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Nach Manipulationsvorwürfen bei Miss-Wahl Donald Trump kündigt Klage gegen Schönheitskönigin an


Sind die Wahlen zur Miss USA ein abgekartetes Spiel? Die ehemalige Miss Pennsylvania wirft den Veranstaltern Manipulation vor - und erzürnt damit Donald Trump, den Organisator des Wettbewerbs.
Von Frank Siering, Los Angeles

Ganze 24 Stunden hat sie noch Zeit. Dann muss sich Sheena Monnin bei Donald Trump und der Miss-Universe-Organisation entschuldigt haben. Sonst, so droht Trump, der immerhin Chairman und Besitzer von Miss USA ist, mit einer deftigen Verleumdungsklage gegen die ehemalige Miss Pennsylvania.

Monnin behauptet, die Wahlen zur Miss USA, aus denen am 3. Juni Miss Rhode Island als Siegerin hervorging, seien manipuliert gewesen. Angeblich, so Monnin auf ihrer Facebook-Seite, hat sie von einer Mitbewerberin erfahren, wie diese vor der Show einen Umschlag gesehen haben will, in dem die Top 5 des Miss-USA-Wettbewerbs aufgelistet waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch kein Juror seine Stimme abgegeben.

Die bisher noch anonyme Mitbewerberin will nach Aussage von Monnin hinter der Bühne ein Geständnis abgelegt haben. "Die letzten 16 Mädchen waren backstage, als sie mir sagte, dass sie wisse, wer unter die letzten Fünf komme", so Monnin.

Eine Entscheidung des guten Gewissens

Als die Namen, die die anonyme Quelle auf der Liste gesehen haben will, dann tatsächlich ins Finale einmarschierten, zog Miss Pennsylvania sofort die Konsequenzen. Monnin legte nach dem Zwischenfall ihren Titel als Miss Pennsylvania ab. Sie begründete die Entscheidung mit den Worten: "Ich kann mit gutem Gewissen nicht länger mit einer Organisation in Verbindung gebracht werden, die betrügt und sich unmoralisch verhält. Ich muss mich davon distanzieren, weil ich es für falsch halte, wenn kein Fair Play gespielt wird."

Damit aber nicht genug: Monnin trat weiter nach und beschimpfte die Miss-Universe-Organisation erneut, indem sie andere junge Frauen aufforderte, "nicht länger in einem System mitzuspielen, das lügt und betrügt".

Trumps Anwalt droht mit juristischen Konsequenzen

Das wiederum reichte, um Donald Trump, den Besitzer der Miss-Universe-Organisation, auf den Plan zu rufen. Der Immobilien-Milliardär und TV-Star schickte sofort seinen Justiziar aufs Parkett. Michael Cohen ließ über die US-Medien mitteilen, dass "Mr. Trump daran glaubt, dass jeder eine zweite Chance verdient. Das gilt auch für Miss Monnin, die jetzt 24 Stunden Zeit hat, ihre Behauptungen zurückzuziehen und sich dafür zu entschuldigen", so der Anwalt.

Und wenn nicht? ­Dann, so Trump via Cohen, "werde die Organisation die Konsequenzen ziehen und juristische Schritte gegen Frau Monnin einleiten". Der Wettbewerb ist in den Vereinigten Staaten extrem populär. Die Miss-USA-Wahl wird live im Fernsehen übertragen und spielt jedes Jahr Millionen an Werbegeldern ein.

Medien erwarten baldige Entschuldigung

Vertreter von Miss USA behaupten derweil, dass Monnin unglaubwürdig sei."In einer E-Mail an uns führte sie unsere Politik gegenüber Transgender-Teilnehmern als Grund für ihren Rücktritt an", heißt es in einer Pressemitteilung der Miss-Universe-Organisation. Demnach sei Monnin nicht damit einverstanden gewesen, dass Menschen, die "als Männer geboren wurden, an einer Miss-Wahl teilnehmen dürfen". Trump hatte unlängst bekanntgegeben, dass er keine Probleme damit habe, Transgender-Kandidaten in seine Miss-Wahlen mit aufzunehmen. "Ich diskrimiere niemanden. Auf solch einem Fundament wurde unser Land nicht aufgebaut", so der als Republikaner registrierte Immobilien-Mogul.

In den USA gehen viele Medien davon aus, dass Monnin klein beigeben und sich noch am heutigen Donnerstag bei Donald Trump entschuldigen wird. Aber der Gedanke, dass es bei der Wahl zur schönsten Frau Amerikas vielleicht doch nicht so ganz mit rechten Dingen zugeht, dürfte auch nach einer solchen Entschuldigung nicht ganz aus der Welt zu schaffen sein.


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