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Julian Lennon John Lennon wollte nicht mehr John Lennon sein: Warum der Sohn des Ex-Beatle den Namen des Vaters ablegte

Julian Lennon hat seinen Namen geändert
Julian Lennon hat sich endlich von seinem berühmten Vater John emanzipiert.
© VALERIE MACON / AFP
Der Sohn des berühmten Ex-Beatle John Lennon hat nun erklärt, warum er seinen Namen ändern ließ und warum das seine Welt veränderte.

Den Namen John Lennon kennt auf dieser Welt wahrscheinlich jeder. Er ist verknüpft mit Bildern von jungen Männern mit Pilzköpfen und kreischenden Frauen, mit Songs, die für die Ewigkeit geschrieben wurden. John Lennon, das war einer von den Beatles, eine Legende. John Lennon, das ist auch der Name des Sohnes des verstorbenen Musikers. War der Name. Denn John Lennon heißt inzwischen Julian Lennon. Warum der Singer-Songwriter nicht mehr mit dem Namen seines Vaters gerufen werden wollte, hat er nun dem  Podcast "Word In Your Ear" erzählt.

Er musste fast 60 Jahre alt werden, um sich endlich von der Bürde eines großen Namens loszueisen. Julian Lennon, heute 59, schuf 2020 Fakten und änderte ganz offiziell seinen Namen. Aus John Charles Julian Lennon, kurz John Lennon, wurde Julian Charles John Lennon. Eine Entscheidung, die ihm eine ganz andere Welt eröffnet habe. "Kurz bevor wir alle in einen Käfig gesperrt wurden, entschloss ich mich schließlich, meinen Namen legal zu ändern", erzählte der Musiker. Der Grund sei "der Mist [gewesen], mit dem ich mich auf Reisen herumschlagen musste, mit Sicherheitsfirmen und diesem und jenem und anderen".

John Lennon wollte nicht mehr John Lennon sein

Zunehmend unangenehm seien für ihn vor allem Situation geworden, in denen nur ein Vorname verwendet wird, wenn er sich als John Lennon vorstellten musste. "Weil es immer kluge Sprüche oder Witze gab, und die meiste Zeit haben mich die Leute nicht einmal erkannt", sagt er. Ohnehin habe er immer den Rufname Julian benutzt, sei als dieser bekannt gewesen. Der Name John hingegen habe sich nie wie der seinige angefühlt. Nachdem er also einen Großteil seines Lebens mit der Bürde gelebt hatte, den Namen seines übergroßen Vaters tragen zu müssen, entschloss er sich, endlich Raum für sich selbst zu schaffen. Er habe gewusst: "Ja, ich will jetzt ich sein. Das war's, es ist Zeit für eine Veränderung."

Die Entscheidung, den Namen zu tauschen, ist aber mitnichten als Abkehr von seinem Vater zu verstehen. Im Gespräch betonte der Musiker, dass er das Vermächtnis und die Wünsche seiner Eltern, die Mutter ist Cynthia Powell, weiterhin respektieren werde. "Nicht, dass ich mich schämen würde oder respektlos wäre. Ich musste ich selbst sein", erklärte er. "Ich musste endlich als Julian gehört werden. Das ist es, was Julian macht, nicht 'Johns Sohn', also war das ein Teil des Weges und... es machte einfach Sinn für mich."

Ausgerechnet jetzt, da er sich zumindest namentlich von seinem berühmten Vater emanzipiert hat, sucht er musikalisch die Nähe. Erst im April wagte Julian Lennon es, zum ersten Mal einen Song von John Lennon darzubieten. Auf einem Benefizkonzert für die Ukraine sang er den Welthit "Imagine". "Ich habe immer gesagt, dass ich 'Imagine' nur dann singen würde, wenn es das 'Ende der Welt' wäre", schrieb er in der YouTube-Beschreibung des Clips. Auch das neue Album des Musikers "Jude" ist eng mit der Arbeit seines Vaters verknüpft. Den Song "Hey Jude" habe Paul McCartney einst über ihn geschrieben. Dem "Rolling Stone" sagte Lennon: "Ich denke, ich habe dem Song Ehre erwiesen und ich denke, ich habe geehrt, wo ich herkomme, mein Vermächtnis, sozusagen, mein Erbe.“

Quelle: Word In Your Ear, People, Rolling Stone

tpo

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