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Wiederherstellung der Wildnis Schutz der Galápagos-Inseln: Organisation um Leonardo DiCaprio stellt 43 Millionen Dollar bereit

Leonardo DiCaprio auf de roten Teppich mit Fotografen im Hintergrund
Leonardo DiCaprio engagiert sich seit Jahren für Umwelt- und Klimaschutz (Symbolbild)
© Franck Castel / Picture Alliance
Seit Jahren engagiert sich Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio für Umwelt- und Klimaschutz. Nun möchte er gemeinsam mit einigen Umweltschutzorganisationen und 43 Millionen Dollar das Ökosystem der Galápagos-Inseln retten.

"Wir müssen den Planenten nicht neu erfinden, wir müssen ihn wieder wild werden lassen" – das ist die Kernbotschaft des neuesten Umweltschutzprojekts von Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio, welches er am Montag auf seiner Instagramseite und seinem Twitteraccount vorstellte.

Das Ziel des Vorhabens: Alle Galápagos-Inseln und ihre Ökosysteme zu schützen, wiederzubeleben und zu ihrem ursprünglichen wilden Zustand zurückzuführen – all das im Einklang mit den Menschen, die dort zuhause sind. Gemeinsam mit der in diesem Jahr gegründeten Umweltschutzorganisation Re:wild, deren Gründungsvorstandsmitglied DiCaprio ist, sowie der Galápagos-Nationalparkdirektion, der Organisation Island Conservation und lokalen Gemeinden sollen umfassende Naturschutzmaßnahmen auf den 130 Inseln des pazifischen Archipels durchgeführt werden. Die Startsumme des Projekts beläuft sich auf 43 Millionen Dollar. 

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DiCaprio will den "unersetzlichsten Orte auf diesem Planeten" retten

Wie DiCaprio in seinem Instagram-Post schreibt, gehe es bei dem Projekt um nichts weniger, als "einen der unersetzlichsten Orte auf diesem Planeten zu retten". Das Ökosystem der Galápagos-Inseln ist weltweit einzigartig, zahlreiche Arten sind nur in diesem ecuadorianischen Archipel zu finden. Der Wildtierärztin und Spezialistin für die Wiederherstellung der Insel, Paula Castaño, bot der Schauspieler bei der Vorstellung des Projekts eine besondere Plattform: Am Montag übernahm sie sowohl seinen Twitter- als auch seinen Instagramaccount und informierte über das Projekt. Castaño arbeitet seit sieben Jahren auf den Inseln, nimmt eine zentrale Rolle bei der geplanten Umsetzung der Schutzmaßnahmen ein und ist davon überzeugt, dass Ökosysteme erfolgreich wiederbelebt werden können, wenn der Mensch mit der Natur koexistiert anstatt sie zu beherrschen. Auf der Seite der Organisation Island Conservation warnt Castaño: "Die Zeit läuft ab für so viele Arten, besonders auf Inseln, wo ihre kleinen Populationen gefährdet und bedroht sind. Die rosa Leguane von Galápagos, die Spottdrosseln von Floreana und andere Wildtiere könnten ohne Maßnahmen bald für immer verloren sein. Wir wissen, wie man dieses Aussterben verhindern und funktionierende und blühende Ökosysteme wiederherstellen kann – wir haben es geschafft –, aber wir müssen diese Erfolge wiederholen, innovativ sein und in die Breite gehen."

Castaño verweist damit auf das erfolgreiche Wiederansiedlungsprojekt von Pinzòn-Riesenschildkröten: Nachdem 2012 invasive Nagetiere aus dem Nationalpark der zwölftgrößten Galápagos-Insel Pinzón entfernt wurden, konnten zwei Jahre später erstmals wieder Schildkrötenbabys gesichtet werden."Wir haben Rewilding zu unseren Lebzeiten gesehen, also müssen wir nicht fünf Jahre oder 20 oder 50 Jahre warten. Dies sind unmittelbare Ergebnisse. Wir werden sehen, wie sich all diese Bemühungen auszahlen, und zwar nicht nur auf den Galápagos-Inseln, sondern auch auf anderen Archipelen in Lateinamerika", fügt Castaño im Gespräch mit dem "Guardian" hinzu.

Projekt mit Vorbildcharakter

Auch die angekündigten 43 Millionen Dollar sollen in ähnliche Maßnahmen investiert werden: Zu diesen zählen Zuchtprogramme für vom Aussterben bedrohte Arten wie dem rosa Leguan, der Schutz der über 3000 Meereslebewesen, die in den pazifischen Gewässern rund um die Inseln zuhause sind, aber auch die Wiederansiedlung von 13 lokal ausgestorbenen Arten wie der Floreana-Riesenschildkröte und der Floreana-Spottdrossel – der ersten von Charles Darwin beschriebenen Spottdrosselart. 

Ecuadors Minister für Umwelt und Wasser, Marcelo Mata Guerrero, betont auf der Seite von Island Conservation den Vorreiter- und Vorbildcharakter seines Landes bei diesem Projekt: "Mit Ecuador, als einem der 17 artenreichsten Länder der Erde, haben wir hier die Gelegenheit zu demonstrieren, wie ein wirklich effektives Modell für den Schutz und die Wiederherstellung unserer gemeinsamen Wildtiere und wilden Landschaften aussieht – das Immunsystem unseres Planeten, das alles Leben auf der Erde, einschließlich der Menschen, vor den Auswirkungen des Klimawandels und aufkommenden Krankheiten schützt."

Eckart von Hirschhausen im Gespräch mit Dirk Steffens

Auch Hollywood-Star Leonardo DiCaprio blickt in seinem Instagrampost hoffnungsvoll in die Zukunft. Er schreibt: "Die Umwelthelden, die der Planet braucht, sind bereits hier. Jetzt müssen wir uns alle der Herausforderung stellen und uns ihnen anschließen." Der Schauspieler selbst engagiert sich seit vielen Jahren intensiv für den Umwelt- und Klimaschutz. Mehr als 100 Millionen Dollar hat er dabei bereits für eine Vielzahl von Projekten und Programmen zur Verfügung gestellt. Neben seiner Arbeit für die neugegründete Organisation Re:wild ist DiCaprio auch Teil des Vorstands des Natural Resources Defense Council, des International Fund for Animal Welfare sowie der Earth Alliance, wo er die Position des Co-Vorsitzenden innehat. Im Jahr 2014 wurde er für sein langjähriges Engagement im Bereich des Umweltaktivismus zum Friedensbotschafter der Vereinten Nationen ernannt.

Quellen: "The Guardian" / Island Conservation / Re:wild

as

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