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Facebook: Elyas M'Barek fällt auf Fake-Opa rein

"Hätte gerne ein Selfie mit dir gemacht ...", schrieb "Fack ju Göhte"-Star Elyas M'Barek an Werner Ernst. Der ältere Herr hatte behauptet, vergeblich in Nürnberg angestanden zu haben. Doch die Geschichte ist zu schön, um wahr zu sein.

Werner Ernst und Elyas M'Barek

Können diese Augen Lügen? Elyas M'Barek (r.) fällt auf das Foto von Werner Ernst herein.

Chaotische Zustände in Nürnberg: Am Donnerstagabend sollte Elyas M'Barek dort in einem Kino zur Vorführung seines neuen Films "Fack ju Göhte 2" erscheinen. Doch die Polizei brach den Termin ab, weil der Betreiber dem Ansturm von rund 3000 Fans nicht gewachsen war. M'Barek entschuldigte sich anschließend auf Facebook. "Nürnberg, sorry!!! Es tut mir super Leid. (…) Sind wohl schon einige umgekippt und es war zu voll. Eure Gesundheit geht vor! Trotzdem ganz viele Grüße von mir an Euch!!", schrieb der 33-Jährige - und erhielt darauf eine rührende Antwort eines älteren Herrn.

Nürnberg, sorry!!! Es tut mir super Leid, aber die Polizei hat den Kinotourtermin hier abgebrochen, bevor wir überhaupt...

Posted by Elyas M'Barek on Thursday, September 17, 2015

"Dann habe ich umsonst seit 6 Uhr morgens gewartet", kommentierte ein gewisser Werner Ernst aus Essen den Eintrag. Der Herr um die 70 mit Glatze und Brille erhielt daraufhin nicht nur hunderte Antworten von Fans, die ihn bedauerten, sondern auch von M'Barek persönlich. "Das tut mir leid, Werner!! Hätte gerne ein Selfie mit dir gemacht …", schrieb der Schauspieler. Doch bei dem putzigen Opa aus Essen handelt es sich um einen Fake-Account.

Ernst gibt in seinem Profil an, am 18. August 1940 in Essen geboren zu sein und von 1963 bis 2005 bei Thyssen-Krupp gearbeitet zu haben. Weitere Angaben fehlen. Auf den ersten Blick scheint es sich bei Ernst um einen ganz normalen Rentner zu handeln, der mit 65 Jahren in Ruhestand ging und seitdem offenbar sein Herz für Teeniekomödien und Elyas M'Barek entdeckt hat. Wäre da nicht das Foto von ihm, das bereits öfter im Internet aufgetaucht ist.

Werner Ernst ist offenbar ein beliebter Fake-Rentner für Internet-Trolle. Unter gleichem Namen und mit demselben Foto wird sein Profil missbraucht, um Abonnenten oder möglichst viele Kommentare zu erhalten. In den meisten dieser Fake-Accounts kommt der freundlich aussehende Opa allerdings nicht aus Essen, sondern aus Sindelfingen. Bereits seit über vier Jahren kursiert das Foto im Netz, auf der Webseite "ask.fm" kann man ihm beispielsweise Fragen stellen. Es gibt sogar schon eine eigene Facebook-Fanseite für ihn, auf der sich User über das Phänomen lustig machen.

Wer der freundliche Herr auf dem Bild tatsächlich ist, ist unklar. Einen Werner Ernst aus Essen gibt es hingegen tatsächlich. Er ist Lokalpolitiker und CDU-Mitglied, sieht aber ganz anders aus. Und ist nicht am Donnerstagmorgen um 6 Uhr im Kino in Nürnberg angestanden.

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