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Ehemaliger US-Präsident: Aus dem Rollstuhl heraus "auf die Hinterseite geklopft" – Bush Senior entschuldigt sich für Grabscher

Er ist mittlerweile 93 Jahre alt. George Bush Senior hat aus seinem Rollstuhl heraus einer Frau nur "gutmütig auf die Hinterseite geklopft", so sieht es sein Büro, die Frau sieht das nicht so locker. Nun hat er sich öffentlich entschuldigt.

George Bush Senior: Der Mann, der vor Bill Clinton Präsident der Vereinigten Staaten war, sitzt seit einigen Jahren im Rollstuhl. Zwei Frauen berichten, von ihm betatscht worden zu sein.

George Bush Senior: Der Mann, der vor Bill Clinton Präsident der Vereinigten Staaten war, sitzt seit einigen Jahren im Rollstuhl. Zwei Frauen berichten, von ihm betatscht worden zu sein.

Der Fall Harvey Weinstein hat das Thema sexuelle Belästigung in den Fokus gerückt. Gegen mehrere Prominente haben Stars teils schwere Anschuldigungen erhoben. Auch gegen den ehemaligen und mittlerweile gebrechlichen US-Präsidenten George Bush richten sich Vorwürfe, wenn auch keine so gravierenden wie gegen Weinstein. Der Politiker der Republikaner war von 1989 bis 1994 US-Präsident, er ist Vater von George W. Bush – und inzwischen 93 Jahre alt.

Doch George Bush Senior sah sich jetzt gezwungen, wegen augenscheinlicher Grabscher an die Öffentlichkeit zu gehen. Er bat eine US-Schauspielerin um Verzeihung, die ihm vorgeworfen hatte, sie "betatscht" zu haben. Inzwischen erhebt eine weitere Frau ähnliche Vorwürfe.

Bush entschuldige sich "zutiefst aufrichtig bei allen, die er beleidigt hat", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung seines Büros. Der als erstes bekannt gewordene Vorfall soll sich vor vier Jahren bei Werbefoto-Aufnahmen ereignet haben. Damals saß Bush bereits im Rollstuhl.

Ehefrau von George Bush war dabei

Schauspielerin Heather Lind, die damals in einem TV-Fernsehdrama über den Unabhängigkeitskrieg mitwirkte, hatte Medienberichten zufolge in einem inzwischen gelöschten Eintrag auf Instagram angegeben, Bush habe sie von seinem Rollstuhl zweimal "von hinten berührt". Auch habe er einen "schmutzigen Witz" erzählt. Dabei soll Bush sogar in Begleitung seiner Ehefrau gewesen sein: Gattin Barbara habe das Ganze mitbekommen - und nur mit ihren Augen gerollt.

Die Schauspielerin Jordana Grolnick erhob ähnliche Vorwürfe, wie das Portal "Deadspin" berichtete. Bei einer Theatervorführung in Maine sei Bush hinter die Bühne gekommen, berichtete Grolnick demnach. Als ein Foto mit den Schauspielern gemacht wurde, habe Bush ihr von hinten an den Po gefasst und einen schmutzigen Witz erzählt. Auch hier sei Barbara Bush anwesend gewesen. 

Der betagte Politiker sei bereits seit fünf Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen, hieß es in der Mitteilung seines Büros. "Sein Arm fällt daher auf die niedrigere Taille von Menschen, mit denen er sich fotografieren lässt. Um Leuten zu helfen, sich zu entspannen, erzählt er regelmäßig denselben Witz - und gelegentlich hat er Frauen in einer von ihm als gutmütig beabsichtigten Weise auf die Hinterseite geklopft." Einige hätten das als unschuldig betrachtet, hieß es in der Erklärung weiter. Andere hielten es klar für unangemessen.


Doch seit dem der Fall des inzwischen tief gefallenen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein publik wurde, wächst die Zahl derer, die solchen Verhalten unangemessen finden: Dutzende Frauen, darunter Schauspielerinnen und Mitarbeiterinnen, waren in den vergangenen Tagen mit Vorwürfen der sexuellen Übergriffe an die Öffentlichkeit gegangen. Weinstein werden Belästigungen bis hin zur Vergewaltigung vorgeworfen. Das hat mittlerweile Abertausende Frauen veranlasst, in den sozialen Medien unter dem Motto "#Metoo" (Ich auch) über eigene Erfahrungen zu berichten.

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anb mit dpa