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Nach dem Tode Michael Jacksons: Wer bekommt die Kinder?

Michael Jackson ist noch nicht beerdigt, da droht bereits Streit um das Sorgerecht seiner Kinder: Sowohl die Jackson-Familie um Großmutter Katherine als auch Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe erheben Ansprüche auf das Sorgerecht.

Von Björn Erichsen

Noch immer ist die Welt geschockt vom Tode Michael Jacksons. Zu plötzlich, zu unerwartet verstarb der King of Pop im Alter von 50 Jahren. Nur wenige Wochen bevor er noch einmal auf eine große Tournee gehen wollte, um seinen Fans zu zeigen: Ich kann es noch. Und wohl auch um finanziell wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Nach Berichten des "Wall Street Journal" soll Jackson einen Schuldenberg von 500 Millionen Dollar angehäuft haben. Überhaupt hinterlässt der Tod der Musik-Ikone viele Fragen: War er medikamentenabhängig? Was ist die genaue Todesursache? Was geschieht mit seinen drei Kindern?

Prince Michael I., 12, Tochter Paris, 11, und Prince Michael II., 7, seien zwar "verstört", befänden sich aber bereits auf dem Weg der Besserung, teilte der langjährige Anwalt der Familie, Brian Oxman, mit. Die Kinder sind in die Obhut ihrer Großmutter Katherine Jackson gekommen. Doch schon wenige Stunden nach Jacksons Tod zeichnet sich ein Sorgerechtsstreit ab: Auf der einen Seite die 79-jährige Oma, auf der anderen Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe, leibliche Mutter der beiden älteren Kinder.

Deren Anwältin Iris Finsilver hatte sich bereits kurz nach der Todesnachricht zu Wort gemeldet, nachdem sie mit Rowe gesprochen hatte. Die sei "untröstlich", diktierte Finsilver der US-Zeitschrift "People" in den Block, und wolle sich derzeit noch nicht zu ihren weiteren Plänen äußern. Dennoch betonte die Anwältin schon einmal vorsorglich, dass Rowe nach kalifornischem Recht als leibliche Mutter einen Anspruch auf die Kinder habe.

Michael Jackson und die Krankenschwester Debbie Rowe haben 1996 in Sydney geheiratet. Da war Jacko gerade erst von Lisa Marie Presley geschieden und Rowe bereits im sechsten Monat mit Prince Michael I. schwanger, der im Februar 1997 zur Welt kam. Anderthalb Jahre später folgte Tochter Paris Michael Katherine. Die Ehe zwischen Jackson und Rowe, die sich bereits seit Mitte der 1980er Jahre kannten stand unter keinem guten Stern und wurde bereits im Herbst 1999 wieder geschieden. Gerüchte, Jackson habe Rowe lediglich als Leihmutter bezahlt, hielten sich hartnäckig.

Rechtsstreit erst 2006 beigelegt

Was folgte, war ein langer Streit um das Sorgerecht für die beiden Kinder. Angeblich war Rowe bereits bei der Scheidung mit einigen Millionen Dollar und einer Villa "abgefunden" worden, jedoch kam es erst im Jahr 2006 zu einer außergerichtlichen Einigung. Von der getroffenen Regelung drang nur wenig in die Öffentlichkeit. Bekannt wurde nur: Jackson habe das Sorgerecht, die Kinder blieben weiterhin beim Vater.

Noch nebulöser verhält sich die Sache bei Jacksons drittem Kind Prince Michael II. Der King of Pop hatte - trotz vielfacher Gerüchte - niemals verraten, wer die leiblich Mutter von "Blanket", so der Spitzname des Kindes, ist. Der Öffentlichkeit stellt Jackson das Kind auf umstrittene Weise vor: er hielt das Baby bei einem Berlin-Besuch 2002 für einige Sekunden über den Balustrade seines Zimmers im Hotel Adlon - und musste für das gewagte Manöver reichliche Kritik einstrecken.

Kampf mit allen Mitteln

Zum jetzigen Zeitpunkt ist völlig unklar, wer letztendlich das Sorgerecht zugesprochen bekommt. Der Internetdienst "Tmz.com" will erfahren haben, dass Rowe auf die Vormundschaft niemals aufgegeben habe, so dass ihr zumindest die beiden älteren Kinder zugesprochen werden müssten. Doch auch die Jackson-Familie bringt sich in Stellung: Die Familie werde mit allem Mitteln darum kämpfen, dass die Kinder bei ihr blieben, berichtet "Tmz" unter Berufung auf Angehörige.

Ginge es nach den Vorstellungen von Anwalt Oxman, sollten die Jackson-Sprößlinge weiterhin bei der Großmutter Katherine bleiben: "Mrs. Jackson liebt die Kinder und sie wird sich nun um sie kümmern", betonte er. Sie sei die "logische Wahl". Aber Genaues weiß auch er nicht, wie Oxman einräumen musste: Am Ende "ist es Sache der Gerichte."

Mit Agenturen