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Tagesschau-Sprecherin: Wegen Ordens für Al-Sisi: Rakers moderiert Semperopernball nicht mehr

Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers hatte wegen einer umstrittenen Ehrung des Dresdner Semperopernballs für Ägyptens Präsidenten al-Sisi angedroht, die Veranstaltung nicht zu moderieren. Nun hat sie ihren Worten Taten folgen lassen.

Judith Rakers

Judith Rakers hatte getwittert: "Ich habe den Ballverein bereits am Montag um Auflösung des Moderations-Vertrages gebeten und warte noch immer auf Zustimmung."

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Nach einer umstrittenen Ehrung des Dresdner Semperopernballs für Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi wird Judith Rakers das Event nicht wie geplant moderieren. "Als Semperopernball respektieren wir den Wunsch von Judith Rakers. Wir haben in ihrer Rolle als Tagesschau-Sprecherin volles Verständnis dafür", teilte das Ball-Presseteam am Mittwochabend mit. Rakers hatte zuvor getwittert: "Ich habe den Ballverein bereits am Montag um Auflösung des Moderations-Vertrages gebeten und warte noch immer auf Zustimmung."

Roland Kaiser wird wie geplant moderieren

Schlagersänger Roland Kaiser dagegen wird den Ball am 7. Februar wie geplant moderieren. Er erklärte am Montagabend bei Facebook mit Blick auf die Ehrung für Al-Sisi allerdings: "Hätte ich vorab davon erfahren, hätte ich meine Teilnahme an der Veranstaltung nicht zugesagt." Er habe sich nun für die Moderation entschieden, um zu zeigen, "dass das Herz des Semperopernballs für Pluralismus, Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz, Freiheit und Demokratie schlägt".

Der Opernballverein hatte Al-Sisi am Sonntag trotz Protesten einen seiner St.-Georgs-Orden überreicht – in der Kategorie Politik und Kultur. Der frühere General und Armeechef war 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen und 2014 als Präsident vereidigt worden. Seitdem geht er hart gegen Oppositionelle und Kritiker vor, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind stark eingeschränkt.

Sylvie Meis

Rakers und Kaiser hatten sich am Dienstag "irritiert" über die Verleihung gezeigt. Ballvereins-Chef Hans-Joachim Frey entschuldigte sich außerdem: "Die Verleihung war ein Fehler." Die Auswahl hatte er damit gerechtfertigt, dass der Ball eine kulturelle und keine politische Veranstaltung sei.

rw / DPA