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Fürstenhochzeit in Monaco: Charlene darf zuerst

Eine eigens komponierte Hymne an die Braut, ein Rosenfeuerwerk und 150.000 Gäste: Die Hochzeit von Fürst Albert und Charlene Wittstock wird ein Fest der Superlative - mit einem ungewöhnlichen Detail.

Im kleinen Fürstentum Monaco hat die große Hochzeitsparty begonnen. Am späten Nachmittag wird Albert II. seine Verlobte Charlene Wittstock heiraten. Unterdessen wurden neue Details zur Trauung bekannt. So soll die Braut - anders als üblich - zuerst ihr Jawort geben, berichtete die Zeitung "Monaco Matin" am Freitag.

Das liege daran, dass Albert Souverän seines Staates sei, erklärte der Präsident des Staatsrates, Philippe Narmino, der die Trauung im Thronsaal des Palastes - und nicht im Rathaus - vollzieht. Sobald der 53-jährige Albert II. sein Jawort gegeben hat, wird aus der 20 Jahre jüngeren, bürgerlichen Südafrikanerin eine Fürstin. Nach Informationen des Blattes haben sich die Brautleute auf einen Ehevertrag geeinigt.

Noch kurz vor der Hochzeit hatten Trennungsgerüchte in den Medien für Wirbel gesorgt. Diese wurden Mitte der Woche vom Palast dementiert. Sie sind aber weiterhin ein beliebtes Gesprächsthema in Monaco.

Schon vor Beginn der Trauung begannen die Feierlichkeiten am Donnerstagabend. Die US-Band The Eagles begeisterte rund 15.000 Besucher mit einem Gratis-Konzert und brachte die Gäste unter anderem mit ihrem Welthit "Hotel California" in Stimmung. Für das Brautpaar gab's bereits das erste Geschenk: Fürst Albert bekam eine signierte Gitarre der Musiker, mit der er sich stolz den Fotografen präsentierte.

Hochzeitsspektakel auf Großbildschirmen

An der standesamtlichen Trauung nehmen Medienberichten zufolge etwa 90 Gäste teil, unter ihnen Vertreter der monegassischen Regierung sowie die Botschafter von Frankreich und Südafrika. Ein Orchester spielt zur Trauung eine eigens komponierte "Hymne an Fürstin Charlene". Anschließend soll sich das Paar an einem Fenster des Palastes zeigen, wo es den ersten öffentlichen Kuss als Ehepaar geben soll. Die Türen des Saales und des Palastes sollen während der Zeremonie offen bleiben. Monegassen und Besucher können das Geschehen auf Großbildschirmen verfolgen.

Anschließend gibt es südafrikanische und mediterrane Spezialitäten. Am Abend werden Medienberichten zufolge bei den Feiern bis zu 150.000 Gäste erwartet - fast doppelt so viele wie zum Grand-Prix-Rennen von Monaco. Dann wird der französische Musiker Jean Michel Jarre ein Konzert mit Lichtshow geben.

Wegen der zahlreichen Staats- und Regierungschefs unter den Gästen gibt es ein großes Sicherheitsaufgebot. Teile der Stadt sind für den Verkehr gesperrt. Die französische Armee sichert den Luftraum ab. Etwa 550 Polizisten sind im Einsatz, davon ein Drittel in Zivil.

Deutsche Autos für wichtige Gäste

Die wichtigsten Gäste werden in deutschen Autos chauffiert: in 200 schwarzen BMW mit eigens für die Hochzeit entworfenen Nummernschildern. Im Unterschied zum Hochzeitsauto der beiden fahren sie allerdings nicht mit dem von Albert sonst so geförderten Hybridantrieb.

Zur kirchlichen Trauung am Samstag werden rund 3500 geladene Gäste erwartet, darunter Politiker und Adelige. Neben Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy haben sich unter anderen Schwedens König Carl XVI. Gustaf sowie Belgiens Monarch Albert II. angekündigt. Der spanische König Juan Carlos I. ließ sich entschuldigen. Aus Großbritannien steht "nur" Prinz Edward auf der Liste, der jüngste Sohn von Queen Elizabeth II. Aus Deutschland kommt Bundespräsident Christian Wulff.

Als einen der Höhepunkte ihrer Feier haben Albert II. und Charlene Wittstock den besten Pyrotechniker der Welt engagiert. Der Franzose Jacques Couturier soll um Mitternacht in der Nacht zum Sonntag eine Viertelstunde lang den Himmel über Monaco zum Strahlen bringen. Zum Edith-Piaf-Lied "Hymne à l'amour" (Hymne an die Liebe), acapella gesungen vom französischen Altrocker Johnny Hallyday, soll der Himmel mit 1001 roten Rosen beleuchtet werden.

mlr/DPA/AFP / DPA