KRONPRINZENPAAR Kronprinz Haakon allein in Deutschland


Die norwegische Prinzessin Mette-Marit sagt wenige Stunden vor der Abreise ihren Deutschlandbesuch ab. Kronprinz Haakon tritt die fünftätige Reise alleine an.

Für den norwegischen Kronprinzen Haakon beginnt heute ohne die erkrankte Prinzessin Mette-Marit das offizielle Programm eines fünftägigen Deutschlandbesuches. Haakon besichtigt zunächst im Werk des Rüstungs- und Raumfahrtkonzerns EADS bei München eine Flugvorführung. Anschließend wird er auf dem BMW- Testgelände in den Luxus-Sportwagen Z8 zu einer Testfahrt einsteigen. Am Abend empfängt ihn der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU). Weitere Stationen des Besuchs sind Düsseldorf, Bonn, Köln und Hamburg. Im Mittelpunkt der Visite steht die Förderung der norwegischen Wirtschaft.

Kronprinz Haakon soll die fünftägige Visite alleine absolvieren. In einer Mitteilung des Hofes hieß es weiter, man halte es für »äußerst unwahrscheinlich«, dass sich die Prinzessin dem Besuch in Deutschland zu einem späteren Zeitpunkt anschließen werde.

Nach Angaben der behandelnden Ärzte hat die Prinzessin durch Schweinwerfer- und Sonnenlicht bei dem Fernseh-Interview Verbrennungen 2. Grades im Gesicht sowie einen in dieser Form sehr selten auftretenden Augenschaden erlitten. Sie dürfe sich deshalb nicht im Freien aufhalten.

»Mir tut unheimlich Leid, was mit Mette passiert ist«

Nach ihrem Interview mit dem norwegischen Thronfolgerpaar ist Moderatorin Sandra Maischberger entsetzt über die gesundheitlichen Folgen für Prinzessin Mette-Marit. Kurz vor ihrem geplanten Deutschlandbesuch, der heute in München beginnen soll, hatte sich Mette-Marit (28) bei dem Gespräch mit dem Fernsehsender n-tv in der prallen Sonne und wegen des grellen Lichts der Scheinwerfer Verbrennungen an den Augen und im Gesicht zugezogen. »Es tut mir schrecklich Leid, ich bin ganz entsetzt, dass das passiert ist«, sagte Maischberger (35) der Zeitung »Bild am Sonntag«.

Sie habe das Paar noch gefragt, ob das Interview nicht lieber in der Residenz stattfinden solle. »Doch die beiden meinten, die frühlingshafte Atmosphäre im Garten sei ein viel schönerer Hintergrund«, sagte Maischberger. »Ich hoffe so sehr, dass die beiden doch anreisen.«

In Oslo hatte es geheißen, Mette-Marits Verletzungen seien so schwer, dass Konsequenzen für den Besuch des Paares nicht auszuschließen seien. Ein behandelnder Arzt sagte, die Schäden an der Hornhaut, die dieselben Symptome wie Schneeblindheit auslösten, seien sehr schmerzhaft. Die Prinzessin müsse sich im Dunkeln aufhalten. Außerdem leidet Mette-Marit an den Folgen eines Skiunfalls und wird bei ihrem Besuch voraussichtlich an Krücken gehen müssen. Das Paar wollte auch Düsseldorf, Bonn, Köln und Hamburg besuchen.

»Es sind die höflichsten Monarchen, die ich je gesehen habe«, schwärmte Maischberger. »Unglaublich zuvorkommend, beide ziemlich schüchtern. Man möchte sie am liebsten in den Arm nehmen.«

Prinzenpaar in ärztlicher Behandlung

Wie der Hof in Oslo am Samstag mitteilte, habe die Prinzessin oberflächliche Schäden an der Hornhaut beider Augen erlitten und leide an »Schneeblindheit«. Ursache sollen die pralle Sonne und Scheinwerferlicht gewesen sein. Ihre Verletzungen seien so erheblich, dass Konsequenzen für den Besuch des Paares, der am Sonntag in München beginnen soll, nicht auszuschließen seien. Das Paar wollte auch Düsseldorf, Bonn, Köln und Hamburg besuchen.

Haakon und Mette-Marit hätten einem deutschen Fernseh-Team am Mittwoch ein Interview in grellem Sonnenlicht gegeben. Die Verletzungen seien durch die kräftige Frühjahrssonne und zusätzliches Scheinwerferlicht entstanden, hieß es. Haakon soll sich einen kräftigen Sonnenbrand zugezogen haben. Beide seien in ärztlicher Behandlung. Außerdem leidet Mette-Marit (28) noch immer an den Folgen eines Skiunfalls und wird bei ihrem Besuch voraussichtlich an Krücken gehen müssen. Ihr Sohn Marius (5) wird nicht dabei sein.

Im Mittelpunkt der fünftägigen Reise sollte die Förderung der norwegischen Wirtschaft stehen. »Deutschland ist natürlich wichtig, wenn es um Industrie und High Tech geht«, sagte Haakon (28) in einem Gespräch mit der »Süddeutschen Zeitung«.

Für Mette-Marit war ein Leben als Prinzessin kein Kindheitstraum. Sie könne sich jedenfalls nicht erinnern, dass sie sich das als kleines Mädchen gewünscht habe, sagte sie der SZ. Stattdessen habe sie als Zehnjährige davon geträumt, Pilotin zu werden. »Ich dachte immer, ich sei ein toughes Mädchen. Aber natürlich bin ich auch mit Märchen aufgewachsen wie alle anderen«, sagte sie. »Doch Prinzessin zu sein, ist eine härtere Arbeit als sich mancher vorstellt.«

Eine ganz normale Familie

Mette-Marit, Haakon und Marius führten weitgehend das Leben einer normalen Familie. »Wir verbringen viel Zeit mit Marius und mit unseren Freunden. Wir gehen Essen, ich gehe joggen«, sagte Haakon der Zeitung. Im Herbst wollen Haakon und Mette-Marit für ein Jahr nach London ziehen, um dort zu studieren. Sie werde dort aber nicht ihr Anthropologie-Studium fortsetzen, sondern »in die gleiche Richtung gehen« wie ihr Mann und Politik und Entwicklungshilfe studieren.

Zu den Gerüchten über eine mögliche Schwangerschaft sagte die Kronprinzessin: »Wenn ich schwanger sein werde, werden Sie zu gegebener Zeit darüber informiert.« Auf die Frage, wie viele Kinder sie haben wollen, antworteten Haakon und Mette-Marit: »Viele«.

Bei ihrem Besuch in München wollten die Thronfolger in unmittelbarer Nachbarschaft des Hofbräuhauses in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachten. Am Montag wird sich Haakon - so die bisherige Planung - eine Flugvorführung bei dem Rüstungs- und Raumfahrtkonzern EADS ansehen. Auch eine Testfahrt in einem Luxussportwagen und eine Werbeveranstaltung für norwegischen Fisch stehen auf dem Programm. Am Abend laden Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und seine Frau Karin dann zum Bankett in die Münchner Residenz.


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