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Chelsea Clinton heiratet: Offizielle Geheimniskrämerei

Die Hochzeit von Chelsea Clinton kostet nach Schätzungen von Experten zwischen zwei und drei Millionen Dollar. Denn auch wenn die Tochter des ehemaligen Präsidenten probiert die Details ihrer Hochzeit geheim zu halten, dringen immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit.

Die Details werden wie Staatsgeheimnisse gehütet und der Ort des Ereignisses ist noch immer nicht offiziell. Doch das hält die Kleinstadt Rhinebeck im US-Staat New York nicht davon ab, die letzten Vorbereitungen für die wohl spektakulärste US-Hochzeit des Jahres zu treffen. Am Samstag heiratet die frühere Präsidententochter Chelsea Clinton den Investmentbanker Marc Mezvinsky. Die idyllische Stadt mit knapp 8.000 Einwohnern ist im Hochzeitsfieber - und ganz Amerika schaut zu.

Vor den Läden hängen Schilder mit Glückwünschen für das Brautpaar, die örtlichen Behörden bereiten sich auf den Ansturm vor und Einwohner erklären Fernsehteams, was sie davon halten, dass die einzige Tochter von Expräsident Bill Clinton und US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton ausgerechnet in ihrer Stadt am Hudson vor den Traualtar treten könnte.

Eigentlich darf keiner etwas wissen, aber es gilt so gut wie sicher, dass die 30-jährige Chelsea Clinton und ihr Bräutigam am Samstagabend auf dem stattlichen Anwesen Astor Courts heiraten. Das Gebäude wurde vor mehr als einem Jahrhundert für den Millionär John Jacob Astor IV. errichtet. Es bietet Besuchern einen traumhaften Blick über das Tal des Hudson, der schon früher Malern als Quelle der Inspiration diente. Als Schauplatz für eine Hochzeit dürfte das knapp 145 Kilometer nördlich der Stadt New York gelegene Anwesen eine naheliegende Wahl sein.

Zudem verfügt das mehr als 20 Hektar große Grundstück über ausreichend Platz, um die zu der Clinton-Hochzeit erwarteten prominenten Gäste vor Schaulustigen abzuschirmen. Vergangene Woche wurden zwei norwegische Journalisten festgenommen, weil sie sich verbotenerweise Zugang zum Gelände von Astor Courts verschafft haben sollen.

Die bekannten Hochzeitsgäste - unter anderem soll US-Moderatorin Oprah Winfrey eine Einladung erhalten haben - werden Berichten zufolge im Hotel Beekman Arms untergebracht. Doch der Mann an der Rezeption erklärte am Mittwoch höflich, er könne nichts kommentieren, das in irgendeiner Weise mit dem Wochenende in Verbindung stehe.

Ähnlich geheimnisvoll geben sich Mitarbeiter des Clinton Vineyards, eines nahe gelegenen Weinguts. Auch wenn die Inhaber nicht mit der prominenten Politiker-Familie verwandt sind, käme der Name auf den Weinflaschen bei der Hochzeit bestimmt gut. Zudem steht der Betrieb den Clintons politisch nahe: Die Winzer produzierten für die Wahlkämpfe Bill und Hillary Clintons spezielle Siegesweine.

Während sich die Beteiligten an der Hochzeit nach wie vor in Schweigen hüllen, sieht es bei den Medien anders aus. Die Boulevard-Website tmz.com gab vor zu wissen, dass auf der Feier "Dancing Queen" von der schwedischen Band Abba gespielt werden soll.

Rede und Antwort, zumindest zum finanziellen Rahmen des Großereignisses, stehen Hochzeitsplaner, die nicht für die Clinton-Zeremonie verantwortlich sind. Nach Schätzungen der Experten belaufen sich die Kosten für das prominente Fest auf bis zu fünf Millionen Dollar (knapp vier Millionen Euro).

Die Stimmung in Rhinebeck ist überwiegend gut. Ladenbesitzer erhoffen sich aus dem Großereignis ein Umsatzplus. In einem Geschäft wurden passend zum Anlass Bilder der Clintons aufgehängt. Die offizielle Geheimniskrämerei scheint die meisten Einwohner nicht zu stören. Chelsea Clinton habe während der Präsidentschaft ihres Vaters turbulente Zeiten durchstehen müssen, erklären sie. Die Familie verdiene jetzt ein wenig Privatsphäre.

Doch nicht alle Einwohner von Rhinebeck freuen sich, im Zentrum des Geschehens zu stehen. Manche fragen sich, wieso so kurz vor der Hochzeit noch immer Details des Festes verheimlicht werden. Andere machen sich über ganz Alltägliches Gedanken. Sie befürchten, es könne aufgrund der Hochzeit in ihrer Heimatstadt zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Michael Hill, APN / APN