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Ehemaliges Topmodel Was macht eigentlich ... Eva Padberg?

Eva Padberg: Was macht das ehemalige Topmodel heute?
Eva Padberg, 38, bei einem Termin in Berlin. Sie lebt in der Hauptstadt und in der Uckermark
© Felix Rettberg/stern
Ende der 90er Jahre stieg die Thüringerin Eva Padberg in die Riege internationaler Topmodels auf.

Frau Padberg, wie oft haben Sie beim Anschauen von "Germany's Next Topmodel" schon gedacht: Das könnt' ich besser als die Heidi?

Ganz ehrlich?

Ja, bitte!

Nie. Ich schaue die Sendung gar nicht mehr. Außerdem weiß ich, dass ich es nicht besser könnte. Vor einigen Jahren habe ich es für Vox mit "Das perfekte Model" schon mal versucht. Wir wollten mehr Coach statt Feldwebel sein. Nach einer Staffel war Schluss. Daraus habe ich gelernt.

Und was?

Ich bin zu wenig Rampensau, zumindest für ein solches Format. Krasse Statements in den Raum zu werfen, das liegt mir einfach nicht. Ich möchte mich auch nicht hinten im Taxi mit dem Smartphone filmen, nur um heute mal wieder irgendetwas zu posten. Das halte ich, auch auf Instagram, lieber natürlich, nicht so inszeniert.

Modeln ist also noch Ihr Hauptberuf?

Sagen wir mal so: Alles, was ich an Projekten mache, baut darauf auf. Und all die Türen, die sich mir öffnen, verdanke ich natürlich der Tatsache, dass man meinen Namen kennt und mit "deutsches Topmodel" in Verbindung bringt. Den einen Hauptberuf, den gibt es in meinem Fall gar nicht.

Allein die Projektpalette der vergangenen Monate reicht vom Yogacoaching bis zu Möbelkollektionen.

Bei keinem Projekt maße ich mir an, der Oberguru zu sein. Ich bin Teil eines Teams, bringe meine Erfahrungen aus all den Jahren als Model mit ein.

Inwiefern?

Ich war immer ziemlich unsportlich. Aber Yoga funktioniert für mich. Gerade wenn man beruflich so viel unterwegs ist wie ich. Ein ruhiger Ort, eine Matte, mehr braucht man nicht. Also habe ich zusammen mit Young Ho Kim, einem großartigen Yogalehrer, einige Coaching-Videos produziert.

Und wie kommt man vom Modeln zu Möbeln?

Ich komme viel rum. All die mal mehr, mal weniger geschmackvoll eingerichteten Hotelzimmer, die vielen Länder, die ich besucht habe – dadurch habe ich über die Jahre meinen Geschmack geschult oder lasse mich inspirieren, was davon in unsere Home24-Kollektion passen könnte. Außerdem hat mich Inneneinrichtung, die eben länger währt als eine Saison, schon immer interessiert. Nicht erst, als mein Mann und ich unser eigenes Haus in der Uckermark eingerichtet haben.

Sie hatten mit ihm einst ein gemeinsames Musikprojekt.

Das haben wir immer noch! Nach seinem Soloprojekt sind wir nun bald wieder zusammen unterwegs, auf Festivals und in kleinen Clubs. Deutschland mit dem Auto mal wieder jenseits der Großstädte zu entdecken, darauf freue ich mich jetzt schon.

Die #MeToo-Debatte hat auch Ihre Branche beschäftigt. Models, Frauen wie Männer, warfen mehreren bekannten Fotografen vor, sie in der Vergangenheit sexuell belästigt zu haben. Was haben Sie erlebt?

Ich hatte einmal ein Fotoshooting mit Terry Richardson …

Der auch für die "Vogue" gearbeitet hat und dem schon mehrfach vorgeworfen wurde, Models zu bedrängen.

Genau. Ich wurde im Vorfeld vor seinem, wie es hieß, sehr derben Humor gewarnt. Mir gegenüber hat er sich beim Shooting dann jedoch korrekt verhalten, bei anderen war offenbar das Gegenteil der Fall. Glücklicherweise hat #MeToo ja eines bewirkt: Man kann über solche Angriffe offensiv sprechen, zumindest mehr als vorher. Hoffentlich bleibt das so.

Ehemaliges Topmodel: Was macht eigentlich ... Eva Padberg?
Interview: Felix Rettberg

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