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Offener Brief an Regierung: Gérard Depardieu will kein Franzose mehr sein

Die Vermögenssteuer wird 2013 in Frankreich auf 75 Prozent erhöht. Gérard Depardieu zieht pünktlich dazu nach Belgien und muss sich nun böse Kommentare anhören. Gefallen lässt er sich die aber nicht.

Eine Woche lang hat der französische Schauspieler Gérard Depardieu zu den bösen Kommentaren über seinen Umzug nach Belgien geschwiegen, jetzt schlägt er zurück:

In einem offenen Brief an Premierminister Jean-Marc Ayrault macht der 63-Jährige die sozialistische Regierung für seine Entscheidung verantwortlich und kündigt sogar an, seinen französischen Pass abgeben zu wollen. Niemand sonst sei nach Verlassen des Landes so beleidigt worden wie er, schreibt der als Steuerflüchtling geltende "Obelix"-Darsteller. Er verlange keine Zustimmung, aber Respekt seiner Person gegenüber.

Dass der wütende Brief an den Regierungschef von #link;www.stern.de/thema/francois-hollande;Präsident François Hollande# adressiert ist, dürfte kein Zufall sein. Ayrault hatte Depardieus Umzug in der vergangenen Woche vor laufenden Fernsehkameras als "unpatriotisch" und "ziemlich erbärmlich" bezeichnet. Hollande ließ erkennen, dass er Depardieus Verhalten als ethisch nicht korrekt erachte.

Strafe für Erfolg und Talent

Die offene Kritik von der Staatsspitze war für den Publikumsliebling offensichtlich zu viel. Nicht sein eigenes Verhalten sei erbärmlich, sondern das Ayraults, schrieb der durch Filme wie "Cyrano de Bergerac" und "Asterix & Obelix" weltbekannte Darsteller. Er verlasse Frankreich, weil die Regierung der Ansicht sei, Erfolg und Talent müssten bestraft werden, betont er in Anspielung auf die beschlossene Einführung eines neuen Spitzensteuersatzes in Höhe von 75 Prozent. Zudem gebe es andere persönliche Gründe für seinen Umzug nach Néchin, über die er sich nicht äußern wolle.

"Ich verlange keine Zustimmung, aber zumindest Respekt", so der 63-Jährige in dem Schreiben, das von der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" veröffentlicht wurde. Außerdem ereiferte sich Depardieu, seine französische Staatsbürgerschaft ablegen zu wollen. "Hiermit gebe ich Ihnen meinen Pass und meine Sozialversicherungsnummer, die ich nie benutzt habe, zurück. Wir haben nicht länger dasselbe Heimatland. Ich bin ein echter Europäer, ein Weltbürger, so wie es mir mein Vater stets eingeimpft hat."

Depardieu macht deutlich, sich nie vor dem Fiskus und seinen Pflichten als Staatsbürger gedrückt zu haben. "Ich habe in 45 Jahren 145 Millionen Euro Steuern gezahlt, ich beschäftige 80 Leute (...)", kommentiert der schwergewichtige Darsteller. Zu Beleidigungen werde er sich aber nicht hinreißen lassen. "Trotz meiner Exzesse, meines Appetits und meiner Liebe zum Leben (...) - ich werde höflich bleiben", schließt er seinen Brief.

Entsetzte Regierung

Mitglieder der sozialistischen Regierung zeigten sich dennoch entsetzt von den Äußerungen Depardieus - vor allem von den Aussagen, den Pass abgeben zu wollen, und nicht mehr dasselbe Vaterland wie Ayrault zu haben. "Die französische Staatsbürgerschaft ist eine Ehre", kommentierte Kulturministerin Aurélie Filippetti. Der für die Parlamentsbeziehungen zuständige Minister Alain Vidalies nannte das in der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" veröffentlichte Schreiben schockierend.

Fast unter ging dabei, dass es zumindest für den französischen Fiskus auch eine gute Nachricht gab: Der Schriftsteller Michel Houellebecq ("Elementarteilchen") kündigte am Wochenende an, aus persönlichen Gründen in seine Heimat zurückzukehren. Er hatte unter anderem wegen der niedrigen Steuern lange in Irland gelebt.

DPA/Bang / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(