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Hochzeit von Chelsea Clinton: Chelsea & Marc in Love

Wenig A-Promis und kaum Wahlhelfer - Chelsea Clinton hält Privates gern privat und feierte ihre Hochzeit mit Marc Mezvinsky, wie sie es sich gewünscht hatte: Im Kreis der Familie

Von Ulrike von Bülow

Es war 19.23 Uhr Ortszeit an der amerikanischen Ostküste, als die Eltern Clinton es endlich zugaben: Ja, unsere Tochter hat geheiratet! In einer hochoffiziellen Erklärung, die zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht wurde, teilten Hillary und Bill Clinton mit, dass sie "mit großem Stolz und unermesslicher Rührung" verfolgt hätten, wie "Chelsea und Marc in einer wunderschönen Zeremonie im Kreise von Familie und engen Freunde" getraut worden seien. Das klang insofern erleichternd, als dass es schien, als habe die Braut ihre Hochzeit mit boyfriend Marc Mezvinsky so gefeiert, wie sie sich das gewünscht hatte. Und nicht so, wie man ihr das aufquatschen wollte: groß und berühmt.

Chelsea Clinton erschien denn auch sehr glücklich: Kurz vor Mitternacht wurden drei, vier Hochzeitsfotos herausgegeben, auf denen die Braut in einem trägerlosen, weißen Kleid von Vera Wang zu sehen ist – Chelsea eingehakt bei Vater Bill, der sie zum Altar führt. Chelsea frisch getraut mit Mezvinsky, seine Hände in ihren haltend. Oder Chelsea mit ihren Eltern und dem Gatten, alle hübsch strahlend, die Brautmutter in einer dunkelroten Abendrobe von Oscar de la Renta. Dazu Sonnenschein. "Wir hätten um keinen schöneren Tag bitten können", so die Eltern Clinton in ihrer Mitteilung, "um den Beginn ihres gemeinsamen Lebens zu feiern; wir sind so glücklich, Marc in unserer Familie willkommen zu heißen".

Interkonfessionelle Zeremonie

Getraut wurden die jungen Leute – sie eine Methodistin, er ein Jude – von dem Rabbi James Ponet und dem Pfarrer William Shillady; laut "New York Times" war es eine interkonfessionelle Zeremonie, die da abgehalten wurde. Viel mehr war im Laufe des Abends nicht zu erfahren. Chelsea Clinton, 30 und das einzige Kind des politischen Powerpaares Hillary & Bill, ist ja keine Freundin des Rampenlichts. Sie war ein junges Mädchen, das zufällig im Weißen Haus aufwuchs, als die Ehe ihrer Eltern – ergo: die Seitensprünge ihres Vaters – in den Medien seziert wurde, und das scheint sie geprägt zu haben; Chelsea Clinton hält Privates gern privat. Die Heirat mit Marc Mezvinsky, 32 und Investment-Banker, die am Samstag in Rhinebeck im Bundesstaat New York vollzogen wurde (160 Kilometer nördlich von New York City), behandelte sie so geheim wie nur möglich; bis Samstag, 19.23 Uhr, gab es von ihrer Seite keine öffentliche Bestätigung dafür. Dafür gab es große Aufregung in den Medien, die sonst etwas herbei spekulierten und meinten, von einer Wahnsinnsgästeliste zu wissen. Obama kommt! Und Oprah! Spielberg!! Die Streisand!!!

Aber ganz so prominent kam es dann doch nicht. Genau genommen waren so wenig "A-Listers" zugegen, dass der Schauspieler Ted Danson, ein alter Freund der Clintons, der mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Mary Steenburgen, nach Rhinebeck gekommen war, am Samstagnachmittag schon fragte: "Sind wir denn die einzigen Berühmtheiten im Ort?" Beinahe sah es so aus, doch dann wurde immerhin noch Madeleine Albright gesichtet, die einst unter dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton jenen Job inne hatte, den Hillary Clinton heute unter Barack Obama ausübt: den der Außenministerin. Und auch Steve Bing feierte mit, jener superreiche Filmproduzent, der es einst als Erzeuger von Liz Hurleys Sohn Damian in die Klatschspalten geschafft hatte.

Polit-Promis mussten draußen bleiben

Insgesamt war von 400 bis 500 Gästen die Rede, die zur Trauung von Chelsea Clinton kamen, einem "reizenden Mädchen, ganz reizend", wie Ted Danson sagte. "Ich kenne sie von klein auf und deshalb ist das ein großer Augenblick", sprach Mary Steenburgen. In Rhinebeck, einem 8000-Einwohner-Städtchen, versammelten sich denn auch ein paar hundert Schaulustige, die schon am Freitagmittag Bill Clinton dabei beobachten konnten, wie er zum Lunch ins Restaurant "GiGi" ging – mit seinem Bruder Roger und Mutter Mezvinsky; Mutter Clinton traf erst am späten Freitagabend ein.

Die Hochzeit der Tochter war eine große Herausforderung für die Eltern Clinton, denn Chelsea hatte gesagt: Ich lade nur Menschen ein, die etwas mit mir etwas zu tun haben. Sie wünschte es echt, nicht aufgesetzt. Manch treuer Wahlkampfspender von Mutti und/oder Vati musste darum draußen bleiben, was in Washington D.C. für große Aufregung gesorgt hatte: Bist Du dabei – oder nicht? Das war die Frage der letzten Wochen in der Hauptstadt. Nur wer mitfeiern durfte, gilt noch als "close to the family". Geheiratet wurde im mehr als 100 Jahre alten Anwesen "Astor Courts" mit Blick auf den Hudson River. Zur Hochzeit bekamen die jungen Leute die Präsidentschaftsbehandlung: die Zufahrt nach "Astor Courts" war ab Samstagnachmittag gesperrt, dito der Luftraum über Rhinebeck. Bis 3.30 Uhr am Sonntagmorgen – dann sollte die Party vorbei sein.