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Hollywood und Facebook: Auch die Stars wollen richtig Reibach machen

Von Bono über Lady Gaga bis zu Tom Cruise: Wenn das soziale Netzwerk Facebook heute das erste Mal an der Börse gehandelt wird, dürfen sich auch viele Prominente die Hände reiben.

Von Frank Siering, Los Angeles

Es ist soweit. Facebook geht an die Börse. Für 38 Dollar das Stück wurden die Anteilsscheine an die Investoren ausgegeben. Während der kleine private Anleger zumeist vergeblich auf einen Zugriff auf die begehrteste Aktie der Welt warten dürfte, können sich einige Prominente über den ersten öffentlichen Auftritt von Facebook an den Aktienmärkten freuen.

Superstar Bono zum Beispiel. Der Sänger, dessen Vermögen ohnehin schon auf rund 900 Millionen Dollar geschätzt wird, ist indirekt an dem Facebook-Hype beteiligt. Seine Investment-Firma, Elevation Partners, hält nach Informationen des Senders "E!" Anteile an dem Sozialen Netzwerk. Wie viel Geld der U2-Frontmann direkt mit dem Börsengang verdient, ist unklar. Doch Yahoo-Finanzexperte Aaron Task glaubt, dass der "Nettowert von Bono mit Sicherheit an nur einem Tag um einige Millionen Dollar ansteigen dürfte".

Der Skandal-Rapper Eminem, mit 57 Millionen "Likes" einer der beliebtesten Facebookstars und indirekt für den sensationellen Marketingerfolg des Unternehmens mitverantwortlich, dürfte, so glaubt Task, "mit Sicherheit ein kleines Aktienpaket als Dankeschön erhalten haben".

Der Dank des Mark Zuckerberg

Ähnlich sieht es bei Rihanna, Lady Gaga und auch dem verstorbenen Michael Jackson aus. Diese Stars haben Facebook zu einem Bekanntheitsgrad verholfen, der seinesgleichen sucht. "Das weiß auch Gründer Mark Zuckerberg, und er wird es ihnen gebührend danken", so Task.

Lady Gaga zum Beispiel spielte vor ein paar Jahren während einer Weihnachtsfeier für die Facebook-Gemeinde auf. Die Sängerin soll damals auf eine Gage verzichtet haben und dafür lieber in Aktien bezahlt worden sein. Aktien, die sie jetzt in bare Münze umwandeln kann. Tom Cruise, Tom Hanks und Steven Spielberg werden schon seit einigen Jahren als "stille Investoren" mit Facebook in Verbindung gebracht. Auch sie dürften nun ordentlich absahnen.

Das meiste Geld aber hat schon jetzt Zuckerberg selbst verdient. Der 27-Jährige hat 30 Millionen seiner eigenen Anteilsscheine verkauft und damit gut 1,1 Milliarden Dollar eingenommen. Mit dem Geld will er fällige Steuern zahlen. Steuern, die der mit 16 Milliarden Dollar verschuldete kalifornische Bundesstaat dringend benötigt. Zuckerberg besitzt aber noch einen Anteil im Gegenwert von gut 19,1 Milliarden Dollar und kontrolliert 57 Prozent aller Stimmrechte. Damit wird er, sein Aufstieg wurde 2010 in dem Film "The Social Network" dargestellt, auch künftig die Geschicke von Facebook bestimmen.

Es bleiben Unsicherheiten

Einige kleine Kontroversen begleiten den Gang an die Börse aber auch. So sorgt Facebook-Mitgründer Eduardo Saverin für Aufsehen, weil er kurz vorher seine amerikanische Staatsbürgerschaft abgelegt hat. Der gebürtige Brasilianer, der heute in Singapur lebt und dort keine Kapitalsteuer zahlen muss, wurde von US-Medien und auch von Politikern wegen dieses Schrittes harsch kritisiert. Die "Huffington Post" titelte am Donnerstag sogar: "Don't ever come back" (Komm nie wieder zurück). Bei einem Shareholder-Anteil von rund vier Prozent kann sich Saverin allerdings diverse Inselgruppen oder sein eigenes kleines Land kaufen und ist keineswegs länger auf die Gastfreundschaft der Amerikaner angewiesen.

Ein weiteres Fragezeichen, das die heutige Facebook-Reise an die Wall Street begleitet, ist die Absicht des Autoriesen General Motors, sein jährliches Werbebudget von zehn Millionen Dollar von Facebook abzuziehen. Ein GM-Sprecher sagte in einer Erklärung: "Wir glauben nicht, dass unsere Präsenz bei Facebook mehr Autokäufer anlockt." - Bleibt abzuwarten, ob andere Unternehmen folgen und dann auch die Aktie auf solche Warnschüsse negativ reagiert. Bono, Eminem und Lady Gaga würden es sicherlich nicht unbedingt begrüßen.

Facebook, das 2004 als digitales Jahrgangsbuch für Studenten an der Harvard Universität auf die Beine gestellt wurde, hat mittlerweile weltweit rund 900 Millionen Nutzer.