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Dresden: Hass und Anfeindungen: Nach Judith Rakers sagt auch Mareile Höppner Semperopernball ab

Nächster Eklat um den Semperopernball in Dresden. Mareile Höppner, die als Ersatz für Judith Rakers einspringen wollte, hat die Moderation wieder abgesagt — wegen "Hass und Anfeindungen".

Mareile Höppner gibt die Moderation des Semperopernballs wieder ab

Mareile Höppner gibt die Moderation des Semperopernballs wieder ab

Nach Judith Rakers hat auch die für sie eingesprungene Mareile Höppner die Moderation des Semperopernballs in Dresden abgesagt. Grund sei ein unerträglicher "Grad an Hass bis hin zu Bedrohungen", habe sie dem MDR mitgeteilt, wie der Sender am Samstag bekanntgab. "Ich bin nun Opfer und Zielscheibe von schlimmstem Hass und Anfeindungen geworden. Selbst vor meinem Kind wurde dabei nicht halt gemacht", schrieb Höppner am Samstag auf Instagram. "Wir als MDR sind erschüttert über das Ausmaß der Verrohung", hieß es vom Sender.

Wegen der umstrittenen Verleihung des St. Georgs Ordens des Semperopernballs an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi hatte am Mittwochabend Rakers ihre Zusage zurückgezogen. Am Donnerstag war dann mitgeteilt worden, dass Mareile Höppner diesen Job übernimmt — an der Seite von Schlagersänger Roland Kaiser (67). Er hatte die Vergabe des Preises ebenfalls heftig kritisiert, will aber am 7. Februar nach wie vor als Moderator des Balls auf der Bühne stehen.

"Selbst vor meinem Kind wurde nicht Halt gemacht"

Höppner (42)  erklärte in einem langen Beitrag auf ihrer Instagram-Seite ihre Beweggründe. "Ich wurde gebeten, den Semperopernball zu übernehmen. In einer sehr schwierigen Phase. Ein Abend für Dresden sollte es werden. Für die Stadt und die Menschen. Die mir so viel bedeuten. Jetzt erst recht", beginnt Höppner, vor allem bekannt als Moderatorin der Boulevard-Sendung "Brisant", ihren Post.

"Ich hatte gehofft, nach all den Skandalen und der sehr berechtigten Kritik an der Auswahl eines Preisträgers, dass ich diesen Abend für ein neues Zeichen, für einen Abend im Sinne unserer guten demokratischen Werte, würde gestalten können." Doch einige Reaktionen hätten "jede Grenze überschritten", so die 42-Jährige. "Ich bin nun Opfer und Zielscheibe von schlimmstem Hass und Anfeindungen geworden. Selbst vor meinem Kind wurde dabei nicht Halt gemacht." Deshalb trete sie von der geplanten Moderation des Balls zurück. Höppner: "Ich wünsche meinem Kollegen Roland Kaiser viel Kraft für diesen Abend. Von dem Verantwortlichen des Balls erwarte ich, dass er endlich wirklich neue Zeichen setzt."

MDR steht hinter Höppner

Der Sender MDR, der den Semperopernball am 7. Februar übertragen wird, hat in seinem Statement zu Höppners Absage betont: "Nichts rechtfertigt auch nur im Geringsten eine solche Hetze." Man respektiere "Höppners Entscheidung" und habe "ihr juristische Unterstützung angeboten. Frau Höppner hat bereits Anzeige erstattet".

Sylvie Meis

Der Sender hält an der Übertragung fest. "Wir lassen uns in unserer Arbeit von einzelnen radikalen Stimmen im Netz nicht beeinflussen. [...] Wir haben unsere Kritik an der Ehrung des ägyptischen Machthabers al-Sisi schon in den vergangenen Tagen in unserem Programm sehr deutlich gemacht [...]". Man werde "die künftige Übertragung des Balls anschließend intern kritisch auf den Prüfstand stellen".

DPA / SpotOnNews