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Nacktfoto-Hack bei Stars: Jetzt jagt das FBI die Online-Einbrecher

Nachdem hunderte Nacktbilder von Stars im Netz verbreitet wurden, sucht nun das FBI die Täter. Wie die Fotos entwendet wurden, ist unklar. Apple hat jedoch Fehler in der eigenen Software eingestanden.

Von Frank Siering, Los Angeles

Das FBI hat sich in die Untersuchung des neuesten Hacker-Skandals in Hollywood eingeschaltet. Übers Wochenende waren Nacktfotos von diversen Promis ins Internet hochgeladen worden. Die Ermittler wollten bislang zwar nicht preisgeben, wie sie die Hacker genau jagen wollen, aber ein Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass eine landesweite Untersuchung von der Behörde eingeleitet wurde.

Nach Angaben mehrerer US-Medien war am Sonntag eine Reihe von Nacktaufnahmen von Prominenten auf der Bild-Sharing-Webseite 4chan aufgetaucht. Andere Medien versahen Berichte über die Affäre mit Links zu den entsprechenden Fotos. Nach der Androhung rechtlicher Konsequenzen wurden die Links zu den Bildern inzwischen wieder gelöscht.

Auch Avril Lavigne und Hope Solo unter Opfern

Woher die Bilder stammten und auf welchem Wege sie entwendet wurden, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Kurz nach Bekanntwerden des Hacker-Angriffs wurden Vermutungen laut, die Bilder stammten aus dem Apple-Speicherdienst iCloud. Tatsächlich teilte Apple derweil mit, dass die hauseigene Software durch einen Virus namens "ibrute" infiziert worden war und den Hackern somit ermöglicht haben soll, über die Social Coding Site "Github" individuelle iCloud-Dateien anzuzapfen. Es sei ein Schwachpunkt im Apple Service "Find my iPhone" gewesen. Der Fehler sei aber jetzt behoben.

Experten wiesen allerdings darauf hin, dass die Aufnahmen aus verschiedenen Quellen stammen und schon über Jahre gesammelt worden sein könnten.




Lawrence hatte bereits am Sonntag die Polizei eingeschaltet. "Das ist ein absichtlicher Angriff auf die Privatsphäre", hatte die Managerin von Lawrence in einer Pressemitteilung angeprangert. Und zugleich gedroht, dass jede Publikation, die die Nacktfotos von Lawrence veröffentliche, "verklagt werde". Zu den Opfern zählten auch die kanadisch-französische Sängerin Avril Lavigne, die Klitschko-Verlobte Hayden Panettiere, das Topmodel Kate Upton, Hollywood-Star Kirsten Dunst sowie ein Dutzend weiterer Stars. Dunst twitterte ebenso lakonisch wie vielsagend: "Danke, iCloud"

Manche Fotos vor Jahren gelöscht?

Das FBI teilte am Montag mit, dass es in vollem Umfang involviert sei bei den Ermittlungen. Ob es allerdings bereits eine Spur der Hacker gäbe, blieb unbeantwortet. "Alle weiteren Kommentare zu diesem Zeitpunkt sind unangebracht", so FBI-Sprecherin Laura Eimiler.

Schauspielerin Mary Elizabeth Winstead bestätigte derweil, dass die aufgetauchten Nacktfotos im Netz tatsächlich ihre eigenen seien. Sie habe diese "vor Jahren mit meinem Mann in unseren eigenen vier Wänden gemacht", so Winstead, die in dem Film "Final Destination 3" mitspielte. Sie dachte, dass die Bilder schon vor Jahren gelöscht worden seien.

Das FBI hat schon in diversen anderen Fällen Hacker-Skandale mit prominenten Hollywood-Stars untersuchen müssen. So waren auch schon Scarlett Johansson, Mila Kunis und Christina Aguilera Opfer von Online-Hackern. Die Täter wurden gestellt und verurteilt.



mit Agenturen
  • Frank Siering