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Stammsitz der Welfen Erbprinz Ernst-August von Hannover: Sein Traumschloss soll nur einen Euro kosten

Schloss Marienberg mit Ernst-August jun.
Schloss Marienberg bei Hannover: Erbprinz Ernst-August von Hannover jun. kann den Stammsitz der Welfenfamilie nach eigener Aussage nicht mehr unterhalten.
© Julian Stratenschulte / DPA / DPA
Was wird aus Schloss Marienburg? Erbprinz Ernst-August von Hannover junior will den Stammsitz das Hauses Hannover an das Land Niedersachsen verkaufen. Er habe nicht genug Geld für den Erhalt. Vater Ernst-August senior widerspricht.

Ernst August von Hannover jun. kann zur Sanierung des Schlosses Marienburg eigenen Angaben zufolge nicht genügend eigene Geldreserven einsetzen. "Ich wäre froh und stolz, wenn ich das Schloss allein erhalten könnte. Aber ich kann es einfach nicht", sagte der 35-Jährige der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Bezahl-Inhalt). Daher möchte der Erbprinz den Stammsitz der Welfenfamilie für einen symbolischen Euro an das Land Niedersachsen verkaufen. 

Die Öffentlichkeit mache sich völlig falsche Vorstellungen vom Reichtum seiner Familie, die zu den ältesten europäischen Adelshäusern zählt, beteuerte der Prinz. "Es ist (...) ein Mythos, dass das Welfenhaus unermesslich reich sei", sagte der in London aufgewachsene Banker.

Ernst-August: Millionen für Sanierung sind weg

Im "HAZ"-Interview äußerte sich der Prinz auch zum Verbleib der 44 Millionen Euro, die er 2005 bei einem Kunstverkauf auf dem Schloss eingenommen hatte und die zu guten Teilen zur Sanierung des Gebäudes vorgesehen waren: "Das Geld ist weg."

Ein Großteil des Nettoerlöses sei für Verbindlichkeiten verwendet worden, die sich in den Jahren aufgestaut hatten, bevor ich die Verantwortung übernommen hatte. Die in erheblichem Maß aufgelaufenen Schulden meines Vaters mussten getilgt und Umfinanzierungen vorgenommen werden", greift Ernst-August jun. seinen Vater an.

Ernst-August sen.: Erbe "auskömmlich versorgt"

Davon will Ernst August von Hannover, 64, allerdings nichts wissen. Schon in einem Schreiben von Anfang Dezember hatte er "keinerlei Verständnis" dafür aufbringen können, "dem Steuerzahler die Last der Erhaltung aufzubürden", wie "Der Spiegel" berichtete.

Er selbst, Ernst August, habe den Erben des Schlosses "auskömmlich versorgt", heißt es in dem Schreiben weiter. Der Erhalt des Stammsitzes sei damit gesichert. "Wie alle Generationen vor ihm" sei sein Sohn durchaus in der Lage, die Kosten für den Erhalt des Schlosses zu tragen, so Ernst-August in dem Schreiben spitz weiter.

Prinz will seine Schenkung zurück

Es ist nicht das erste Mal, dass es zwischen Ernst-August jun. und Ernst-August sen. Zoff um das Familien-Schloss gibt. Seit 2004 gehört Marienburg dem jungen Erbprinzen als Teil einer Schenkung seines Vaters, die neben dem Schloss weitere Ländereien und Besitztümer umfasst. Ernst-August von Hannover beschäftigt Anwälte, um seine Schenkung jedoch zurückzunehmen. Seine Begründung: "grober Undank" und die Bewahrung "des jahrhundertealten Besitzes mit wichtigen Kulturgütern". Das Verhältnis von Senior und Junior ist so zerrüttet, dass Ernst-August nicht an der prachtvollen Adels-Hochzeit seines Sohnes im Juli 2017 teilnahm.

Wegen des Streits hält sich das Land Niedersachsen mit einem (symbolischen) Kauf erst einmal zurück. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stellte kurz vor Weihnachten lediglich klar, dass das Land daran interessiert sei, dass Schloss Marienburg öffentlich zugänglich bleibe. Die Touristenattraktion zieht alljährlich rund 200.000 Besucher an.

Quellen: "Hannoversche Allgemeine Zeitung" / "Neue Presse" / "Spiegel online"

dho mit DPA

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