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Oktoberfest 2018: Preiswucher auf der Wiesn: ein Bund Radieschen und eine Maß für 16,50 Euro

Die Maß kostet in diesem Jahr über elf Euro: An die steigenden Bierpreise haben sich Oktoberfestbesucher längst gewöhnt. Doch auch beim Essen langen die Festwirte ordentlich hin. Fünf absurde Beispiele.

Tatjana Gsell beißt in Bund Radieschen

Tatjana Gsell beißt auf dem Oktoberfest in einen Bund Radieschen.

DPA

Die Wiesn ist ein teures Vergnügen. Wer zwei Maß trinkt und ein halbes Henderl dazu ist, wird schnell 40 Euro los – pro Person wohlgemerkt. Wer richtig gute Schmankerl wie die "O'batzter Trilogie" im Weinzelt (14,50 Euro) oder den Kaiserschmarrn im Käfer Zelt (17,50 Euro) haben möchte, muss noch viel tiefer in die Tasche greifen. Viele Preise liegen im Volksfest-Durchschnitt und sind – eben typisch München – zwar ziemlich hoch, aber noch vertretbar. Doch bei einigen Dingen langen die Wiesn-Wirte auch richtig hin. Sechs absurde Beispiele.

Radieschen oder Radi für 5,10 Euro

Im Armbrustschützenfestzelt scheinen es die Wirte gut zu meinen mit Veganern und allen, die ein paar Vitamine zu sich nehmen wollen. Auf der Speisekarte findet sich die "Portion Radieserl" oder die "Portion Gärtner Radi" für 5,10 Euro. Wer meint, er bekäme für diesen stolzen Preis einen nett angerichteten Teller mit etwas Brot und Butter, der irrt. Auf dem Tisch landen ein Bund Radieschen und zwei Päckchen Salz – macht zusammen mit einer Maß Bier die stolze Summe von 16,50 Euro (plus Trinkgeld). Zum Vergleich: Im Hacker-Festzelt kosten Radi und Radieserl 6,80 Euro und werden mit einem Schnittlauchbrot garniert.

Haferl Kaffee für 7,60 Euro

Gut, wer auf die Wiesn geht und Kaffee trinkt, mag es nicht besser verdient haben. Aber dieser Preis ist schon unverschämt: Im Armbrustschützenfestzelt kostet ein Haferl Kaffee unglaubliche 7,60 Euro. Zum Vergleich: Im Schützenfestzelt gibt's das Haferl Kaffee für 4,90 Euro. Selbst wer den einen Euro Pfand im Armbrust abzieht, landet immer noch bei 6,60 Euro pro Tasse. Zucker gibt's immerhin gratis dazu.

Wasser für 9,90 Euro

Wer einen ganzen Tag auf der Wiesn verbringen will, sollte zwischendurch ein Wasser trinken. Doch diesen guten Vorsatz vereiteln viele Wiesnwirte mit viel zu teuren Wasserpreisen. Ganz vorne mit dabei ist das Weinzelt. Dort kostet die 0,75 Liter Flasche Wasser 9,90 Euro – das macht auf den Liter 13,20 Euro und ist damit sogar teurer als die Maß Bier in jedem anderen Zelt. Da ist es auch kein Trost, dass 0,25 Liter Wasser für 3,70 Euro (14,80 Euro pro Liter) angeboten werden. Zum Vergleich: der halbe Liter Tafelwasser kostet in der Fischer-Vroni 4,20 Euro. Bleiben Sie beim Kuffler lieber bei Wein!

Portion Pommes für 7,20 Euro

Und wieder langt das Armbrustschützenfestzelt ordentlich zu: Eine Portion Pommes (als Beilage) kostet unglaubliche 7,20 Euro. Wer sein Wiesn-Hendl mit Pommes mag, muss dort insgesamt 18,60 Euro bezahlen. Zum Vergleich: Im Löwenbräu-Festzelt kostet die Portion Pommes 5,80 Euro – dafür langen sie im Löwen beim Hendl heftiger zu: 12,20 Euro – macht zusammen 18 Euro und ist auch nicht viel günstiger.

Pudding für 15,80 Euro

Kaiserschmarrn, Dampfnudeln, Topfenknödel: Auch Fans von Süßem kommen auf der Wiesn nicht zu kurz. Eine umfangreiche Dessertkarte gibt's beim Käfer. Doch die Preise sind eher zum sauer werden. Ein Pudding – immerhin mit Nüssen und lauwarmer Schokosoße – kostet 15,80 Euro. Dann doch lieber gleich den sehr zu empfehlenden Kaiserschmarrn für 17,50 Euro. Wem das immer noch zu teuer ist, der bekommt den Kaiserschmarrn auch günstiger. Im Hacker-Festzelt zum Beispiel kostet die Portion mit Apfelmus 11,50 Euro.

Tipp für Preisbewusste:

Viele Zelte bieten täglich wechselnden Mittagstisch an - zu deutlich günstigeren Preisen als am Abend. Außerdem sind die Preise außerhalb der Zelte deutlich billiger. Wer nur eine Leberkässemmel mag, kommt unter fünf Euro weg - zum Radieschenpreis. 

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mai