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Kates Hochzeitsrobe Ein Kleid verzückt die Welt


Um 12 Uhr zeigte sich die Braut dem Volk und präsentierte das bestgehütete Geheimnis der vergangenen Wochen: das Hochzeitskleid. Die Reaktionen: überschwänglich. Prinz William überraschte mit einer roten Uniform.

Die Gerüchte gab es schon länger und sie haben sich bestätigt: Das Brautkleid von Kate Middleton, jetzt Herzogin von Cambridge, wurde von Sarah Burton vom Modelabel Alexander McQueen entworfen. Punkt 12 Uhr stieg die Gattin von Prinz William in einen Rolls-Royce und präsentierte der Öffentlichkeit ihre wie ein Staatsgeheimnis gehütete Robe - ein Traum in Cremeweiß. Auf ihrem Kopf funkelte ein Diadem.

Der obere Teil der Robe besteht an Schultern und Armen aus Spitzen-Blumen, die an der traditionsreichen britischen Kunsthandwerkakademie Royal School of Needlework handgefertigt wurden. Die Blumenmotive - Rosen, Kleeblatt, Osterglocke und Distel - repräsentieren Symbole des Königreichs Großbritanniens. Das Kleid hat eine 2,70 Meter lange Schleppe.

Lagerfeld ist begeistert

Die Modewelt ist begeistert von dem Kleid: Karl Lagerfeld etwa fühlte sich an die 50er Jahre erinnert. "Das ist sehr hübsch, vergleichsweise klassisch und ein Brautkleid, das in den Einzelheiten sehr raffiniert ist, viel raffinierter als das von Prinzessin Diana." Auch für Modedesignerin Anna von Griesheim ist die Wahl ein Volltreffer. "Ich bin hingerissen", sagte sie, "es ist ein Traum von einem Couture-Kleid." An Catherines Hochzeitsstil würden sich künftig auch viele junge Frauen orientieren. "Man sieht ihre tolle Figur, aber nicht aufdringlich. Sie hat es 100 Prozent richtig gemacht."

Modemacherin Burton galt als heißeste Anwärterin für den Job der Designerin des Brautkleides, das Trends setzen dürfte. Sie hatte den Posten der Kreativdirektorin bei dem britischen Label übernommen, nachdem Alexander McQueen sich im Februar 2010 im Alter von 40 Jahren das Leben genommen hatte.

Tradition mit Moderne kombiniert

Kate habe sich für Burton entschieden, weil sie Tradition mit Moderne kombiniere, hieß es aus dem Palast. Es sei ihr sehr wichtig gewesen, Stoffe und Stickereien zum großen Teil von Kunsthandwerkern aus Großbritannien anfertigen zu lassen. Für die Designerin sei der Entwurf die Erfahrung ihres Lebens gewesen, sagte sie. "Es war eine solch unglaubliche Ehre, gefragt zu werden, und ich bin so stolz auf das, was das Team von Alexander McQueen geschaffen hat". Sie freue sich vor allem, dass das Kleid die britische Handwerkskunst repräsentiere.

Der Bräutigam erschien zu seiner Trauung überraschend in der roten Uniform der Irish Guards, dessen Ehren-Oberst William seit Februar ist. Viele Beobachter hatten damit gerechnet, dass er die blaue Uniform der Royal Air Force tragen würde.

Schwert-Schlingen, aber kein Schwert

Die Irish Guards sind vor allem durch die "Bärenfellmützen"-Träger bekannt, die unter anderem in London rund um den Buckingham Palast Wache stehen. Zu der Ehrengarde-Uniform, die William tragen wird, gehört allerdings eine dezentere Feldkappe. Sein Hochzeitsrock ist zudem gespickt mit Symbolen: So trug der Prinz den Stern und das Band, die ihn als Ritter des Hosenbandordens ausweisen. Auch die Medaille zum Goldenen Thronjubiläum der Queen hatte er angesteckt.

William trug goldene Schwert-Schlingen, aber kein Schwert. Selbst die Mütze ist voller Verweise. Ein Stern mit acht Strahlen erinnert an den Ritterorden von St. Patrick ("Most Illustrious Order of St Patrick"). Außerdem ist das Motto des Regiments zu sehen: "Quis Separabit?" - Wer könnte uns trennen?

nik/DPA/AFP DPA

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