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Kolumne: Hier spricht der Boomer Zur "Persönlichkeit des Jahres" gewählt: Was hinter dem Erfolg von Elon Musk steckt

Das US-Magazin "Time" hat Elon Musk zur Persönlichkeit des Jahres 2021 gekürt
Das US-Magazin "Time" hat Elon Musk zur Persönlichkeit des Jahres 2021 gekürt
© Frederic J. BROWN / AFP
Eigentlich hat Elon Musk sein Kinderzimmer nie verlassen. Für ihn ist die Welt ein Spielplatz, auf dem er seine Träume von Raketen, Autos oder Tunnelsystemen umsetzen will, meint unser Autor. Dafür hat ihn jetzt das US-Magazin Time zur "Persönlichkeit des Jahres" ernannt. 
Von Frank Schmiechen

Was steckt hinter dem Erfolg von Elon Musk? Ein Teil der Antwort ist einfach: harte Arbeit. Der Mann hört nie auf zu arbeiten. Er ist getrieben, lässt nicht locker, kommt nie zur Ruhe. Für seine Mitarbeiter kann das ein Albtraum sein. In der Tesla-Zentrale im kalifornischen Palo Alto stand seine Bürotür immer offen. Zum Schrecken der Angestellten. Denn dadurch Musk war stets präsent und trieb unaufhörlich zur Arbeit an. Oft mit harschen Worten. Viele hielten das nicht aus.

Der zweite Teil der Antwort ist komplizierter. Wenn man sich die Projekte von Musk ansieht, hat man das Gefühl, dass hier ein Mann seine kindlichen Träume verwirklicht. Raketen für Ausflüge zum Mond – oder gleich zum Mars. Tunnelsysteme unter den Städten sollen den Autoverkehr der Zukunft aufnehmen und die überfüllten Straßen entlasten. Oder wie wäre es mit einem oberirdischen Tunnelsystem, dass Menschen in Kapseln in ein paar Minuten von Los Angeles nach San Francisco transportieren kann? Diese Idee, das sogenannte Hyperloop, wird gerade umgesetzt. 

Viele haben noch gar nicht verstanden, was Tesla im Kern darstellt. Seine Firma beschäftigt sich nur auf den ersten Blick mit selbstfahrenden Elektroautos. In Wirklichkeit geht es um Technologie, die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Systemen. Software ist der Kern des Geschäftsmodells. Nicht die Hardware, die wir inzwischen immer häufiger auf unseren Straße sehen. 

Was Elon Musk von Steve Jobs gelernt hat

Ich habe Elon Musk vor vielen Jahren auf einer Bühne in San Francisco live erlebt. Das sprach ein Mann, der nicht gerne im Rampenlicht steht. Er hat sich seit dem deutlich verbessert, was öffentliche Auftritte angeht. Er ist heute in der Lage, seinen Humor und seine jungenhafte Ausstrahlung anzuknipsen, wie eine Nachttischlampe. Aber viel lieber hängt er immer noch seinen Ideen nach. Und ihrer rasanten Umsetzung. 

Elon Musk hat dabei von Apple-Gründer Steve Jobs gelernt und ihm genau zugehört: "Du kannst sie zitieren, du kannst ihnen widersprechen, du kannst sie verherrlichen oder verteufeln, nur eines kannst du nicht tun: Sie ignorieren - denn sie verändern Dinge. Sie bringen die menschliche Rasse nach vorne. Diejenigen, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, tun es auch."

Genau wie Jobs will sich auch Musk nicht mit abfinden, die Welt so hinzunehmen, wie sie sich andere für ihn ausgedacht haben. Er hat es geschafft, die Träume seiner Kindheit zu erhalten und arbeitet mit Hochdruck daran, sich die Welt so zu erschaffen, wie er sie sich immer vorgestellt hat. Geht nicht? Haben wir noch nie so gemacht? Technisch unmöglich? Wer das behauptet, hat in der Welt des Elon nichts zu suchen. Das ist das Geheimnis seines Erfolges.


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