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Vergewaltigungsprozess: Alice Schwarzer nennt Lohfink-Urteil einen "Skandal"

Gina-Lisa Lohfink wurde wegen falscher Vergewaltigungsvorwürfe zu 20.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hält den Richterspruch für einen Fehler mit möglicherweise schlimmen Folgen.

Die Frauenrechtlerin und Autorin Alice Schwarzer

Springt Gina-Lisa Lohfink zur Seite: Die Frauenrechtlerin und Autorin Alice Schwarzer

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat das Urteil gegen das Model Gina-Lisa Lohfink als "Skandal" bezeichnet. Es handele sich um einen von vielen Skandalen beim Umgang der Justiz mit dem dunklen Kapitel Sexualgewalt, sagte Schwarzer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die 73-Jährige verwies darauf, dass nur wenige Vergewaltigungen in Deutschland angezeigt würden und nur ein Bruchteil der Täter verurteilt werde. "Es ist zu befürchten, dass es nach dem Berliner Urteil noch weniger sein werden."

Im Falle Lohfink gibt es Schwarzers Meinung nach keinen Zweifel an der sexuellen Gewalt, die die 29-Jährige erlitten habe: "Wie auch immer man diese auf Video dokumentierten Stunden interpretieren mag - unübersehbar ist, dass die beiden Männer extrem brutal und verächtlich mit der Frau umgegangen sind", sagte die Frauenrechtlerin dem Blatt. "Dass Gina-Lisa das Geschehen als 'Sex gegen ihren Willen' empfindet, ist verständlich."

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte Lohfink am Montag wegen falscher Vergewaltigungsbeschuldigungen zu 20.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Das Gericht sah keine Anhaltspunkte dafür, dass die 29-Jährige tatsächlich im Juni 2012 von zwei Männer vergewaltigt worden war, wie sie behauptete. Sie habe bewusst gelogen.

Reaktionen auf Lohfink-Prozess: "Gina-Lisa-Urteil ist wichtig - für die Glaubwürdigkeit echter Vergewaltigungsopfer"
mad / DPA