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Hollywood-Star: "Ich wurde vergewaltigt" - Jane Fonda bestürzt mit Misshandlungs-Bekenntnis

Am Samstag wird Schauspiel-Ikone Jane Fonda mit der Goldenen Kamera für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. In einem Interview erhebt sie jetzt schwere Vorwürfe gegen die Männer in ihrem Leben.

Jane Fonda

Hollywood-Star Jane Fonda erhebt schwere Vorwürfe: Sie wurde in ihrer Kindheit vergewaltigt

Jane Fonda ist eine von Hollywoods Schauspiellegenden und scheint stets, als habe sie das Glück gepachtet. Nun, mit 79 Jahren, spricht die Schauspielerin erstmals über traumatische Erlebnisse in ihrer Vergangenheit: "Ich wurde vergewaltigt, als Kind sexuell missbraucht und später gefeuert, weil ich nicht mit meinem Chef schlafen wollte. Ich dachte immer, dass es meine Schuld sei und dass ich nicht das Richtige gesagt oder getan habe", sagte Fonda in einem Interview, das Oscar-Gewinnerin Brie Larson mit ihr für das Magazin "The Edit" geführt hat.

Fonda habe in ihrem Leben einige Männer mit patriarchalischer Denkweise kennengelernt - angefangen bei ihrem Vater, dem erfolgreichen Film-Schauspieler Henry Fonda. "Ich fühlte mich bedeutungslos. Irgendwann habe ich beschlossen, mich nicht aufzugeben, um einem Mann zu gefallen", beschrieb Fonda im Interview das Verhältnis zu ihrem Vater und ihren Liebhabern. Die 79-Jährige war bereits dreimal verheiratet, die letzte Ehe mit CNN-Gründer Ted Turner ging 2001 in die Brüche. 

Jane Fonda engagiert sich seit den 70er Jahren für Frauen

Bereits 2005 berichtete Fonda in ihren Memoiren von ihrer traumatischen Kindheit - beispielsweise davon, dass ihre Mutter sich umbrachte, als Fonda noch jung war. Über die Vergewaltigungen hat sie jedoch bisher geschwiegen. Wie sie nun erzählt, habe Fonda sich jedoch aufgrund der Misshandlungen schon in den 70er-Jahren einer Frauenrechts-Bewegung angeschlossen. "Ich kenne junge Mädchen, die vergewaltigt wurden und sich dessen nicht einmal bewusst waren. Sie dachten, sie hätten nicht klar genug 'Nein' gesagt." Eine der Errungenschaften der Frauenbewegung sei es, zu erkennen, dass Vergewaltigung und Missbrauch nicht die Schuld der Frauen sei.

Die 79-Jährige äußert sich seit Jahrzehnten immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Themen und galt in den 1970er Jahren außerdem als eine der prominentesten Aktivistinnen der Anti-Kriegsbewegung in den USA. Während des Vietnamkrieges besuchte sie Nord-Vietnam und ließ sich lächelnd auf einer Flugabwehrkanone sitzend abbilden. Die Reise brachte ihr in der Heimat den Beinamen „Hanoi Jane“ ein.  Auch deshalb wird Fonda an diesem Samstag in Hamburg bei der Goldenen Kamera für ihr Lebenswerk geehrt. Sie sei für Generationen von Menschen eine Ikone, auch weil sie sich unermüdlich politisch engagiere, hieß es zur Begründung. Fonda wird den Preis auf der Gala, die im ZDF übertragen wird, persönlich entgegennehmen. 

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dpa / lis