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Lindsay Lohans Werdegang: Endstation "Playboy"

Die Fotos schlagen ein wie eine Bombe: Lindsay Lohan ist dank ihrer "Playboy"-Aufnahmen derzeit eine der meist gesuchten Frauen im Netz. Doch am Versuch, mit nackten Tatsachen ein Comeback zu starten, sind schon manche gescheitert.

Von Jens Maier

Sie räkelt sich lasziv auf einem Stuhl. Wie Gott sie schuf, nur mit schwarzen Pumps bekleidet, sitzt sie da. Die Beine sind gespreizt, die Brüste halb bedeckt. Ihre blonden Haare sind zur Mähne toupiert - ganz wie beim berühmten Vorbild. Der rote Lippenstift, die langen Wimpern und der Schönheitsfleck auf der linken Wange machen die Illusion perfekt. Ist es Marilyn Monroe? Nein! Lindsay Lohan ziert ab Freitag das Cover der amerikanischen Ausgabe des Magazins "Playboy".

Sie sieht dem berühmten Vorbild auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Die Idee dazu hatte "Playboy"-Chef Hugh Hefner höchstpersönlich. Lohan als Monroe zu zeigen, machten die Fotos "wahrhaft denkwürdig", lobt der Gründer und Wächter des Bunny-Imperiums sich selbst. Damals noch recht pummelig, ließ sich Monroe 1953 von Fotograf Tom Kelly nackt für den "Playboy" ablichten. Wenig später startete die bis heute als Sexikone verehrte Blondine ihre Weltkarriere. Einen Karriereschub, den auch Lindsay Lohan bitter nötig hätte.

Der Beginn einer hoffnungsvollen Karriere

Dabei hatte alles so gut angefangen. 2004 mit dem "MTV Movie Award" als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet, ging es für Lohan steil bergauf. Bei Disney durfte sie eine Teenieschmonzette nach der anderen drehen - mit Erfolg. Für "Girls Club - Vorsicht bissig" wurde sie sogar drei Mal mit dem Teen Choice Award ausgezeichnet. Es folgte ein Preis nach dem anderen. Sogar die Ehrung "Superstar von morgen" ging an Lohan. Sie war der aufgehende Star an Hollywoods Schauspiel-Himmel.

Doch vom einstigen Ruhm ist nicht viel übrig geblieben. Heute macht Lohan mit ihren Drogen- und Alkohol-Eskapaden Schlagzeilen. Sie ist Dauergast vor Gericht und im Gefängnis. Ihre zwischenzeitlichen Ambitionen als Sängerin liegen brach, nachdem die Plattenfirma sie an die Luft gesetzt hat. Ihre letzten Filmrollen waren Flops. 2008 wurde Lohan gar mit einer "Goldene Himbeere" als schlechteste Schauspielerin geehrt. Als sie 2010 endlich wieder eine Filmrolle ergattern konnte, wurde sie nach nur wenigen Drehtagen ersetzt. Kurzum: Lindsay Lohan steht vor den Trümmern ihrer Karriere.

"Playboy"-Shooting als letzte Karrierestrategie

Da kommt das Playboy-Shooting wie gerufen. Die Lohan-Bilder schlagen ein wie eine Bombe. Als vergangene Woche die ersten Nacktfotos Lohans im Internet zu sehen waren, löste das eine wahre Hysterie aus. Ihr Name ist seitdem einer der häufigsten Suchbegriffe im Netz. Hugh Hefner sah sich aufgrund des Ansturms sogar genötigt, den Veröffentlichungstermin der Januar-Ausgabe auf den 15. Dezember vorzuziehen. 900.000 Dollar soll die 26-Jährige für die Nacktfotos erhalten haben. Doch Lohan ist nicht so sehr am Geld, als an einem Weg zurück auf die Erfolgsspur interessiert. Doch die Strategie ist gewagt.

Zwar gibt es sie, die "Playboy"-Erfolgsgeschichten. Die von Drew Barrymore, die sich 1995 für den "Playboy" ausgezogen hatte, ist so eine. Kim Basinger haben ihre Nacktfotos 1983 zumindest nicht geschadet. Doch die Liste der Gescheiterten ist lang: Sie reicht von Shannen Doherty, gefeierter Teenie-Star aus der Serie "Beverly Hills 90210", über Bond-Girl Denise Richards, bis hin zu Janet Jones, die einst an der Seite von John Travolta im Kino zu sehen war. In Deutschland mag man sich an Julia Biedermann erinnern, die in den 80er Jahren als "Tochter der Nation" in zahlreichen Serien (unter anderem "Ich heirate eine Familie") zu sehen war. 2008 ließ sie sich im "Playboy" ablichten und endete schließlich im RTL-Dschungelcamp.

Lohan baut jede Woche "Scheiße"

Ein ähnliches Schicksal droht jetzt Lindsay Lohan. Schon machen Gerüchte die Runde, Lohan werde in den Big Brother Container ziehen. Doch noch versucht ihr Management, die Karriere ohne Trash-TV voranzutreiben. Aber Lohan ist - vorsichtig umschrieben - eine schwierige Klientin. Am Mittwochabend sollte sie in der US-Talkshow von Ellen DeGeneres auftreten, die regelmäßig Millionen von Zuschauern sehen. Eine perfekte Bühne, um an der Rückkehr auf die A-Liste der Fernsehpromis zu feilen. Doch Frau Lohan wird nicht erscheinen. Sie hat ihren Flieger aus Hawaii verpasst, wo sie in den vergangenen Tagen mal wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung Feiern und Party machen frönte. "Es vergeht keine Woche, ohne dass Lohan nicht mindestens zwei Mal Scheiße baut", bringt es Promi-Blogger und Lästermaul Michael K. auf den Punkt. "Sie hätte lediglich pünktlich am Flughafen sein müssen um ihren Hintern in den Flieger zu bekommen - und schafft nicht mal das."

Lohan lässt nichts unversucht, um ihre Chancen auf eine zweite Karriere durch ihr zweifelhaftes und infantiles Verhalten kaputt zu machen. "Ich möchte nicht als jemand in Erinnerung bleiben, der nur fotografiert werden möchte, abends ausgeht und dann in Schwierigkeiten steckt", hat sie einst gesagt. Doch genau darauf wird es wohl hinauslaufen.