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Levi Johnston vs. Sarah Palin: Nackter Milchbubi provoziert "Hockey-Mum"

Er wäre beinahe der Schwiegersohn von Beinahe-Vizepräsidentin Sarah Palin geworden: Levi Johnston, 19-jähriger Ex-Freund von Palins Tochter, packt aus. Ab Dienstag wird er nackt im "Playgirl" zu sehen sein - nicht der einzige Grund, warum Palin ihn als "White Trash" beschimpft.

Von Ulrike von Bülow, New York

Er reist jetzt mit einer Entourage, der Junge aus Alaska, das war in der vergangenen Woche hübsch zu beobachten, als er in New York City unterwegs war. Egal, wo Levi Johnston auftauchte, er wurde von zwei Bodyguards und einem Fitnesstrainer begleitet - und von seinem Manager, einem gewissen Tank Jones, der offenbar sehr geschäftstüchtig ist. So sprach der Herr zum Beispiel im "M2" vor, einem halbwegs angesagten Nachtclub in Manhattan, den sein Schützling gern besuchen könnte, so Mr. Jones, wenn man ihm denn 3000 Dollar dafür bezahlen würde. Doch die Leute vom "M2" sprangen darauf nicht an, auch nicht auf 1800 Dollar, die der Manager dann offerierte, "welch' Super-Sonderangebot", wie die "New York Post" schrieb, sehr amüsiert: "Aber sie wollten Johnston nur eine Runde Softdrinks spendieren."

Levi Johnston, "the Wasilla boy", wie er hier genannt wird, der Junge aus Wasilla, Alaska, war für ein paar Tage "Talk of the town": Johnston, 19 Jahre alt, war wegen eines Fototermins in die Stadt gekommen, der ziemlich heiß war: Er ließ sich nackt ablichten, für das Magazin "Playgirl", das schon seit Wochen herum posaunt - "Levi zieht sich aus!"

Nun gibt es Männer, die mehr Sex-Appeal haben als Levi Johnston, ein Kindergesicht mit Bartstoppeln, ein Junge, der noch schnell ein bisschen Babyspeck abtrainieren musste, bevor er die Hosen herunter lassen konnte. Aber Johnston ist der Beinahe-Schwiegersohn von Sarah Palin, ehemals Gouverneurin von Alaska, die bei den US-Präsidentschaftswahlen 2008 gemeinsam mit John McCain für die Republikaner antrat, als dessen mögliche Vizepräsidentin. Nun hat Mrs. Palin ihre Autobiografie geschrieben, "Going Rogue", in der sie unter anderem erzählt, dass Mr. McCain damals nicht besonders lieb mit ihr umgegangen sei. Das Buch erscheint an diesem Dienstag, zeitgleich mit der neusten Ausgabe des "Playgirl", in der Johnston zu sehen sein soll. Für Sarah Palin ist das ein bisschen ungünstig, da sie in Talkshows für ihr Werk werben möchte, überall aber erstmal auf Johnston angesprochen wird, von dem "alles zu sehen sein wird", wie sein Manager nach dem Fotoshooting verkündete, das "ganz fantastisch war", so Tank Jones: "Es war ein Hockeyschläger involviert. Die Leute werden staunen!"

Nur Bristol Palin nicht, die Tochter von Sarah Palin, für die der Anblick des nackten Levi nicht ganz fremd sein dürfte. Johnston war es, der Bristol geschwängert hatte, 17-jährig, eine Nachricht, die schön in den Wahlkampf platzte: Daraufhin musste er versprechen, sie zu heiraten, doch kaum war das Baby geboren, ein Junge namens Tripp, gingen die jungen Eltern getrennte Wege. Eine Abfindung, einen Schweigevertrag scheint es nicht gegeben zu haben: Levi Johnston möchte jetzt "Schauspieler werden oder Model", sagt er - und dafür bringt er sich ins Gespräch, in dem er über die Palins redet, in Magazinen und TV-Shows, gar nicht nett.

Sarah Palin würde sich ständig mit ihrem Gatten streiten, verriet Johnston in "Vanity Fair", und sie wäre nicht gerade fleißig: Mrs. Palin sei gern schon mittags von der Arbeit nach Hause gekommen, und dann habe sie ewig gebadet oder ferngesehen, derweil sich ihre Tochter um die Kinder gekümmert habe, so Johnston. Reichte man Sarah Palin ihr "kleines Down-Kind", habe sie gesagt: "Ich will nicht das behinderte Baby, ich will das andere" - seines: Tripp. Mrs. Palin sei oft übellaunig und ihr Image der Naturfrau aus Alaska, die fischen und jagen geht, ein Scherz: "Ich habe sie nie eine Angel anfassen sehen. Sie hatte ein Gewehr in ihrem Schlafzimmer", erzählt Johnston, das unangetastet und in einer Schachtel unter ihrem Bett gelegen habe: "Eines Tages bat sie mich, ihr zu zeigen, wie man damit schießt." Sie habe ihn benutzt, klagt er, und fallengelassen, kaum dass Sarah Palin und John McCain die Wahl verloren hatten: "Sie war wie eine Mutter zu mir, aber danach ging es mit unserer Beziehung bergab." Mrs. Palin halte sich nun für eine Weltberühmtheit und wolle das große Geld verdienen. Wie er?

Sarah Palin hat für ihre Biografie einen Vorschuss von 1,25 Millionen Dollar bekommen. Levi Johnstons Gage für seine Nacktfotos soll im sechsstelligen Bereich liegen. In ihrem Buch wird er nicht erwähnt, mit keiner Silbe, doch neulich nannte sie ihn einen "Lügner", dann ätzte Palin in seine Richtung: "Wenn ein Mensch es nötig hat, seinen Körper zu verkaufen, zeigt das doch nur, wie verzweifelt er um Aufmerksamkeit ringt." Nun schlug sie mildere Töne an: Levi Johnston sei ein Schatz, sagte sie in einem Interview mit Oprah Winfrey, das an diesem Montag ausgestrahlt wird, sie würde sich "sehr freuen", wenn er Thanksgiving zum Truthahn-Essen zu den Palins käme.

"Das meint sie nicht ernst", konterte Johnston, der seinen Sohn besuchen, aber nicht zu sich mitnehmen darf. Er hätte gern das Sorgerecht für Tripp, der am 1. Dezember ein Jahr alt wird: Er überlege, sagt Levi Johnston, ob er das einklagen solle. Notfalls hätte er noch ein paar Geschichten aus dem Hause Palin in petto, "die Sarah wirklich schaden können".

Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Parteien in den kommenden Tagen noch ein bisschen mit Schmutz bewerfen.