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Jackson-Party: Skurril und irgendwie peinlich

Weitaus weniger Fans und Prominenz als erwartet, feierten am Wochenende die groß angekündigte Jackson-Geburtstags-Party in Berlin. Der "King of Pop" erschien nicht, er hatte andere Probleme.

Nach der Absage von Popstar Michael Jackson hat die groß angekündigte Geburtstagsparty seines Vaters Joseph "Joe" Jackson in Berlin weitaus weniger Prominente und Fans als erwartet angezogen. Gerüchte über Stargäste aus den USA wie Liz Taylor und Mike Tyson bewahrheiteten sich nicht. Auf dem Roten Teppich des Hotels Estrel erschienen am Freitagabend stattdessen Schlagersänger Bernhard Brink, Ex-Boxer Axel Schulz und Boxer Oktay Urkal.

Von den neun Jackson-Kindern kam nur Jermaine zur Feier des 76. Geburtstags des Vaters. Auch die Hoffnungen vieler Fans auf eine telefonische Teilnahme Michael Jacksons an der Party wurden enttäuscht. Statt der ursprünglich angekündigten 1.000 Fans fanden nur wenige Hundert den Weg ins Hotel Estrel in Berlin-Neukölln. Viele von ihnen trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Michael ist unschuldig". Gastgeber Joe dankte den deutschen Fans für ihre Unterstützung seines Sohnes während des Prozesses in Kalifornien. Mitte Juni war Michael Jackson in Santa Maria vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freigesprochen worden.

Während die Jacksons und mehrere Dutzend geladene VIP-Gäste zu Kerzenlicht ein Vier-Gänge-Menü verspeisten, mussten die Fans hinter einer Absperrung zusehen und ihre Hotdogs selbst bezahlen. Doch auch die Hälfte der VIP-Tische blieb leer. "Michael wusste genau, warum er nicht kommt", sagte die 18-jährige Melanie Jebas, ein Fan des Popsängers aus Dessau. Nach der Absage des "King of Pop" hatte Vater Joe in Aussicht gestellt, dass Michael telefonisch zugeschaltet werde. Schließlich gratulierten ihm aber nur seine Ehefrau Katherine, seine Kinder Tito und La Toya sowie einige seiner 28 Enkelkinder aus den USA.

Sohn Jermaine dankte den Fans für "die Liebe und die Gebete" für Michael und sang ein Lied für seinen Vater. Den Rest des Programms bestritten Doubles von Tina Turner, Tom Jones und andere aus der hoteleigenen Doppelgänger-Show.

Jackson erhält Besitz zurück - Genitalienfotos bleiben bei Gericht

Während der Vater von Michael Jackson noch in Berlin ist, erhält der "King of Pop" Hunderte seiner Besitzstücke zurück, die für den Kindesmissbrauchprozess gegen ihn beschlagnahmt worden waren. Die Anwälte des Popstars hatten die Rückgabe sämtlicher Artikel, darunter Computer, Bücher und Sex-Hefte, beim Gericht in Santa Maria beantragt. Umstrittene Aufnahmen von den Genitalien des Sängers sollen nach einem Bericht der kalifornischen Zeitung "Lompoc Record" am Freitag aber weiterhin bei Gericht unter Verschluss bleiben. Richter Rodney Melville gab damit dem Antrag von Staatsanwalt Tom Sneddon statt, der die Fotos 1993 bei früheren Ermittlungen wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs erstellen ließ.

Jackson musste damals zur Beweisfindung seine Genitalien fotografieren lassen. Die Fotos waren in dem jüngsten Strafverfahren gegen Jackson nicht als Beweismittel eingebracht worden. Eine kalifornische Jury hatte den Popstar im Juni vom Vorwurf des sexuellen Kindesmissbrauchs frei gesprochen.

Journalisten dürfen Beweismittel begutachten

Nach Melvilles Anordnung sollen jene Gegenstände, die während des Prozesses nicht vor Gericht gezeigt wurden, sofort an Jackson zurückgehen. Die als Beweismittel eingebrachten Stücke wird der Popstar später erhalten, nachdem Journalisten Gelegenheit hatten, sie zu begutachten. Sneddon hatte Bedenken gegen die Rückgabe einiger Sex-Hefte geäußert. Sie seien zur Prüfung auf Fingerabdrücke mit giftigen Chemikalien behandelt worden, wandte der Staatsanwalt ein.

Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Prozesskosten allein für das große Aufgebot von Sicherheitskräften vor dem Gerichtsgebäude seit Januar 2004 auf 2,7 Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro). Die Rechnung für den Steuerzahler steige noch an, wenn Ausgaben für Polizeiermittlungen und die Einberufung der Grand Jury berücksichtigt werden, berichtet der Radiosender KCBS.

AP/DPA / AP / DPA