitlich gehe es ihm besser, sagte der Ex-Tennisstar bei der Spendengala ""Ein Herz für Kinder" (Archivbild).

DPA

"Einvernehmlich und freundschaftlich" hätten sie sich getrennt, ließen Boris und Lilly Becker im Mai per Anwalt verkünden. Doch etwas über ein halbes Jahr später ist der Frieden dahin. Lilly Becker (42) hält ein Liebes-Comeback für ausgeschlossen. "Es ist zu viel passiert", sagte sie kürzlich im RTL-Jahresrückblick. Für diesen Montag hat das Londoner Familiengericht eine Anhörung geplant. Ob das Ex-Paar dort sein wird, blieb unklar. 

Sie könne nicht mit einem Mann befreundet sein, der sie so maßlos enttäuscht habe, sagte das niederländische Model. Was es so schlimm mache: dass alles in der Öffentlichkeit passiere. Das Wichtigste bei der Scheidung ist für Lilly Becker, dass die Zukunft des gemeinsamen Sohnes Amadeus (8) geregelt ist. Auch der Ex-Tennisstar betonte in einem Sat.1-Interview: "Der Hoffnungsschimmer ist, dass wir uns als Eltern fair unserem Sohn gegenüber verhalten." 

Boris Becker ist vierfacher Vater

Amadeus ist nicht das einzige Kind des 51-Jährigen. Boris Becker ist vierfacher Vater. Mit seiner Ex-Frau Barbara hat er die Söhne Noah (24) und Elias (19). Und aus der sogenannten Besenkammer-Affäre mit Angela Ermakova in Großbritannien stammt Tochter Anna (18).

Schon kurz nachdem Becker 2005 Lilly kennenlernte, war die Beziehung von Aufs und Abs geprägt. Vor der pompösen Hochzeit 2009 verließ Becker sogar das Model und verlobte sich mit Sandy Meyer-Wölden, der Tochter seines früheren Managers. Nach drei Monaten kehrte der dreifache Wimbledon-Sieger reumütig zurück. Noch vor einem Jahr - zu seinem 50. Geburtstag - machte Lilly Becker ihrem Boris eine öffentliche Liebeserklärung: "Du hast mir ein Leben geschenkt, von dem wahrscheinlich alle Mädchen träumen." Nun ist alles aus. 

Mitten im Insolvenzverfahren

Pech in der Liebe - und auch noch beim Geld: In London steckt die Sportskanone mitten in einem Insolvenzverfahren, das erst kürzlich auf unbestimmte Zeit verlängert wurde. Zwischendurch sagte der 51-Jährige, er sei Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik. Daher genieße er diplomatische Immunität und könne nicht mehr von seinen Gläubigern belangt werden. Einige Regierungsvertreter aus dem bitterarmen Land wussten davon nichts. Inzwischen beruft sich Becker in dem Verfahren nicht mehr auf seinen angeblichen Diplomatenstatus.

Kurz nach seiner Trennung von Lilly strahlte Boris Becker auf einer Veranstaltung in Hamburg noch Optimismus aus. "Ich bin froh, wo ich heute bin, und bereue nichts." Und zu seiner finanziellen Situation sagte er damals: "Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels."

"Ich bin gesund"

Inzwischen klingt er etwas pessimistischer: "Wie jedes Jahr hat auch dieses wieder Höhepunkte und Tiefschläge gehabt. Manche davon sind bekannt, manche nicht", sagte Becker am vergangenen Wochenende am Rande der Spendengala "Ein Herz für Kinder" in Berlin. Aber Becker setzt Prioritäten: "Meiner Familie geht es gut, ich bin gesund und kann nach wie vor kraftvoll zubeißen. Das ist das Wichtigste."

Wie wird er angesichts der bevorstehenden Scheidung in diesem Jahr Weihnachten feiern? "Das wissen wir alle noch nicht ganz genau", sagte er in Berlin. "Wir sind alle in London ... und werden die beste Lösung für die Kinder finden." Auf 2019 blickt er schon wieder positiv. Das Jahr beginne für ihn gut - als Kommentator der Australian Open. Der Schritt in die Sonne und "ein bisschen Abstand von Zuhause" seien ein schöner Anfang, sagte Becker.

Lilly Becker im Interview über die gescheiterte Beziehung zu Boris
Silvia Kusidlo und Christoph Meyer, DPA