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Donald Sutherland: 80. Geburtstag einer Hollywood-Legende

Der Oscar blieb ihm bisher versagt. Was Donald Sutherland zur Legende macht, ist die Vielfalt seiner Charaktere. Weit über 170 Rollen hat er gespielt und keine von Hollywoods Sparten ausgelassen.

Donald Sutherland

Donald Sutherland lässt sich auch von seinem Alter nicht vom Drehen abhalten. Demnächst ist er in "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2" im Kino zu sehen.

Das Alter lässt sich nicht verleugnen. Donald Sutherland ist schlohweiß geworden, die Zwei-Meter-Figur leicht gebeugt. Aber seine Augen funkeln, und das Filmportal IMDb verrät, dass Sutherland unermüdlich weiter dreht. Wenigstens drei neue Filme mit der Hollywood-Legende kommen demnächst in die Kinos, darunter "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2" mit ihm als Präsident Coriolanus Snow. Zwischendurch ist ein Familienfest angesagt. Der Filmstar und fünffache Vater wird an diesem Freitag 80 Jahre alt.


Anders als viele seiner Kollegen hat Sutherland privat dem Sog von Hollywood widerstanden. Der gebürtige Kanadier lebt auch nach mehr als fünf Jahrzehnten Filmkarriere noch in der Heimat. Mit seiner dritten Ehefrau Francine Racette zog er sich in den einsamen Osten der Provinz Québéc zurück. Das Paar hat drei gemeinsame Söhne, Rossif, Roeg und Angus. Kiefer (48), der bekannteste Spross des Sutherland-Klans und erfolgreich wie der Vater, sowie seine Zwillingsschwester Rachel stammen aus einer früheren Ehe.

Er wagt sich an jedes Genre

Was den Senior auszeichnet, ist vor allem seine Wandlungsfähigkeit. Er hat das Talent, den unterschiedlichsten Rollen seinen Stempel aufzusetzen. Ob Horror, Thriller, Kriegs- und Historiendrama, Comedy, Musical oder TV-Spektakel, Donald Sutherland wagt sich an alles. Der Kriegsklassiker "Das dreckige Dutzend" war sein erster internationaler Erfolg. Zur gleichen Zeit stand er für die leichte Komödie "Die französische Revolution fand nicht statt" vor der Kamera.

Den Durchbruch brachte ihm die Rolle des respektlosen Arztes Hawkeye Pierce in Robert Altmans Militär-Satire "M.A.S.H". Ein Jahr darauf brillierte er als Privatdetektiv in Alan J. Pakulas Psychothriller "Klute" an der Seite von Jane Fonda. Sie gewann einen Oscar, Donald ging leer aus. Allerdings nicht ganz, denn die beiden Stars wurden auch privat ein Liebespaar und engagierten sich gemeinsam gegen den Vietnamkrieg.

"Acht Stunden lag ich nackt neben ihr"

Später schrieb Sutherland mit der Rolle eines trauernden Kunstrestaurators in Nicholas Roegs subtilem Horrorfilm "Wenn die Gondeln Trauer tragen" ein Stück Filmgeschichte. Sein Problem waren die Bettszenen mit Julie Christie: "Acht Stunden lag ich nackt neben ihr, und die Liebesszene wollte einfach nicht gelingen".

In "Die Augen des Wolfs" spielte Sutherland den französischen Maler Paul Gauguin nach dessen Rückkehr aus der Südsee. Er war Federico Fellinis "Casanova" und der faschistische Gutsbesitzer Attila in Bertoluccis "1900".

Eigentlich wollte er Ingenieur werden

Es gibt nur wenige Hollywoodstars, mit denen der Kanadier nicht vor der Kamera stand. Marlon Brando, Charles Bronson, Telly Savalas und Rex Harrison gehören zu denen, die er überlebte, Dustin Hoffman, Morgan Freeman zu seinen Filmpartnern von heute. Mit der jungen Charlize Theron knackte er Tresore ("The Italian Job - Jagd auf Millionen") und Jennifer Lawrence (Katniss Everdeen) setzte er als eiskalter Herrscher von Panem unter Druck.

Sutherland arbeitete unter legendären Regisseuren wie Claude Chabrol und Louis Malle, Ken Russell und Nicholas Roeg, John Schlesinger und Werner Herzog. Dabei hatte er ursprünglich eine Laufbahn als Ingenieur eingeschlagen. Doch sein Auftritt auf einer Studentenbühne in Toronto machte Kritiker aufmerksam. Sie drängten ihn, die Technik an den Nagel zu hängen. Donald hielt durch, bestand alle Prüfungen und ging erst dann zur Schauspielerei über.

Gisela Ostwald/DPA
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