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Dr. House-Schauspielerin Olivia Wilde: Keine Dates, nur Abenteuer

Hollywood-Starlet Olivia Wilde verabschiedet sich von Dr. House und will dafür im Kino ordentlich durchstarten. In "Wie ausgewechselt" darf sie sich erst einmal an die Brüste fassen lassen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Kinostar, Model, gern gesehener Gast auf dem roten Teppich: Olivia Wilde hat alles, kann alles - und noch ein bisschen mehr. Die amerikanische Schauspielerin war schließlich sogar schon einmal mit einem italienischen Prinzen verheiratet. Okay, die Ehe scheiterte, aber die Lust auf Beziehungen hat die 27-Jährige dennoch nicht verloren. "Klar glaube ich an die Liebe, aber es ist nicht gut, wenn man sich immer nur über eine andere Person definiert", sagt der frisch geschiedene Single heute.

Dieser Tage macht das "schönste Gesicht Hollywoods" ("New York Post") nicht nur mit ihrem Privatleben Schlagzeilen. Auch beruflich geht es mächtig hektisch zu.

Zum einen spielt sie in der neuen Komödie "Wie ausgewechselt" neben Ryan Reynolds und Jason Bateman die Freundin vom "Sexiest Man Alive" (Reynolds, nicht Bateman), zum anderen läutet sie ihren Abschied aus der TV-Serie "Dr. House" ein. Darin spielt sie die bisexuelle Dr. Remy "Thirteen" Hadley.

Angst vor einem richtigen Date

Über ihren langsamen TV-Abgesang - in den USA läuft schon in der nächsten Woche die allerletzte Folge - sagt sie: "Thirteen ist krank (Huntington Krankheit, d.Red.), sie weiß nicht, wieviel Zeit ihr noch bleibt." Hört sich ein bisschen nach der Suche für eine Erklärung an. Als hätte sie sich noch nicht wirklich damit abgefunden, dass die Show, die ihr zum Durchbruch verholfen hat, sich tatsächlich dem unausweichlichem Ende neigt.

Nur gut, dass TV-Stars auch auf die große Kinoleinwand wechseln können. Wilde, die Tochter von zwei investigativen Journalisten und Produzenten, scheint diesen kleinen Schritt mit Bravour zu meistern.

Im stern.de-Interview spricht sie unter anderem über ihre Rolle in dem gerade in den deutschen Kinos angelaufenen Streifen "Wie ausgewechselt", ihre Angst vor einem richtigen Date, und dem Nackigmachen vor Ryan Reynolds.

Olivia, ihre Eltern arbeiten als investigative Journalisten. Macht es ihnen eigentlich was aus, wenn ihnen Journalisten heute hinterherschnüffeln?

Das ist schon komisch. Ich mag es nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde vom FBI verfolgt. Es ist schon arg aufdringlich. Aber du musst darüber lachen können. Sonst wirst du nur wütend. Und ich hab ja auch nichts zu verstecken. Ich habe keine Kinder, und wenn sie mir zur Gym hinterherlaufen wollen, bitteschön.

Sie haben relativ jung geheiratet. Was halten sie vom Dating?


Ich war noch nie auf einem richtigen Date. Ich verstehe das Konzept dahinter nicht. Ich würde aber gerne mal auf ein abenteuerliches Date gehen. Das finde ich spannend. Es müsste total unerwartet sein. Aber Dinner und Movie, das interessiert mich nicht.

In ihrem Film "Wie ausgewechselt" müssen Ryan Reynolds und Jason Bateman ihre Brüste anfassen. Wie war das?


Die Jungs waren viel schüchterner, als ich es bin (lacht). Sie haben mir zugeschaut, wie ich mich auszog. Und trotzdem hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, als würde ich mir einen Vorteil erschaffen, als würde ich sie ein bisschen ausnutzen (lacht).

Trainieren Sie besonders hart, wenn eine sexy Szene für einen Film ansteht?


Sicher. Ich werde dann schon sehr nervös. Ich laufe dann einmal mehr ins Fitnessstudio, nur damit ich auch richtig gut aussehe. Aber ich bin ohnehin jemand, der regelmäßig zum Sport geht. Ich fühle mich einfach besser, wenn ich in Form bin.

Sie wirken tatsächlich wie jemand, der sich in seinem Körper sehr wohlfühlt, stimmt diese Einschätzung?


Ja, die stimmt. Ich habe schon in meiner Jugend damit angefangen. Meine Eltern haben immer sehr darauf geachtet, dass ich mich in meiner Haut wohlgefühlt habe. Ein gutes Selbstwertgefühl ist wichtig. Meine Eltern haben immer darauf geachtet, dass das Äußere niemals so wichtig ist wie die inneren Werte. Intellekt war immer eins der Attribute, das meine Eltern gefördert haben.

In Amerika neigt sich die erfolgreiche TV-Show "Dr. House" dem endgültigen Ende entgegen, traurig?


Na klar bin ich traurig. Das war ein regelmässiger Job für mich. Dort habe ich viele Freunde gefunden. Aber das ist Showbusiness. Was hält schon ewig in Hollywood?

Sind Sie eine Frau, die sich gerne bindet, oder sind Sie jemand, der seine Freiheiten schätzt?


Wir brauchen alle eine gewisse Balance im Leben. Da bin ich nicht anders. Du willst immer irgendwas genau dazwischen. Sich zu binden, kann sehr entspannend sein. Du kannst dich dann auf andere Dinge als nur aufs Dating konzentrieren. Das Leben ist unterm Strich eine ungewisse Reise mit vielen Wegegabelungen. Die Ehe kann eine wunderbare Einrichtung sein.

Was müssen Sie noch besser machen im Leben?


Ich bin ein bisschen ein Workoholic. Ich verbringe wohl zuviel Zeit auf Sets. Manchmal muss ich mich selbst daran erinnern, etwas mehr loszulassen und Spaß zu haben.

Was tun Sie denn, wenn Sie mal Spaß haben wollen?


Ich gehe gerne tanzen. Ich bin ein großer Anhänger von Ballett. Und wenn ich in irgendeiner Kneipe eine Jukebox finde, dann kann ich die ganze Zeit abtanzen.

Revlon hat Sie kürzlich zur Werbefigur gekürt.


Ja, ich bin natürlich total begeistert. Die Produkte habe ich mir ohnehin im Laden gekauft. Und jetzt werde ich dafür bezahlt, dass ich sie benutze. Ein Traum geht in Erfüllung (lacht).

Wie würden Sie ihren idealen Partner beschreiben?


Ich weiß nicht. Ich setze da ziemliche hohe Standards. Ich bin immer offen, mich zu verändern, neue Einflüsse auf mich einwirken zu lassen. Auch in Beziehungen. Ich mag es, wenn ich mit einem Partner über Literatur und Kunst reden kann. Man muss seinen eigenen Begrenztheiten ab und zu auch mal entfliehen können.