VG-Wort Pixel

Erster Auftritt nach Freilassung Polanski ist wieder da


Roman Polanskis Verhaftung war ein Politikum, viele Künstler erklärten sich solidarisch: Seitdem die Schweizer Justiz sich gegen die Auslieferung des Regisseurs an die USA entschieden hat, ist er frei. In Montreux ist Polanski nun das erste Mal wieder öffentlich aufgetreten.

Filmregisseur Roman Polanski hat sich knapp eine Woche nach der Aufhebung seines Hausarrests zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit gezeigt und am Samstag das Jazz Festival von Montreux in der Schweiz besucht. Der 76-Jährige wurde nach seinem Eintreffen von Sicherheitsleuten vor dem Gedränge der Fotografen abgeschirmt. Seine Frau Emmanuelle Seigner gab am Samstagabend ein Konzert in Montreux.

In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen dankte Polanski den "Millionen Menschen", die ihn in den vergangenen neun Monaten unterstützt hätten. Er dankte auch seiner Ehefrau und seinen Kindern, ohne deren Hilfe er seine Würde nicht hätte bewahren können. Im Moment freue er sich einfach, die Dinge tun zu können, die er lange nicht habe tun können, erklärte der Regisseur.

Nach Deutschland könnte er reisen

Die Schweizer Behörden hatten am Montag entschieden, Polanski nicht an die USA auszuliefern. Er kam nach sieben Monaten Hausarrest und zuvor zwei Monaten Haft frei. In den Vereinigten Staaten läuft immer noch ein Verfahren gegen den Oscarpreisträger wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen im Jahr 1977.

Trotz eines internationalen Haftbefehls droht Filmregisseur im Fall einer Einreise in die Bundesrepublik keine Festnahme. Das berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf das Bundesamt für Justiz (BfJ), das für die Bearbeitung von Rechtshilfeverfahren in Strafsachen zuständig ist. "In Deutschland besteht kein Fahndungsaufruf gegen Herrn Polanski", sagte ein BfJ-Sprecher dem Magazin. Das habe die Bundesregierung bereits vor längerer Zeit entschieden. "Bei einer Einreise würde Herr Polanski somit nicht festgenommen", betonte er.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Roman Polanski bleibt der Schweiz erhalten"

APN/fgüs APN

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker