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Bakterielle Infektion durch Tampons: Model Lauren Wasser verliert beide Beine nach Toxischem Schocksyndrom

US-Model Lauren Wasser musste infolge eines Toxischen Schocksyndroms der rechte Unterschenkel amputiert werden. Nun droht der 29-Jährigen auch der Verlust des linken Beines. Die Ursache für Wassers Leid: ein Tampon.

Lauren Wasser

US-Model Lauren Wasser im Oktober 2017 bei einem Event in Los Angeles

Die Amerikanerin Lauren Wasser war passionierte Basketballspielerin und arbeitete als Model für die "Vogue", bis sich ihr Leben am 3. Oktober 2012 radikal änderte. Schuld daran ist ein Tampon, den sie zu lange in ihrem Körper ließ.

Die damals 24-Jährige erlitt ein Toxisches Schocksyndrom (TSS), eine bakterielle Infektion, die sich rasend schnell in ihrem Körper ausbreitete. Wasser hatte einen Herzinfarkt und musste in ein künstliches Koma versetzt werden, weil ihre Organe zu versagen drohten. Ihre Hände und Füße waren von Wundbrand befallen. Infolgedessen musste ihr rechtes Bein unterhalb des Knies amputiert werden.


Lauren Wasser verliert in wenigen Monaten auch ihr linkes Bein

Das ganze Ausmaß ihrer erschreckenden Krankheitsgeschichte schilderte Lauren Wasser im Juni 2015 dem US-Magazin "Vice". Rund zweieinhalb Jahre später veröffentlichte sie nun einen Gastbeitrag in der Modezeitschrift "InStyle" und offenbart, dass ihr in wenigen Monaten auch das linke Bein amputiert werden muss. "Es gibt nichts, was ich dagegen tun könnte", schreibt die 29-Jährige.

Bereits vor fünf Jahren hätten ihr die Ärzte dazu geraten, das linke Bein ebenfalls zu amputieren. Aber Wasser wollte kämpfen. "Die Ärzte sagten mir dass es eine 50-50-Chance gibt, mein Bein zu retten." Doch die Schäden an ihrem Fuß sind zu groß. Wasser mussten bereits alle fünf Zehen und einen Teil der Ferse entfernt werden. Zudem hat sich ein offenes Geschwür an ihrem Fuß entwickelt. "Ich habe jeden Tag entsetzliche Schmerzen und es ist fast unerträglich, zu laufen", schreibt das Model.

Trotz ihrer tragischen Geschichte will Lauren Wasser anderen Frauen Mut machen und vor allem aufklären, damit es Fälle wie den ihren nicht mehr gibt. "Jedes Mal, wenn ich den Fernseher einschalte, werde ich wütend. In den Werbeclips für Tampons sieht man immer nur junge, glückliche Mädchen, die in Bikinis den Strand entlang laufen. Die Gefahren werden total verharmlost", schreibt Wasser.

Tatsächlich kommt das Toxische Schocksyndrom mit einem Fall pro 200.000 Einwohner eher selten vor. Tritt es jedoch auf, kann es schwer bis tödlich verlaufen. "Wir Frauen brauchen einfach mehr Aufklärung über TSS", fordert Lauren Wasser. Sie macht auch die Tampon-Hersteller für das Leid der Betroffenen verantwortlich, weil die angeblich Materialien verwenden, die die Ausbreitung der Bakterien begünstigen würden.

Wasser will weiterkämpfen, auch wenn sie die schreckliche Krankheit wohl nun beide Unterschenkel kostet.

jum
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