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Kunstschätze: Königliche Güter unterm Hammer

Auf der Marienburg kommen historische Gegenstände aus dem Familienbesitz der Welfen unter den Hammer. Den erwarteten Auktionserlös von zwölf Millionen Euro wollen die beiden Prinzen von Hannover für die Erhaltung der Schlösser verwenden.

Das Welfenhaus lässt auf Schloss Marienburg bei Hannover tausende Gemälde, Waffen, Rüstungen, Porzellan und andere Kostbarkeiten versteigern. Mehr als 20.000 historische Gegenstände stehen dort zur Auktion. Das Auktionshaus Sotheby's erwartet einen Umsatz von mehr als zwölf Millionen Euro. Mit dem Geld will das Haus Hannover - ältestes Fürstenhaus Europas - eine Familienstiftung gründen und die deutschen Besitztümer erhalten. Das neogotische Schloss Marienburg soll unter anderem für Touristen attraktiver werden.

Zu den wertvollsten Stücken der zehntägigen Versteigerung gehören zwei russische Vasen, die einen Schätzpreis von zusammen 550.000 Euro bis 750.000 Euro haben. Zum Auftakt werden Gemälde, Waffen und Rüstungen angeboten. Bei der Vorbesichtigung waren an vier Tagen mehr als 8000 Besucher auf die Marienburg gekommen.

Zwölf Millionen für historische Kostbarkeiten

Viele Stücke stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Es handelt sich um eine der größten Auktionen in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mit der Auktion wollen die jungen Prinzen Ernst August und Christian von Hannover etwa zwölf Millionen Euro erlösen. Kritiker der Auktion wie eine Berliner Kunsthistorikerin beklagten eine "Zerschlagung des Gesamtkunstwerkes" Marienburg.

Die Söhne des Welfenprinzen Ernst August hatten selber Keller und Dachgeschoss der Marienburg entrümpelt, um die Verkaufsobjekte auszusortieren. Unter anderem hatte die Fürstenfamilie nach dem Krieg auf Schloss Marienburg Besitztümer aus anderen Schlössern wie Blankenburg im Ostharz und Cumberland in Österreich gelagert. Mit den Erlösen der Versteigerung soll das neogotische Schloss Marienburg modernisiert und zu einem "Neuschwanstein des Nordens" umgebaut werden.

DPA/AP / AP / DPA