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Fragwürdiges Schmuckstück : Rassismus im Palast: Für Meghan Markle ist die neue Verwandtschaft eine Herausforderung

Beim Weihnachtslunch der Queen lernte Meghan Markle ihre künftige Verwandtschaft kennen. Darunter: Princess Michael of Kent, die früher mit rassistischen Kommentaren auffiel und deren Jacke ein Schmuckstück zierte, das der Schauspielerin mit afro-amerikanischen Wurzeln nicht gefallen haben wird. 

Princess Michael of Kent und Meghan Markle

Fragwürdige Schmuckauswahl: Was sich Princess Michael of Kent wohl gedacht hat, als sie die als rassistisch geltende Brosche an ihrer Jacke befestigte?

Als die Welt im Herbst 2016 noch wild spekulierte, ob Prinz Harry wirklich mit der US-amerikanischen Schauspielerin Meghan Markle zusammen sei, machte er den Gerüchten selbst ein Ende und veröffentlichte über den Kensington Palast ein offizielles Schreiben an die britische Presse. Er war wütend und sah sich gezwungen, einiges klar zu stellen: "Seine Freundin Meghan Markle ist Opfer einer Welle von Beschimpfungen und Belästigungen geworden", hieß es in dem Statement. Und weiter: "Einiges davon wurde sehr öffentlich abgehandelt – die Hetzkampagne auf der Titelseite einer nationalen Zeitung, die rassistischen Untertöne in Kommentaren; und der unverblümte Sexismus und Rassismus der Social-Media-Trolle sowie bestimmter Kommentare im Web."

Rassismus im britischen Königshaus

Mittlerweile sind die beiden verlobt und mischen die britische Monarchie mit ihrer entspannten Art gehörig auf. Doch auch in Zukunft werden Harry und Meghan mit Rassismus zu kämpfen haben. Denn der ist auch Teil des Königshauses.

Princess Michael of Kent zum Beispiel, verheiratet mit einem Cousin von Königin Elisabeth II., wählte zum Weihnachtslunch ein Schmuckstück, das, harmlos ausgedrückt, äußerst unpassend ist. Besonders dann, wenn man die neue Verlobte des Enkels der Queen kennen lernt, die als Tochter einer Afro-Amerikanerin schon früh mit Rassismus konfrontiert wurde. Zu eben diesem Kennenlernen trug Princess Michael of Kent eine Brosche, die heute als Relikt der Sklaven- und Koloniezeit gilt. Die kleinen Figuren, gelegentlich Deko-Objekte oder eben Schmuckstücke, "Blackamoor" im Englischen, "Mohrenstatuetten" im Deutschen, waren besonders im 18. Jahrhundert beliebt. Die afrikanische Figur mit schwarzer Haut, häufig aus Ebenholz geschnitzt, trägt meistens einen Turban und auffallende Juwelen. Ihre Haltung gleicht fast immer der von Bediensteten. Heute gelten die Stücke als rassistisch und extrem kontrovers, da sie die Sklaven- und die Kolonialzeit verherrlichen.

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Meghan Markle ist eine Chance für die Monarchie

Mit dieser Brosche an der eleganten Jacke wurde Princess Michael of Kent nun also der neuen Verlobten der Nummer Fünf in der britischen Thronfolge vorgestellt. Der Frau, die schon oft darüber gesprochen hat, wie es ist, wegen seiner Wurzeln in einer spießigen Gesellschaft anzuecken. Worüber die beiden sich wohl unterhalten haben? Vielleicht hat der "Suits"-Star seiner neuen Verwandtschaft erstmal eine Lektion in Sachen Rassismus gegeben.

Vielleicht hat sie Princess Michael of Kent auch auf ein Ereignis angesprochen, das sich vor 13 Jahren abgespielt haben soll. Damals soll die heute 72-Jährige einer Gruppe afro-amerikanischer Restaurantbesucher in einem Lokal in New York gesagt haben, sie "sollen zurück in die Kolonien gehen". Die Empörung war groß, ihr Unverständnis allerdings größer. Alles nur ein Missverständnis, sagte die Prinzessin damals und betonte, wie "hinreißend" sie die Afrikaner doch auf ihrer Reise von Kapstadt nach Mosambik fand.

Mit ihrer bloßen Anwesenheit beim kommenden Weihnachtsfest bricht Meghan Markle altbekannte Traditionen. Vielleicht wird sie dank ihrer selbstbewussten Art und ihrem bürgerlichen Hintergrund zur größten Chance der etwas angestaubten Monarchie, endlich etwas moderner zu werden. Im Vergleich zu Herzogin Catherine und Prinz William lastet auf ihren Schultern und denen von Prinz Harry immerhin nicht die unmittelbare Verantwortung, irgendwann auf dem Thron sitzen zu müssen. Die Jungen revolutionieren das Königshaus - wünschenswert wäre es. 

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