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Hochzeit von Albert und Charlene in Monaco: Zwei Küsschen für ein Halleluja

Monaco hat wieder eine Fürstin: Albert II. und Charlene Wittstock haben sich das Jawort gegeben. Die Monegassen können aufatmen. Der ewige Junggeselle ist endlich verheiratet.

Von Jens Maier

Zweimal küsste der Fürst die neue Fürstin am Fenster des Palastes. Albert II. von Monaco und Charlene Wittstock haben sich am Freitag standesamtlich das Jawort gegeben. Danach zeigte sich das Paar am Palastfenster. Kein leidenschaftlicher Knutscher, sondern zwei kurze Küsschen auf den Mund gab es für die frisch vermählte Fürstin, wobei sich Albert als nicht sonderlich treffsicher erwies. Charlene schien es egal. Sie legte ihren Kopf verliebt auf Alberts Schultern. Und auch die Monegassen waren glücklich. Ihnen fiel ein Stein vom Herzen: Halleluja, Albert ist endlich verheiratet.

Bereits das Jawort hatten die Zuschauer vor dem Palast mit tosendem Beifall quittiert. Dort verfolgten Hunderte Menschen die Trauung auf Großbildleinwänden. Auch Alberts Schwestern, Prinzessin Caroline und Prinzessin Stephanie, wirkten erleichtert und zeigten sich glücklich lächelnd mit ihren Kindern am Fenster des Palastes. Nur einer fehlte erwartungsgemäß - Prinz Ernst August von Hannover, Carolines Ehemann. Ob er am Samstag dabei ist, wenn die kirchliche Hochzeit im Innehof des Palastes stattfindet, ist bislang nicht bekannt.

Charlene trug zur Zeremonie im Thronsaal ein türkisfarbenes, bodenlanges Kostüm von Chanel und dezentes Make-up. Anfangs wirkte die Braut angespannt. Erst als das Jawort gesprochen war, atmete sie auf und wandte sich strahlend zu Albert, der ihr die Hand küsste. Noch kurz vor der Hochzeit hatten Trennungsgerüchte für Schlagzeilen gesorgt. Angeblich wollte Charlene die Hochzeit platzen lassen und in ihre Heimat Südafrika fliehen, berichteten französische Medien. Der Fürstenpalast dementierte entschieden, dennoch atmeten viele Monegassen erst auf, als sie Charlene heute mit ihrem Fürsten am Palastfenster fröhlich winken sahen.

Die Babys können kommen

Nun erwarten die Bewohner des zweitkleinsten Staates der Erde von ihrer Fürstin nichts weniger, als einen Thronfolger. Albert hat zwar bereits zwei uneheliche Kinder aus früheren Beziehungen, diese haben jedoch keinen Anspruch auf den Thron. Jetzt beginne die Zukunft der Grimaldi-Dynastie, unkte denn auch der Präsident des Staatsrates, Philippe Narmino, der die Trauung leitete. Mit der Ehe der beiden verbinde sich Afrika mit Europa, sagte er. "Sie beiden verbindet auch Ihre Leidenschaft für Sport", fügte er hinzu. Die 33-jährige Charlene und der 20 Jahre ältere Albert hatten sich vor elf Jahren bei einem Schwimmwettkampf in Monaco kennengelernt.

Das Brautpaar gibt sich zur Hochzeit - anders als Prinz William und Kate bei ihrer Märchenhochzeit im April in London - besonders volksnah: Nach der Trauung waren die rund 7500 Monegassen zu einem edlen Buffet mit südafrikanischen und mediterranen Speisen eingeladen. Vielleicht eine Entschädigung dafür, dass sie so lange auf die Hochzeit ihres Fürsten warten mussten. Albert galt viele Jahre als der ewige Junggeselle und Lebemann.

Die Hautevolee trifft am Samstag ein

Am Freitagabend stieg dann im Hafen von Monaco eine große Party mit einem Konzert des französischen Musikers Jean Michel Jarre. Mit vielen Lichteffekten und Elektrosounds verwandelte er das kleine Fürstentum in eine Open-Air-Disko. Zu Beginn holte Jarre Albert und Charlene auf die Bühne. "Ich werde immer an diesen Moment denken. Vive Monaco", sagte die Fürstin halb auf Englisch, halb auf Französisch. Doch das Brautpaar musste sich mit dem Feiern zurückhalten, denn am Samstag geht ihre Hochzeit mit der kirchlichen Trauung in die zweite Runde.

Staatsgäste aus aller Welt, unter ihnen auch Bundespräsident Christian Wullf, sowie zahlreiche gekrönte Häupter Europas, werden daran teilnehmen. Neben Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy haben sich unter anderen Schwedens König Carl XVI. Gustaf sowie Belgiens Monarch Albert II. angekündigt. Der spanische König Juan Carlos I. ließ sich entschuldigen. Da Prinz William und Kate in Kanada sind, steht aus Großbritannien nur Prinz Edward, der jüngste Sohn von Queen Elizabeth II., auf der Gästeliste. Außerdem werden zahlreiche Prominente aus Sport- und Showbusiness erwartet, unter anderem Ashton Kutcher und Demi Moore, Naomi Campbell, Roger Moore, Boris Becker und Franziska van Almsick. Aus Sicherheitsgründen sind Teile der Stadt für den Verkehr gesperrt. Die französische Armee sichert den Luftraum ab. Etwa 550 Polizisten sind im Einsatz, davon ein Drittel in Zivil.

1001 Rosen am Himmel über Monaco

Am Samstagabend werden die Feierlichkeiten dann mit einem riesiegen Feuerwerk beendet. Albert II. und Charlene haben den besten Pyrotechniker der Welt engagiert. Der Franzose Jacques Couturier soll um Mitternacht in der Nacht zum Sonntag eine Viertelstunde lang den Himmel über Monaco zum Strahlen bringen. Zum Edith-Piaf-Lied "Hymne à l'amour" (Hymne an die Liebe), acapella gesungen vom französischen Altrocker Johnny Hallyday, soll der Himmel mit 1001 roten Rosen beleuchtet werden. So viel Romantik hätten die meisten Monegassen ihrem Hallodri Albert wahrscheinlich gar nicht zugetraut.

mit DPA